Das hallesche Landgericht
Landgericht Halle: Eine Frau ist zu eine Gefängnisstrafe verurteilt worden, weil sie ihr Baby totgeschüttelt hatte. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Urteil am Landgericht Halle Mutter hat Baby totgeschüttelt

Eine junge Mutter hat im November 2014 ihr Baby so heftig geschüttelt, dass es an schwersten Hirnverletzungen starb. Davon ist das Landgericht in Halle überzeugt und verurteilte die Frau zu drei Jahren und neun Monaten Haft.

Das hallesche Landgericht
Landgericht Halle: Eine Frau ist zu eine Gefängnisstrafe verurteilt worden, weil sie ihr Baby totgeschüttelt hatte. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Eine 22-jährige Frau aus Weißenfels ist wegen Körperverletzung mit Todesfolge zu drei Jahren und neun Monaten Gefängnis verurteilt worden. Das Landgericht in Halle sah es als erwiesen an, dass die junge Mutter ihr acht Monate altes Baby im November 2014 so heftig geschüttelt habe, dass das Kind Anfang Dezember in der Universitätsklinik an den Verletzungen starb.

Nach Angaben eines MDR-Reporters hatte die Angeklagte bis kurz vor der Urteilsverkündung zu den Vorwürfen geschwiegen. Erst in letzter Minute räumte sie ein, das Kind kurz geschüttelt zu haben, weil sie dachte es atme nicht mehr. Sie habe das Kind am Morgen im Bett mit hoher Temperatur auf dem Bauch liegend vorgefunden. Danach habe sie Wiederbelebungsversuche gemacht und den Notarzt gerufen.

Gutachten belegen Gewalt deutlich

Die Richter folgten dieser Argumentation nur teilweise. Zu deutlich seien die Ergebnisse der rechtsmedizinischen Gutachten gewesen. Das Kind konnte bei den festgestellten Verletzungen nicht überleben. Zwei Gutachten zur Todesursache und zu den Verletzungen an Gehirn, Augen und Rückenmark belegten die Gewaltanwendung deutlich.

Was genau passiert war, konnte im Prozess nicht geklärt werden. Es gab keine Zeugen und die Angeklagte hatte nur wenige Angaben gemacht. Der Staatsanwalt rückte jedoch vom Totschlagsvorwurf ab und sah die Tat als Körperverletzung mit Todesfolge. Die Strafe ist nach Jugendstrafrecht bemessen. Die Frau hat noch zwei weitere Kinder. Der Verteidiger kündigte an, in Revision zu gehen.

Mehr zum Thema

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 21.08.2017 | 16:30 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 21.08.2017 | 19 Uhr

Quelle: MDR/mp

Zuletzt aktualisiert: 21. August 2017, 17:56 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

1 Kommentar

23.08.2017 16:14 Mona P. 1

Ich werde nie verstehen warum es so geringe Strafen für eine solch schwere Tat gibt :(