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Hochwasser in Mitteldeutschland : Talsperren in Sachsen voll, kritische Lage an der Weißen Elster

Das Hochwasser in Mitteldeutschland hält die Rettungskräfte weiter in Atem. In Sachsen gilt für mehrere Regionen Katastrophenalarm. In Thüringen hat sich die Situation im Landkreis Sömmerda stabilisiert, dagegen spitzt sie sich in Ostthüringen zu. Heute soll es vierlorts erneut heftig regnen. Das könnte die Situation an der Mulde und der Weißen Elster in Sachsen weiter verschärfen.

Neustes Video zur Lage in Mitteldeutschland

Sachsen: Katastrophenalarm in Chemnitz, Zwickau und Raum Leipzig

Die Hochwasserlage in Sachsen droht sich weiter zu verschärfen. Der Deutsche Wetterdienst warnt für den Süden des Landes vor teilweise unwetterartigen Regenfällen. Betroffen sind das Vogtland, das Erzgebirge, die Stadt Chemnitz sowie Teile des Landkreises Zwickau und der Sächsischen Schweiz. Im Erzgebirge können örtlich bis zu 100 Liter Regen pro Quadratmeter fallen. Das Landeshochwasserzentrum erwartet, dass die Flüsse weiter ansteigen. Für die Hochwassergebiete an der Mulde und der Weißen Elster wird mit der höchsten Alarmstufe 4 gerechnet. Laut Hochwasserzentrum besteht Gefahr für Leib und Leben.

Vor allem die Weiße Elster ist bereits gefährlich angeschwollen. Für die Gebiete um Pegau, Elstertrebnitz und Teile von Zwenkau wurde Katastrophenalarm ausgelöst. Dort gab es erste Evakuierungen. An zwei Messpunkten der Zwickauer Mulde und an der Zwönitz wurde die höchste Alarmstufe ausgerufen. Im Leipziger Land gilt entlang einiger Mulde-Orte Katastrophenalarm. Auch in Teilen des Landkreises Mittelsachsen sowie in der Stadt Chemnitz haben nach dem Dauerregen in der Nacht Katastrophenalarm ausgerufen. Mehrere Straßen in Chemnitz sind wegen Hochwassers gesperrt worden. Laut Polizei betrifft das auch Abschnitte der Bundesstraßen 95 und 180.

Auch in Schwarzenberg stehen Teile der Stadt unter Wasser. In Grimma befürchtet der Krisenstab weitere Überschwemmungen. Der Krisenstab will am Mittag entscheiden, ob die Altstadt vorsorglich evakuiert wird. Der Pegelstand der Mulde steigt wieder, Wasser strömt in die Stadt. In Dresden erreichte der Pegelstand der Elbe am Morgen 5,20 Meter. Das Terrassenufer wurde gesperrt, ebenso die Bundesstraße 6 zwischen Meißen und Niederwartha.

Durch die Regenfälle der vergangenen Tage sind zudem Talsperren im Vogtland und im Erzgebirge vollgelaufen. Die Talsperren Pirk, Stollberg, Sosa und Eibenstock laufen bereits über, die Talsperren Koberbach und Pöhl sind kurz davor. Eine Sprecherin der Landestalsperrenverwaltung sagte MDR 1 RADIO SACHSEN, der neue Regen werde dann direkt in die Flüsse abfließen. Die Behörden vor Ort seien informiert.

Sachsen-Anhalt: Kritische Lage an Weißer Elster bei Zeitz

Auch in Sachsen-Anhalt bleibt die Hochwasserlage angespannt. Nach Angaben der Hochwasserzentrale hat sich die Situation in der Nacht zwar nicht verschlimmert. Allerdings müsse in den nächsten Stunden und Tagen mit deutlich verstärkten Zuflüssen aus Sachsen und Thüringen gerechnet werden. Vor allem über Mulde und Weiße Elster würden dann die Wassermassen nach Sachsen-Anhalt gedrückt. Aber auch an Saale und Weißer Elster wird weiter mit steigenden Pegeln gerechnet. Mittlerweile gilt in Camburg-Stöben, in Naumburg-Grochlitz und in Oberthau die Hochwasserwarnstufe vier. Ein Sprecher des Katastrophenschutzes im Burgenlandkreis sagte, derzeit mache die Weiße Elster bei Zeitz Probleme. Dort gebe es eine Engstelle. Die Situation werde genau beobachtet. Es sei nicht ausgeschlossen, dass es Evakuierungen geben werde. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff und Umweltminister Hermann Onko Aeikens wollen heute in den Burgenlandkreis kommen, um sich ein Bild von der Lage zu machen.

Eine leichte Entspannung gibt es dagegen an der Unstrut und im Harz. Nur an der Bode ist der Pegel unterhalb der Talsperre noch recht hoch. Morgen Nachmittag wird für die Elbe das Pretziener Wehr bei Magdeburg gezogen. Dadurch sollen Schönebeck und Magdeburg vom Hochwasser entlastet werden.

Thüringen: In Greiz drohen Überschwemmungen

In Thüringen hat sich der Schwerpunkt des Hochwassers von der Mitte in den Osten des Landes verlagert. Kritisch ist die Lage vor allem im Altenburger Land und im Landkreis Greiz. Das Lagezentrum des Innenministeriums rechnet damit, dass der Pegel der Weißen Elster in Greiz um 30 Zemtimeter steigen wird. Dann könnten große Teile der Stadt überschwemmt werden. Die Deutsche Bahn hat bereits den Zugverkehr zwischen Greiz und Berga eingestellt, weil ein Gleis unterspült ist. Im Altenburger Land läuft bereits Wasser in die Dörfer Saara und Lehndorf.

An der Gera bei Walschleben im Landkreis Sömmerda geht das Wasser dagegen kontinuierlich zurück. Das teilte der Krisenstab mit. Gestern war der Deich auf einer größeren Länge überspült worden. Der Ort Walschleben selbst war aber nicht gefährdet. Nach Angaben der Polizei haben die aufgeweichten Dämme rund um Erfurt gehalten. Auch ein vom Einsturz bedrohtes Haus in Stadtroda steht noch. Im Wartburgkreis sind wegen des aufgeweichten Bodens mehrere Bäume umgestürzt und blockieren eine Straße. Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht hatte gestern nach der Rückkehr aus China die Hochwassergebiete besucht. Sie lobt die große Solidarität und Hilfsbereitschaft der Menschen. Lieberknecht sagte, es sei das Gebot der Stunde, die Not zu lindern.

Die Wettervorhersage bis Montag

Zuletzt aktualisiert: 02. Juni 2013, 13:10 Uhr

23. Lucas:
Es ist wirklich Krass!! Manche Schule sind offen für Evakuirte!!!! Momentan hat die Weiße Elster in Zeitz 6,30m!!!
03.06.2013
09:40 Uhr
22. Kerstin:
Ich bin aus Leipzig ,wir waren bei den Hochwasser 2002 in Grimma zum Helfen.Und ich möchte mich den anderen anschließen.Meine Gedanken sind bei den vielen auch zum Teil ehrenamtlichen Helfern vor Ort THW und Feuerwehr.Und ich gebe Herrn Sander auch voll Recht raubau an der Natur.Wie heißt es so schön wir brauchen die Natur aber sie braucht uns nicht.Sie holt sich alles zurück.
03.06.2013
01:52 Uhr
21. linchen:
ich wohne in Dresden direkt an der Elbe, mir bleibt die spucke weg wenn ich die Nachrichten sehe und heute mal an der Elbe langspaziert bin. hab das Hochwasser von 02 auch noch in Gedanken, es regnet und regnet und die Elbe steigt ohne Ende, allen Betroffenen wünsche ich viel Kraft und alles gute.
02.06.2013
23:45 Uhr
20. Angelika L.:
Ich Wünsche allen Schnaditzer bei Bad Düben viel, viel,viel Kraft. Angelika L.
02.06.2013
23:35 Uhr
19. pcmic:
Das es immer wieder extrem Wetterlagen geben wird müsste nun langsam jeden klar werden. Aber das man die Talsperren bei jeder Flut zum überlaufen bringt und die Lage zusätzlich verschärft ist mir unverständlich. Es müsste doch möglich sein das Wasser gezielter abzulassen. Vor allen dingen wurde es ja nun lange genug vom Wetterdienst angekündigt das es durch regnet über mehrere Tage.
02.06.2013
22:09 Uhr
18. Marianne:
Ich finde es schlimm was da wieder der Regen anrichtet. Die Menschen tun mir wirklich leid. Bei uns in Mittelthüringen hat sich die Lage zum Glück etwas entspannt. Danke allen freiwilligen Helfern.Die müssten alle Sonderurlaub bekommen.
02.06.2013
20:53 Uhr
17. Anke:
Hallo zusammen, wir wohnen in Zwenkau und haben die Hochwasserlage in Pegau und Elstertrebnitz mit Entsetzen zur Kenntnis genommen - auch das teilweise zwischenzeitlich evakuiert werden musste. Wir haben eine komplett ausgestattete Einliegerwohnung für zwei Personen (ggf. + 1 Kind) und würde diese gerne Hilfebedürftigen zur Verfügung stellen - selbstverständlich unentgeltlich. Wer diesbezüglich Hilfe benötigt, kontaktiert uns bitte
02.06.2013
19:54 Uhr
16. carola:
Ich fühle mit den Betroffenen mit, kann deren Lage gut nachvollziehen. Ich lebe in Dresden und weiß seit 2002 was es heißt wenn das Wasser kommt und alles zerstört. Ich wünsche allen Betroffenen und Helfern viel Kraft und hoffe der Regen verschwindet und schickt die Sonne.
02.06.2013
18:03 Uhr
15. Eva Lorenz:
Döbeln läuft mittlerweile auch voll. der steigerhausplatz ist nicht mehr zu sehen und die burgstrasse läuft voll. und das seit 14:15 Uhr. das Haus meiner Oma ist seit 16:00 Uhr vollgelaufen. und wer wird ihr beim sanieren helfen? niemand ausser wir! Spendengelder kommen ja nicht an!
02.06.2013
17:28 Uhr
14. Erzgebirgler:
Nur paar Fragen: Wieso laufen unsere Talsperren schon wieder über? Wer ist für den Füllstand verantwortlich? Vielleicht sollten die Aufgaben der Sperren neu festgelegt werden.
02.06.2013
16:41 Uhr

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1 (Meldedienst)
2 (Kontrolldienst)
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