Absperrgitter stehen vor einem Gebäude
Die Absperrgitter vor dem Sozialamt hielten dem Ansturm nicht statt. Bildrechte: MDR/Stefan Bringezu

Sicherheitsmitarbeiter verletzt Tumult vor dem Sozialamt Halle

Absperrgitter stehen vor einem Gebäude
Die Absperrgitter vor dem Sozialamt hielten dem Ansturm nicht statt. Bildrechte: MDR/Stefan Bringezu

Vier Mitarbeiter einer privaten Wachschutzfirma sind am Montag im halleschen Sozialamt verletzt worden. Nach Polizeiangaben erlitten sie Prellungen und Hautabschürfungen, als sie versuchten, sich rund 100 Sozialhilfeempfängern, überwiegend Syrer und Afrikaner, in den Weg zu stellen. Sie wollten kurz vor den regulären Bürozeiten in die Behörde gelangen.

Weder Absperrgitter noch die insgesamt sechs Mitarbeiter waren dem Ansturm gewachsen. Auslöser war nach Polizeiangaben offenbar, dass einige Menschen an der Schlange vorbeiliefen, ohne sich anzustellen. Neben Geld- und Gutscheinauszahlungen werden in dem Sozialamt auch andere Anliegen bearbeitet. Dafür muss man sich nicht anstellen. Die Aktion sorgte für Unverständnis, vermutet die Polizei, und führte schließlich dazu, dass die Sozialhilfeempfänger in das Gebäude drängten.

Polizei beruhigt Menschenmenge

Die Polizei rückte gleich mit mehreren Funkwagen an. Den Beamten gelang es, die Menschenmenge mit Worten zu beruhigen. Für Sozialhilfeempfänger war am Montag Zahltag. Deshalb standen bereits vor der Öffnung insgesamt 300 Männer und Frauen vor dem halleschen Sozialamt.

Wie vor Ort zu erfahren war, fühlen sich die Mitarbeiter derzeit ziemlich alleingelassen. Die Stadt will nun reagieren. Sie hat angekündigt, künftig mehrere Tage für die Auszahlung von Sozialleistungen zu nutzen. So soll der Andrang besser reguliert werden. Zudem sollen die Menschen in den Asylunterkünften besser informiert werden, welche Zeitfenster für sie vorgesehen sind.

Zuletzt aktualisiert: 28. September 2015, 19:47 Uhr