Über einem Verkehrsschild hängt ein Hinweisschild auf Videoüberwachung. Im Hintergrund ist ein Park zu sehen.
Der Stadtpark Naumburg wird künftig mit Kameras überwacht. Bildrechte: MDR/André Seifert

Öffentliche Sicherheit Videoüberwachung startet in Naumburg

Achtung Kamera! Plätze in Naumburg werden bald mit Videokameras überwacht. Damit will die Polizei Touristen besser vor Dieben und Randalierern schützten und das Sicherheitsempfinden erhöhen. Als Grund für die Maßnahme wird ein Anstieg von Straftaten wie Diebstahl und Körperverletzung angegeben. Der Nutzen der Videoüberwachung für die Verbrechensbekämpfung wird immer wieder diskutiert.

Über einem Verkehrsschild hängt ein Hinweisschild auf Videoüberwachung. Im Hintergrund ist ein Park zu sehen.
Der Stadtpark Naumburg wird künftig mit Kameras überwacht. Bildrechte: MDR/André Seifert

In Teilen von Naumburg gibt es bald eine Videoüberwachung. Kameras wurden bereits installiert. Die Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd teilte mit, drei Kameras seien am Stadtpark und am Lindenring aufgebaut worden. Mit der Videoüberwachung wolle man Straftaten verhindern und aufklären sowie das Sicherheitsempfinden erhöhen. Wenn keine Straftat aufgezeichnet wurde, werden die Bildaufnahmen nach drei Tagen automatisch gelöscht.

Nach Angaben der Polizei können auf den Aufnahmen keine Einzelpersonen identifiziert werden. Erst bei einem konkreten Fall, wie der Verdacht auf eine Straftat oder in einer Gefahrensituation, werde das Material so vergrößert, dass eine Identifizierung von Menschen möglich sei.

Anstieg von Straftaten an zentralen Plätzen

Auf die Videoüberwachung weisen Schilder hin. Die Überwachung gilt zunächst für zwölf Monate und wird regelmäßig überprüft. Vor allem Touristen wolle man durch die Maßnahmen schützen, so die Polizei. Im ersten Quartal 2017 hätten sich 35 Straftaten an den beiden zentralen Plätzen ereignet. Das seien etwa ein Drittel mehr Straftaten als im Vorjahreszeitraum.

Überwachung in zehn Städten

Schild Videoüberwachung
Schilder wiesen auf die Überwachung hin. Bildrechte: IMAGO

Auch in Bernburg soll ein Ort in der Innenstadt künftig per Kamera überwacht werden. Darauf hatte die Stadt gedrängt, nachdem mehrfach Passanten attackiert wurden. Außerdem werden künftig mehr Beamte auf dem Karlsplatz in Bernburg unterwegs sein.

In Magdeburg werden bereits der Bahnhofsvorplatz, die Julius-Bremer-Straße und der Hasselbachplatz überwacht. Auch in Halle filmen Kameras Teile des Riebeckplatzes, des Südparks und des Markts.

Außerdem werden in Merseburg, Eisleben, Wittenberg, Oschersleben, Burg und Gardelegen Plätze und Straßen von der Polizei gefilmt.

Diskussion um Nutzen von Videoüberwachung

Der Nutzen der Videoüberwachung ist umstritten und wird immer wieder diskutiert. Vor allem die mögliche Nutzung von Technologien wie die sogenannte "intelligente" Überwachung, eine  automatische Gesichtserkennung, wird von Datenschützern kritisiert.

Der Landesdatenschutzbeauftragte Harald von Bose hatte nach dem Anschlag in Berlin im Dezember 2016 den Nutzen von Videoüberwachung zur Straftatbekämpfung bezweifelt. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT, dass überwiegend unverdächtige Menschen erfasst werden und Tatorte sich meist nur verlagern würden.

Die Polizei wertete die bisherige Überwachung öffentlicher Räume per Video jedoch als Erfolg. Nach Angaben der Polizeidirektion Nord tritt durch die Kameras ein Abschreckungseffekt ein. Dieser lasse aber nach einiger Zeit nach.

Mehr zum Thema:

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 10.08.2017 | 7:30 Uhr

Quelle: MDR/mp

Zuletzt aktualisiert: 10. August 2017, 13:35 Uhr

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7 Kommentare

10.08.2017 01:22 Agnostiker 7

@ 1: Der demokratische Polizeistaat dient nur "unserer Sicherheit".

Die Menschen, die "zu uns gekommen sind um zu bleiben", haben "unseren" Politikern genau das gebracht, was zum Erhalt von deren Demokratie "wertvoller als Gold" ist. ;)

10.08.2017 16:53 FSee 6

Mich würde interessieren, ob die erhöhte Polizeipräsenz in Naumburg in den vergangenen Wochen nun wieder reduziert wird und was diese gebracht hat. Zieht man die Kräfte jetzt wieder ab und montiert statt dessen Videokameras? Und wer schreitet ein, wenn die Kameras Straftaten dokumentieren? Also: Echte Hilfe oder Feigenblatt?

10.08.2017 15:21 Jürgen 5

Ein Staat löst sich auf - und filmt dies.

10.08.2017 11:37 REXt 4

Kameras u. wer beschützt die Bürger? Oder ist das alles so gewollt? Diesen Parteien CDU/SPD /LInke u. Grünen kann man nichts mehr glauben!!!!! Der Staat kann schon lange nicht mehr sein Bürger schützen, der Kontrollverlust zieht schon große Kreise, deshalb AFD wählen!

10.08.2017 11:31 roca remeed 3

Ja, ja, unsere guten alten Städte rüsten auf, wie nie zuvor! Wo kommen nur auf einmal die vielen Diebe und Randalierer her, dass sogar die Polizei schon zu den "Angstgetriebenen" zu gehören scheint, die die Böckler-Stiftung jetzt überall ausgemacht hat. Vielleicht sollten die Städte den Stiftung-Experten mal eine Studie in Auftrag geben, die über die Ursachen d i e s e r Ängste Auskunft gibt. Einen Lösungsschritt hat die Stiftung ja schon angetippt: sie hat richtig listig Werbung für die AfD gemacht - nun kann ich ganz beruhigt AfD wählen und damit auch der alt-ehrwürdigen sympathischen Stadt Naumburg etwas Gutes tun.

10.08.2017 09:57 Bingo 2

Heute wird um jetes Volksfest, wenn möglich ein Zaun aufgestellt, Kameras werden an vielen Orten aufgestellt,Polizisten und Richter fehlen angeblich. Warum eigentlich ?? Das hat natürlich nichts mit der Politik der offenen Grenzen oder der Flüchtlinspolitik von Merkel zu tun. Nein,nein die Union von CDU/CSU ist nähmlich der Garant der "inneren Sicherheit" in Deutschland. Wers glaubt??

10.08.2017 08:23 Clown Ferdinand 1

Ich begrüße diesen Weg: Grenzen auf und Städte/Bürger überwachen.