Besucher bei der Eröffnungsfeier des 21. Sachsen-Anhalt-Tags in Eisleben.
Die offizielle Eröffnung schauten sich etwa 1.500 Besucher auf Eislebens Marktplatz an. Bildrechte: MDR/Gaby Conrad

Reportage vom Sachsen-Anhalt-Tag Euphorie trotz Regenwetters

Der erste Tag von Sachsen-Anhalts Landesfest hat mit Regenwolken begonnen. Nur wenige Besucher waren unterwegs. Gegen Abend füllten sich die Straßen beim 21. Sachsen-Anhalt-Tag dann mit Gästen aus dem ganzen Land.

von Luise Kotulla, MDR SACHSEN-ANHALT

Besucher bei der Eröffnungsfeier des 21. Sachsen-Anhalt-Tags in Eisleben.
Die offizielle Eröffnung schauten sich etwa 1.500 Besucher auf Eislebens Marktplatz an. Bildrechte: MDR/Gaby Conrad

Durch Eisleben laufen Ritter, ein mannshoher Pilz ist unterwegs und auch Wiesi, das Maskottchen des größten Eisleber Volksfests, schlendert umher. Außerdem ist die komplette Innenstadt gesperrt und Eislebens Oberbürgermeisterin verteilt euphorisch weiße Schals mit dem Logo des Sachsen-Anhalt-Tags. Das heißt natürlich, es ist so weit: Nach einem Jahr Planung hat der 21. Sachsen-Anhalt-Tag am Freitagnachmittag begonnen.

Zwei Stunden vor offizieller Eröffnung ist Eislebens Innenstadt noch recht leer. Zwar sind alle Stände aufgebaut und die Ordner in magentafarbenen Westen an den Zugängen zum Festgelände postiert. Doch es verirren sich nur wenige Festgäste zum Markt. Vielleicht, weil der Himmel so aussieht, als wolle es regnen.

"Ich will Phil Stewman gucken, das Lied ist geil"

Ein Ehepaar lächelt in die Kamera
Hans-Joachim und Nicole Witzmann wohnen am Marktplatz in Eisleben und damit direkt an der Festmeile. Bildrechte: MDR/Luise Kotulla

Ein Ehepaar schlendert trotzdem am Markt entlang und schaut sich um. Kein Zufall, denn Hans-Joachim und Nicole Witzmann kommen am Sachsen-Anhalt-Tag nicht vorbei. "Als Eisleber muss man das Fest besuchen", sagen sie. Beide wohnen schräg gegenüber der Hauptbühne am Markt und bekommen alles hautnah mit: Das Negative – "wir sind abgekoppelt, hatten zwei Stunden kein Handynetz", wie auch das Positive, denn sie sind ganz nah an der Bühne, auf der gleich Phil Stewman auftreten wird. "Ich will Phil Stewman gucken, das Lied ist geil", sagt Nicole Witzmann strahlend.

Die Eisleberin kann den Gerbstedter Schlagersänger dann auch gleich erleben: Als Höhepunkt der offiziellen Eröffnung auf der MDR-Bühne am Markt. Mit mehr als 50 Kindern und Jugendlichen singt er die Hymne des Sachsen-Anhalt-Tags "Lutherstadt L. E." Phil Stewman ist auch selbst davon begeistert: "Da ist ein toller Hit rausgekommen, wie ich finde." Das findet das Publikum auch und singt mit – unter den Augen von Luther, denn er schaut von seinem Denkmal genau in Richtung Bühne.

21. Sachsen-Anhalt-Tag "Die Welt zu Gast in Luthers Heimatstadt"

Die Lutherstadt Eisleben ist Partyzone – und das für ein ganzes Wochenende. Am Freitag wurde das Landesfest eröffnet. Ministerpräsident Haseloff ist begeistert von der "bombigen" Stimmung und freut sich auf schöne Tage.

Ein Kind lässt auf dem 21. Sachsen-Anhalt-Tag in Eisleben einen Fidget-Spinner seiner Nase drehen.
Spaß trotz Regenwetters: Dieses Mädchen ließ sich die gute Laune nicht verderben. Bildrechte: MDR/Gaby Conrad
Ein Kind lässt auf dem 21. Sachsen-Anhalt-Tag in Eisleben einen Fidget-Spinner seiner Nase drehen.
Spaß trotz Regenwetters: Dieses Mädchen ließ sich die gute Laune nicht verderben. Bildrechte: MDR/Gaby Conrad
Bei der Eröffnungsfeier des 21. Sachsen-Anhalt-Tags in Eisleben wird Ministerpräsident Reiner Haseloff interviewt.
Ministerpräsident Haseloff sagte MDR SACHSEN-ANHALT nach der Feier: "Wir werden jetzt drei schöne Tage haben und die Stimmung ist bombig." Bildrechte: MDR/Gaby Conrad
Kinder halten bei der Eröffnungsfeier des 21. Sachsen-Anhalt-Tags in Eisleben ein Band mit dem Schriftzug »Herzlich willkommen!«.
Kinder gestalten auf der Hauptbühne die Eröffnungsfeier und heißen die Gäste des Tages willkommen. Bildrechte: MDR/Gaby Conrad
"Spirit of Smokie" auf dem 21. Sachsen-Anhalt-Tag in Eisleben
Bildrechte: MDR/Gaby Conrad
Bei der Eröffnungsfeier des 21. Sachsen-Anhalt-Tags in Eisleben stehen unter anderem Ministerpräsident Reiner Haseloff und Eislebens Oberbürgermeisterin Jutta Fischer auf der Bühne.
Bei der Eröffnungsfeier des 21. Sachsen-Anhalt-Tags in Eisleben stehen am Freitagnachmittag unter anderem Ministerpräsident Reiner Haseloff und Eislebens Oberbürgermeisterin Jutta Fischer auf der Bühne. Bildrechte: MDR/Gaby Conrad
Blick von der Bühne auf die Besucher der Eröffnungsfeier des 21. Sachsen-Anhalt-Tags in Eisleben.
"...ein wunderbares Ambiente, wenn man oben auf der Bühne stand und hat diesen Marktplatz gesehen. Was Schöneres kann man sich kaum vorstellen", ist Ministerpräsident Haseloff begeistert. Bildrechte: MDR/Gaby Conrad
Besucher bei der Eröffnungsfeier des 21. Sachsen-Anhalt-Tags in Eisleben.
In den kommenden drei Tagen werden bis zu 200.000 Besucher erwartet. Bildrechte: MDR/Gaby Conrad
Sachsen-Anhalts Finanzminister André Schröder bei der Eröffnungsfeier des 21. Sachsen-Anhalt-Tags in Eisleben
Auch Sachsen-Anhalts Finanzminister André Schröder ist bei der Eröffnungsfeier zum 21. Sachsen-Anhalt-Tag in Eisleben dabei. Bildrechte: MDR/Gaby Conrad
Besucher bei der Eröffnungsfeier des 21. Sachsen-Anhalt-Tags in Eisleben.
Das Festgelände in der Innenstadt ist mit Ständen, Regionaldörfern und Bühnen voll besetzt. Bildrechte: MDR/Gaby Conrad
Kinder tanzen auf der Eröffnungsfeier des 21. Sachsen-Anhalt-Tags in Eisleben.
Bildrechte: MDR/Gaby Conrad
Kinder halten bei der Eröffnungsfeier des 21. Sachsen-Anhalt-Tags in Eisleben Plakate in die Höhe.
Bildrechte: MDR/Gaby Conrad
Kinder gestalten auf der Eröffnungsfeier des 21. Sachsen-Anhalt-Tags in Eisleben eine Lutherrose.
Neben zahlreichen Unterhaltungsveranstaltungen werden bis Sonntag auch viele Angebote anlässlich des 500. Reformationsjubiläums präsentiert. Bildrechte: MDR/Gaby Conrad
Als Ritter verkleidete Besucher auf dem Mittelaltermarkt beim 21. Sachsen-Anhalt-Tag in Eisleben.
Bildrechte: MDR/Gaby Conrad
Stände auf dem Mittelaltermarkt beim 21. Sachsen-Anhalt-Tag in Eisleben.
Bildrechte: MDR/Gaby Conrad
Stände auf dem Mittelaltermarkt beim 21. Sachsen-Anhalt-Tag in Eisleben.
Bildrechte: MDR/Gaby Conrad
Ein Karussell auf dem 21. Sachsen-Anhalt-Tag in Eisleben.
Bildrechte: MDR/Gaby Conrad
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Etwa 1.500 Menschen sind zur Eröffnung auf den Markt gekommen. Oberbürgermeisterin Jutta Fischer freut sich: "Das war ein wunderbarer Auftakt. Wenn die Menschen mitmachen, ist das immer sehr schön." Doch insgesamt geht es am ersten Tag sehr gemütlich zu. Von den erwartetet zehntausenden Besuchern noch keine Spur. Gemächlich schlendern die Leute durch die Innenstadt, von einer Bühne zur nächsten, an unzähligen Ständen vorbei.

"Wir haben extra Platz gemacht, um auf der Hauptstraße abzurocken!"

Die Besucher sind aus den unterschiedlichsten Gründen hier. "Spaß und feiern" erhofft sich eine junge Eisleberin, die mit ihren Kindern unterwegs ist. "Morgen gehen wir ohne Kinder", sagt sie. Die beiden Jungs fragen hörbar entsetzt: "Waaas?" Denn Karussells, Luftballons und Süßigkeiten locken die Kinder. Eine Sportgruppe von Rentnern aus dem angrenzenden Saalekreis ist dagegen mehr an Kultur und Politik interessiert. Sie haben schon beim Stand des Landesverwaltungsamts vorbeigeschaut und einen Beutel geschenkt bekommen, mit Politikern gesprochen und auch einer Trommlergruppe zugehört. "Ich persönlich liebe Eisleben", sagt eine Frau aus der fröhlichen Runde.

Eine Bühne, davor eine weite Fläche mit nur wenigen Menschen
Nach der offiziellen Eröffnung war auf dem Festgelände von den Besucherzahlen her noch Luft nach oben. Bildrechte: MDR/Luise Kotulla

Nicht weit entfernt steht die Bühne des Regionaldorfs Harz – Mansfeld Südharz. Dort ist es noch leer. Die Band auf der Bühne ruft: "Kommt nach vorne, wir haben extra Platz gemacht, um auf der Hauptstraße abzurocken!" Denn die Bühne steht mitten auf der Straße in der Innenstadt, nahe Luthers Geburtshaus. Ein paar junge Leute gesellen sich zur Musik, wippen im Takt.

Richtung Abend füllt sich die Lutherstadt Eisleben dann immer mehr. Schon vier Stunden, bevor der Hauptact auf dem Markt spielen wird, sammeln sich die Leute vor der Hauptbühne zum Soundcheck. Die Band "Spirit of Smokie" spielt "Lay Back in the Arms of Someone" an. Auf der Bühne steht auch Dean Barton, Sohn des einstigen Leadsängers von "Smokie". Einige Zuschauer singen schon jetzt mit. Die Sonne bricht immer wieder durch die Regenwolken und es verspricht ein toller Konzertabend zu werden. "Das wird eine stimmungsvolle Nacht", freut sich Ehepaar Witzmann, das gleich am Markt wohnt.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 16.06.2017 | 18:10 Uhr
SACHSEN-ANHALT HEUTE | 16.06.2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/lk

Zuletzt aktualisiert: 16. Juni 2017, 23:18 Uhr

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4 Kommentare

17.06.2017 22:43 aridus 4

Viele der "Kommentatoren" hier könnten sich eigentlich die Arbeit einer Texteingabe sparen, indem sie einfach ein immer passendes "Jammer, jammer, Merkel ist schuld" posten.

17.06.2017 13:35 Nein, das bedarf keiner "Erläuterung" - das erklärt sich von selbst 3

@Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT:
(Die Formulierung Haseloffs ist zwar etwas unglücklich. Aber der Zusammenhang zu "merkelinduzierten europäischen Zuständen" bedarf Erläuterung.)

Nicht wirklich - da reichen die Nachrichten mindestens der letzten zwei Jahre vollkommen aus. Die neuesten diesbezüglichen Informationen sind keine 14 Tage alt. Und die Verantwortung für die Einleitung dieser Entwicklungen trägt Frau Angela Dorothea Merkel, verheiratete Merkel. Das wissen Sie auch ganz genau. Und: Vor weniger als fünf Jahren wäre eine Formulierung, wie sie Haseloff hier in typisch schrecklich daneben gezielter Form verwendet, nicht einmal aufgefallen. Heute hat der geneigte Leser sofort und ohne jeden Umweg eine eindeutige Assoziation und die muss weiss Allah hier nicht "erläutert" werden.


Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT:

"Eine eindeutige Assoziation" scheint in postfaktischen Zeiten als Beleg auszureichen, dass Merkel für erhöhte Terrorgefahr in Europa verantwortlich ist.

17.06.2017 11:13 Das darf nicht wahr sein... 2

(Haseloff: "Die Stimmung ist bombig.")

Das nenne ich angesichts der Eröffnung einer Grossveranstaltung in Terrorzeiten mal eine wirklich feinfühlige, geschmackvolle und sprachlich gelungene Einlassung. Man fasst sich angesichts der Rhetorik dieses Mannes tagtäglich an den Kopf - die Sprache verrät einen Menschen trotz aller Verstellungsversuche immer. Früher oder später.
Hoffen wir, dass die Veranstaltung nicht eingeholt wird von den merkelinduzierten europäischen Zuständen...


Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT:

Die Formulierung Haseloffs ist zwar etwas unglücklich. Aber der Zusammenhang zu "merkelinduzierten europäischen Zuständen" bedarf Erläuterung.

17.06.2017 10:25 Bingo 1

Ein Herr Haseloft sprach von einer "bombigen" Stimmung, man sollte sich überlegen ,welche Worte man in der heutigen Zeit in denn Mund nimmt,nach Attentaten in ganz Europa.