Der Schriftzug "Gerichtssaal", aufgenommen im Landgericht Halle/Saale (Sachsen-Anhalt).
Der Prozess wurde am Landgericht in Halle verhandelt. Bildrechte: dpa

Urteil am Landgericht Halle Mehr als zwei Jahre Haft nach Überfall auf Joggerin

Weil er in Halle eine Joggerin überfallen hat, ist ein Mann zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteil worden. Der Vorwurf, die Frau auch sexuell belästigt zu haben, wurde allerdings fallen gelassen.

Der Schriftzug "Gerichtssaal", aufgenommen im Landgericht Halle/Saale (Sachsen-Anhalt).
Der Prozess wurde am Landgericht in Halle verhandelt. Bildrechte: dpa

Wegen des Überfalls auf eine Joggerin in Halle muss ein 38-Jähriger jetzt zwei Jahre und drei Monate ins Gefängnis. Dazu wurde der Mann am Mittwoch vor dem Landgericht Halle verurteilt. Der Vorwurf, die Frau auch sexuell belästigt zu haben, wurde aber fallen gelassen.

Ursprünglich wurden dem Mann sexuelle Nötigung und Diebstahl vorgeworfen. Laut Anklage soll er die Joggerin im April auf der Rabeninsel angesprochen und sie gefragt haben, ob sie mit ihm Sex haben wolle. Sie habe verneint und wollte weiterlaufen, doch der Angeklagte habe sie festgehalten und versucht, sie in ein Gebüsch zu ziehen. Die Joggerin habe sich gewehrt und nach ihrem Handy gegriffen. Daraufhin habe der Anklagte von der Frau abgelassen, sich ihr Handy gegriffen und sei damit verschwunden.

Sofort von der Frau abgelassen

Beim Urteil hat das Gericht den Angaben eines MDR-Reporters zufolge aber nun vom Vorwurf der sexuellen Nötigung abgelassen. Demnach hat die Joggerin den Überfall relativ gut überstanden. Verletzungen hatte sie keine. Zudem hatte der Mann sofort von ihr abgelassen als sie sich wehrte.

Weil er ihr aber das Handy entriss und damit geflüchtet war, wurde er nun wegen Raubes verurteilt. Er hatte vor Gericht eingeräumt, es auf das Handy abgesehen zu haben, weil er Geld für seine Drogensucht brauchte. Der 38-Jährige ist seit etwa sechs Jahren abhängig von Crystal Meth. Deshalb ist er neben der Haftstrafe auch in eine Entzugsklinik eingewiesen worden.

Süchtig nach Crystal

Der Mann war vor 18 Jahren mit Frau und Kind aus Serbien nach Deutschland gekommen. In seiner Kindheit und Jugend hat er nie eine Schule besucht. Zwar hat er in Deutschland halbwegs Deutsch gelernt, aber er kann weder lesen noch schreiben. In den ersten Jahren hat er sich mit Jobs auf Baustellen durchgeschlagen. Doch seit seiner Drogensucht ist die Bindung zu Frau und Nachwuchs zerbrochen. Er hat zudem eine ganze Reihe von Vorstrafen wegen Körperverletzungen oder Bedrohungen auf dem Konto. In die zwei Jahre und drei Monate Haft sind auch mehrere Geldstrafen aus der letzten Zeit mit eingeflossen.

Quelle: MDR/cw

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 06. Dezember 2017 | 12:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 06. Dezember 2017, 12:38 Uhr

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3 Kommentare

07.12.2017 13:37 Mediator 3

Fast könnte man glauben es gäbe keine deutschen Drogenabhängigen, die zur Finanzierung ihrer Sucht kriminell werden.

Fast könnte man meinen es gäbe keine Deutschen denen es sowohl an Wissen und Kompetenzen mangelt um einen vernünftigen Job zu finden.

@2: Hauptsache ohne Sinn und Verstand gegen Ausländer gehetzt. So sind halt die Rechtspopulisten. Erst eine richtige Aussage anderer so umformulieren dass diese keinen Sinn mehr macht und dann so tun, als hätte nicht man selbst diesen Unsinn behauptet sondern die anderen.

@1: Was glauben sie wohl, warum im StGB für eine Straftat eine Strafrahmen und nicht eine fixe Zahl an Jahren im Gefängnis vorgegeben ist. Das hat wohl damit zu tun, dass die Tat selbst und die Umstände der Tatbegehung zu würdigen sind. Also sparen sie sich ihre Stammtischsprüche. Sie müssen mit dem Urteil nicht einverstanden sein, aber da stellt sich mir die Frage worauf sich ihre Bewertung gründet? Auf diesen MDR Artikel? Wozu brauchen wir überhaupt Juristen?

ANMERKUNG MDR SACHSEN-ANHALT:
Mit pauschalen Vorverurteilungen wie in Ihrer Anmerkung zu Kommentar 2 helfen Sie niemandem weiter.

06.12.2017 15:32 Ein Facharbeiter also 2

"Zwar hat er in Deutschland halbwegs Deutsch gelernt, aber er kann weder lesen noch schreiben."

Na ja, die für ihn und seinesgleichen wichtigsten Fragen kann er offensichtlich problemlos fomulieren. Da Sprachkompetenz ja zweifellos und durch diesen "Vorfall" belegt vorhanden ist, fragt man sich natürlich, wieso der Mann nicht an der MLU eingeschrieben ist? Offensichtlich ist der Facharbeitermangel doch noch nicht gross genug.

06.12.2017 15:28 Na, das ist relativ nicht so schlimm. 1

(Demnach hat die Joggerin den Überfall relativ gut überstanden. Verletzungen hatte sie keine. Zudem hatte der Mann sofort von ihr abgelassen als sie sich wehrte.)

Na, dann ist das relativ nicht so schlimm - andere parken relativ Einfahrten zu oder sind mehr oder weniger relativ in der SPD. Da wollen wir mal nicht so relativ streng sein, ist ja auch nur eine relativ normale Frage unterwegs, nicht wahr, hör' ich jeden Tag: "Moin moin, na, relative Lust auf relativen Sex mit mir? Nicht, na dann, relativ schönen Tag noch" - wer will dem Frager daraus einen Strick drehen. Vor allem, wenn er aus einem relativen Kulturbereich stammt, in dem die Menschenrechte relativ anerkannt relativ vollkommen durchgesetzt sind, wie man in Den Haag relativ sehr gut weiss.

Der gute Mann hat relativ Glück gehabt - ich bin auch relativ oft auf der Rabeninsel unterwegs und relativ hilfsbereit. Was ich meinen Mitbürgern auch relativ nachdrücklich empfehlen möchte.