Riebeckplatz in Halle Startschuss für Millioneninvestitionen gefallen

Das gibt es auch nicht alle Tage: In Halle ist der Startschuss für zwei große Bauvorhaben auf einen Schlag gefallen – und das am Tag der Deutschen Einheit. Insgesamt sollen in der nahen Zukunft rund 40 Millionen Euro in zwei Zehngeschosser investiert werden. Oberbürgermeister Bernd Wiegand nennt das einen bedeutenden Schritt für die Zukunft Halles.

Mehrere Männer bei einem Spatenstich am Riebeckplatz in Halle.
Symbolischer Auftakt: Der Startschuss der Bauarbeiten für zwei Zehngeschosser in Halle fiel nach dem Spatenstich am Tag der deutschen Einheit. Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Die Sonne kommt wie bestellt. Kurz, bevor die Runde um den halleschen Oberbürgermeister Bernd Wiegand mit den bereitliegenden Spaten Erde in die Luft schaufelt, ist der Himmel über dem Riebeckplatz aufgeklart. Purer Zufall natürlich – und doch könnte man meinen, die Sonne scheine zur Feier des Tages.

Auf einer Schaufel steht das Wort -Spatenstich- geschrieben, darunter Angaben zum Bau zweier Häuser.
Grund zum Feiern gab es am Tag der Deutschen Einheit in Halle. Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Denn Grund zum Feiern gibt es an diesem Feiertag in Halle reichlich. Zum einen, weil auf dem Marktplatz an 27 Jahre deutsche Einheit erinnert wird. Zum anderen, weil der Startschuss für zwei große Bauprojekte am Riebeckplatz fällt – symbolischer Spatenstich inklusive. Knapp 40 Millionen Euro sind für beide Bauten zusammen veranschlagt, noch in diesem Jahr sollen die ersten Arbeiten beginnen. MDR SACHSEN-ANHALT erklärt, was sich hinter den Projekten verbirgt.

Das zehngeschossige Wohn- und Geschäftshaus

Der Spatenstich ist erfolgt, nun sollen das zehngeschossige Wohn- und Geschäftshaus am Riebeckplatz Stück für Stück in die Höhe wachsen. Das Ziel: 89 "hochmoderne Wohnungen" mit einer Größe von 60 und 70 Quadratmetern und einem Supermarkt im Erdgeschoss. Rund 20 Millionen Euro wird die Hallesche Wohnungsgesellschaft (HWG) in das Gebäude am oberen Boulevard des Riebeckplatzes investieren. HWG-Geschäftsführer Jürgen Marx sagte beim Spatenstich, der Riebeckplatz sei in dreierlei Hinsicht bedeutend für die Stadt. "Er ist einerseits Verkehrsknotenpunkt, verbindet den Hauptbahnhof mit der Altstadt und ist gut genutzter Wohnort", sagte Marx in Anspielung an die 370 Wohnungen, die die HWG aktuell bereits rund um den Platz vermietet.

Marx kündigte weiter an, die entstehenden Wohnungen sollten lichtdurchflutet sein und weitgehend barrierearm, einige komplett rollstuhlgerecht. "Wir gehen davon aus, dass nach Ende der Arbeiten Mitte 2019 auch der Edeka-Markt wieder eröffnen kann", so Marx. Der Supermarkt im alten Gebäudes an gleicher Stelle war der Abrissbirne zum Opfer gefallen. Aktuell klafft auf dem Gelände eine abgesperrte und naturgemäß wenig ansehnliche Baugrube. Ab spätestens November sollen die Arbeiten vor Ort Fahrt aufnehmen. Das Wohn- und Geschäftshaus soll näher an die Leipziger Straße ranrücken als sein Vorgänger. Gebaut werden soll der Zehngeschosser von der Baufirma Papenburg.

Eine Visualisierung zeigt, wie ein Wohn- und Geschäftshaus am Riebeckplatz in Halle künftig einmal aussehen soll.
So soll es einmal aussehen: Die Hallesche Wohnungsgesellschaft lässt am Riebeckplatz ein zehngeschossiges Wohn- und Hochhaus bauen. Am Dienstag fiel der Startschuss. Bildrechte: Hallesche Wohnungsgesellschaft

Das Hotel mit 186 Zimmern

Auch beim weiteren Vorhaben, für das am Dienstag der Startschuss fiel, ist die Firma Papenburg im Spiel – wenn nicht gar im Mittelpunkt des Geschehens. Unmittelbar neben dem Wohn- und Geschäftshaus der HWG will Bauunternehmer Klaus Papenburg nämlich ein Hotel bauen – mit Platz für 186 Zimmer und ebenfalls zehn Stockwerke hoch. Betrieben werden soll das Drei-Sterne-Hotel nach Papenburgs Angaben von der Novum Hotel Group mit Sitz in Hamburg. Die Kette unterhält neben ihren Hotels in Deutschland auch in Ungarn, Tschechien und den Niederlanden Reiseunterkünfte. Als Kosten für dieses Bauprojekt auf der wesentlichen Seite des halleschen Riebeckplatzes wurden laut der Stadt rund 18 Millionen Euro veranschlagt.

Ein Mann überreicht einem anderen Mann eine weiße Mappe mit Dokumenten.
Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand (r.) überreicht Unternehmer Klaus Papenburg die Baugenehmigung. Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Jan Schwarzer, Vertriebschef der Hotelgruppe Novum, kündigte an, das Hotel werde eines der Eigenmarke "Niu" sein. "Es soll ein Haus für die ganze Stadt sein", sagte Schwarzer. So soll die Lobby auch Hallensern offenstehen. Inhaltlich werde sich alles um das Salz drehen, für das die Stadt Halle stehe. "Wir werden ein Storytelling rund um das Salz in das Hotel eingliedern." So sei in der Lobby ein Glasfußboden geplant – der einen Blick auf Salz ermögliche. Auch wolle man beispielsweise die Architektur von Salzkristallen nahebringen.

Bauunternehmer Klaus Papenburg sagte, für seine Firma sei dies ein besonderer Tag. Seit das Unternehmen vor 27 Jahren in Halle und damit in einem neuen Bundesland ansässig wurde, sei der doppelte Spatenstich Auftakt des bislang größten Projekts, das Papenburg in der Saalestadt umsetzen werde. Wie der Unternehmer sagte, sollen die ersten Arbeiten für das Hotel im November beginnen. Dann müssten zunächst Leitungen verlegt werden. Die Baugrube selbst werde voraussichtlich im Dezember ausgehoben sein.

Foto einer Visualisierung eines Hotels, das in Halle gebaut werden soll.
Storytelling und 186 Zimmer: Visualisierung des Hotels, das am Riebeckplatz in Halle entstehen soll Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Schritt in die Zukunft

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand betonte, der Riebeckplatz sei einer der wichtigsten Entwicklungsstandorte der Stadt. "Mit den beiden Bauvorhaben werten wir den Riebeckplatz als Stadteingang entscheidend auf und entwickeln ihn zu einem attraktiven städtischen Ort", so der parteilose Politiker weiter. Rund um den Platz stünden 60.000 Quadratmeter zur Verfügung.

Blick auf eine Baugrube am Riebeckplatz in Halle.
Die Baugrube ist schon ausgehoben: An dieser Stelle soll das Wohn- und Geschäftshaus der Halleschen Wohnungsgesellschaft einmal stehen. Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Wiegand sagte, Halle solle in Zukunft eine Kongressmetropole werden. Dass am Riebeckplatz in direkter Nähe zum Hauptbahnhof nun ein Wohn- und Geschäftshaus sowie ein weiteres Hotel entstehen, sei ein wichtiger Schritt bei der Vorsorge für die Zukunft. "Wir haben das Ziel, die Stärken des Riebeckplatzes in früheren Jahren wieder hevorzubringen", so der Oberbürgermeister. Für dieses Anliegen werde die Stadt ab Mittwoch auch auf der Internationalen Immobilien- und Investitionsmesse "Expo Real" werben. Erst einmal aber feierten die Beteiligten am Dienstag daheim, auf der Baustelle – ein Gläschen Sekt im Anschluss an den Spatenstich inklusive.

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Riebeckplatz Halle
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Halle Saale Riebeckplatz Luftaufnahme
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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 02.10.2017 | 16:30 Uhr

Quelle: MDR/ld

Zuletzt aktualisiert: 03. Oktober 2017, 18:46 Uhr

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2 Kommentare

05.10.2017 13:36 Fritz Heckert 2

@1 - dann guck mal ins Stadtmuseum, da kannst du noch eine Vielzahl anderer schicker Spaten begutachten (z.B. auch Stadionneubau etc.) :-)

03.10.2017 19:18 flor sk 1

Für sowas werden wohl extra Spaten hergestellt bzw bedruckt ? Wahnsinn, sind die alle wichtig.