Region Halle

Zeitzer Forst : Protest gegen Schießanlage der Bundeswehr

Eine neue Schießanlage der Bundeswehr sorgt für Empörung an der Grenze zwischen Sachsen-Anhalt und Ost-Thüringen. Auf der Anlage im Zeitzer Forst sollen bis zu 26 Soldaten gleichzeitig trainieren können, auch in der Nacht und an Wochenenden. Die Bundeswehr will dort ihre Soldaten für Auslandseinsätze ausbilden lassen.

Bürgerinitiative sammelt Unterschriften

Eine Bürgerinitiative läuft Sturm gegen das Projekt und sammelt Unterschriften. Eines der prominenten Mitglieder ist der ehemalige Oberbürgermeister von Zeitz, Dieter Kmietczyk, der sich seit vielen Jahren für eine zivile Nutzung des Geländes engagiert. Er nennt das Vorhaben der Bundeswehr absurd. "Wir ziehen uns aus Afghanistan zurück und die Bundeswehr wird reduziert - wozu brauchen wir da so eine Schießanlage mit 28.800 Schuss am Tag und 9.600 Schuss in der Nacht?"

Auch der parteilose Bürgermeister der Ortschaft Gutenborn, Uwe Kraneis, gehört zu den Kritikern der Schießanlage. Anwohner hätten Angst und würden wegen des Lärms ihre Lebensqualität und Gesundheit bedroht sehen. Zudem liege nur wenige Kilometer von dem Schießplatz entfernt ein Kinderspielplatz. Aber auch der Tourismus in der Gegend werde leiden, sagt der Bürgermeister. "Ich weiß nicht, ob da jemand spazieren gehen will, wenn im Hintergrund aus Maschinengewehren geschossen wird." Und hinzu kommt noch eins: Kraneis zufolge sollen rund 7.000 bis 8.000 Quadratmeter Wald für den Schießplatz abgeholzt werden.

Soldaten sollen Auslandseinsätze üben

Bundeswehr Auslandseinsatz in Afghanistan
Für Auslandseinsätze sind Schießübungen laut Bundeswehr unabdingbar.

Für den Kommandeur des Panzerpionierbataillons 701 in Gera, Christian Friedl, ist der Schießplatz dagegen eine hervorragende Sache. Bisher müssten die Soldaten, die etwa auf Einsätze im Kosovo und in Afghanistan vorbereitet werden, lange Fahrtwege auf sich nehmen. Der Zeitzer Forst hingegen liege für sie gleich um die Ecke. Nach den Worten von Friedl ist das Schießtraining für die Grundausbildung und die Vorbereitung auf Einsätze im Ausland unabdingbar. "Wenn ich diese Schießausbildung hier vor Ort machen kann, dann verschafft mir das mehr Zeit für die Ausbildung und es ist kostengünstiger."

Dem Kommandeur zufolge sollen nicht nur die rund 800 in Gera stationierten Soldaten die Anlage nutzen, sondern auch Soldaten anderer Standorte, etwa der Kaserne in Weißenfels. Der Übungsplatz und die geplante Schießanlage gehören zwar zur Geraer Pionierkaserne, liegen aber großteils in Sachsen-Anhalt. Daher hat der Burgenlandkreis die Anlage genehmigt. Ein genauer Termin für den Baubeginn steht laut Friedl aber noch nicht fest.

Ehemaliger Übungsplatz der Sowjetarmee

Das rund 2.000 Hektar große Waldgebiet im Süden Sachsen-Anhalts wurde zu DDR-Zeiten von der Sowjetarmee genutzt. Heute übt die Bundeswehr auf einem Teil des Geländes. Bereits nach 1990 formierte sich eine Protestbewegung. Nach Angaben von Ex-Oberbürgermeister Kmietczyk wurden bisher rund 17.000 Unterschriften für eine zivile Nutzung des Waldes gesammelt.

Zuletzt aktualisiert: 10. Februar 2012, 09:56 Uhr

12. Soldat:
Kann mich meinem Vorredner nur anschließen. Das ist wieder mal eine totale Steuerverschwendung. Ich war selbst Soldat und war mehrfach in Ohrdruf auf dem Übungsplatz. Warum schließt man erst den einen und baut dann einen neuen? Welchen Sinn ergibt das? Wahrscheinlich gibt es da wieder ein paar sonder Kredite oder kostenlose Uhrlaube für CDU-Politiker.
10.02.2012
09:54 Uhr
11. quengel:
Warum schließt man den Truppenübungsplatz in Ohrdruf und baut nicht mal 100 km entfernt einen neuen. Ich denke das Geld kann auch sinnvoller eingesetzt werden und in Ohrdruf ist das Gelände nebst dazugehöriger Kaserne groß genug und auch in einem ordentlichen Zustand.
09.02.2012
13:29 Uhr
10. Otto:
Ich habe den 17. Juni 1953 in Halle/Saale, die 2. Okkupation der Tschechoslowakei am 21. August 1968 in Prag erlebt! Sollen die Bef�rworter doch ihren Clan freiwillig f�r Auslandseins�tze anmelden, - aber nicht "Im Namen des Volkes". [...]
09.02.2012
09:00 Uhr
9. cat:
...wie sollen Soldaten Ihr Vaterland verdeitigen u. schützen , wenn diese Prinziepnöler ständig u. immer was zu plappern haben! Übungen egal welcher Art sind zum lernen da ! Ich bin der Meinung das die Bundeswehr das Recht hat, Ihre Wünsche hartnäckig zu vertreten hat.
08.02.2012
22:29 Uhr
8. müller:
wir hatten während der Stationierung der Sowjetarmee keinerlei Mitspracherecht. Aber hattet oder habt Ihr das bei den Amis?
08.02.2012
19:12 Uhr
7. Henry:
Ich stehe voll hinter dem Bau der Schießanlage. Alle wollen sicher Leben und dafür ist auch unsere Bundeswehr zuständig. Unsere Soldaten müssen schließlich üben für den Ernstfall. Ich finde es eine Frechheit dieser Bügerinititative sich gegen Veränderungen zu stellen. Besonders da Sie in der Gemeinde Aga durch Ihr auftreten auch schon Angst und Schrecken verbreitet haben. Erinnern Wir uns nur an das Hochwasser 2002 , da war die Bundeswehr zur Stelle und half vielen Bürgern , Vermögens- und Sachwerte zu retten und sicherzustellen. Viele Bürger der Gemeinde Agha stehen hinter der Bundeswehr.
08.02.2012
18:41 Uhr
6. mattotaupa:
@müller: das wäre eine ziemlich unsinnige idee, da der anfahrtsweg dann schon einiges länger wäre, und noch mehr steuergelder kosten würde. @all: solange der staat sich eine armee leisten will, sollte er diese auch mittels übungen trainieren lassen. ich finde eine übung auf nem schießplatz in der heimat weit besser als die "übungen" beispielsweise der us army rund um die welt. nebenbei ist die standortfrage irgendwie immer wichtig für kommunalpolitiker, da es ja um einnahmen (umsatz, kaufkraft, steuern) in der region geht aber im gegenzug will man diesen wirtschaftsfaktor so beschneiden, daß er sich lieber nach nem anderen standort umsieht? so schön ich intakte und zivil zugängliche wälder mag, bäume und gräser kann ich meiner familie nicht zum essen vorsetzen.
08.02.2012
18:18 Uhr
5. Vertebrat:
... noch ist die Bundesreform nicht umgesetzt. M.E. sollte die Truppe, die vor Ort nicht (mehr) willkommen ist, ihren Standort dorthin verlegen, wo sie willkommen ist. Ja, so etwas gibt es! Dann werden sich manche Spießbürger wundern, wenn vor Ort weniger Steuern eingenommen werden und die regionale Wirtschaftskraft zurück gehen wird. Viel Spaß bei schließenden Geschäften und Schlaglöchern in den Straßen... Merkwürdig nur ist, daß die "Widerständlern" bei den Sowjets nsolche Mätzchen nicht gemacht haben. Wenn man eine Feuerwehr haben will, dann muß man ihnen auch Leitern geben!
08.02.2012
16:58 Uhr
4. Morle:
@Kutscher Das wird logistische Gründe haben.
08.02.2012
16:16 Uhr
3. MÜLLER:
am Starnberger See bei den Reichen und Schönen könnte sie errichtet werden. Net immer nur den Dreck im Osten lassen.
08.02.2012
14:34 Uhr

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