Nahaufnahme von Wachsfigur Bischof Julius von Pflug
Lebensecht: Bischof Julius von Pflug kehrt als Wachsfigur nach Zeitz zurück. Bildrechte: MDR/Stephan Weidling

Julius von Pflug als Besuchermagnet Ein Bischof kehrt nach Zeitz zurück

Zeitz wird um eine Sehenswürdigkeit reicher: Bischof Julius von Pflug kehrt in seine Stadt zurück – als Wachsfigur. Pflug gilt als Vordenker der Ökumene. Die Figur ist der Höhepunkt einer Ausstellung im Schloss. Neben historischer Altstadt, Kinderwagenmuseum und dem unterirdischen Zeitz gibt es damit einen weiteren Anreiz, die Domstadt zu besuchen.

Nahaufnahme von Wachsfigur Bischof Julius von Pflug
Lebensecht: Bischof Julius von Pflug kehrt als Wachsfigur nach Zeitz zurück. Bildrechte: MDR/Stephan Weidling

Zetti Knusperflocken, Zekiwa Kinderwagen und Schloss Moritzburg – Zeitz hat viel zu bieten. In diesem Jahr feiert die Stadt ihr 1050. Jubiläum. Während der Reformationszeit hat Martin Luther dort seine Spuren hinterlassen. Zur selben Zeit hat auch ein anderer berühmter Geistlicher in der Stadt gewirkt: Bischof Julius von Pflug (1499-1564). Er hat Kaiser und Papst beraten und sich ein Leben lang für die Einheit der Kirche eingesetzt. Deshalb gilt er als Vordenker der Ökumene.

Anlässlich des Reformationsjubiläums widmet das Schloss Moritzburg von Pflug ab Pfingsten eine Sonderschau. Der Höhepunkt ist eine lebensgroße Wachsfigur des Bischofs, die am Mittwoch präsentiert wurde. Die Besucher der Ausstellung sollen so hautnah in sein Leben eintauchen können.

Möglichst menschlich, nicht zu starr

Künstlerin Lisa Büscher arbeitet an der Wachsfigur Bischof Julius von Pflug
Lisa Büscher rückt die Wachsfigur zurecht. Bildrechte: MDR/Stephan Weidling

Erschaffen wurde die Figur von Berliner Künstlerin Lisa Büscher. Sie hat bereits Charaktere aus dem Märchen "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" nachgebildet. Die Figur des Bischofs möglichst menschlich und nicht zu starr zu gestalten, ist  dabei gar nicht so einfach, wie Büscher MDR SACHSEN-ANHALT erklärte.

Es ist eine Herausforderung, wenn wir fünf starre Bilder haben, dass man beispielsweise einen interessanten Gesichtsausruck modelliert.

Lisa Büscher, Künstlerin

Aber er solle ja freundlich auf seine Besucher, die ihn dann im Museum sehen werden, zugehen. Deswegen wurde ihm ein leichtes Lächeln ins Gesicht modelliert, obwohl das nicht auf den Bildern zu sehen ist. Das wiederum machte das Projekt für Büscher etwas leichter. Bei noch lebenden Persönlichkeiten seien kleine Fehler auffälliger, erklärt die Künstlerin.

Die Haut, die man sieht, ist Büschner zufolge aus Silikon gemacht. Die Haare seien Echthaare – eine Mischung aus Menschenhaaren und Tierhaaren. "Für die Haupthaare benutzen wir einfach echtes Menschhaar, damit das möglichst natürlich fällt. Und im Bartbereich ganz gerne Büffel. Das ist ein bisschen dicker als normales Menschenhaar." Um die ganz feinen Haare zu imitieren, wie bei Augenbrauen oder Wimpern, seien Nerzhaare genutzt worden.

Bischof Julius von Pflug Eine Wachsfigur wird Schlossherr

Wachsfigur Bischof Julius von Pflug im nachgestellten Arbeitszimmer
Die Wachsfigur des Zeitzer Bischofs Julius von Pflug zieht ins Schloss Moritzburg. Bildrechte: MDR/Frank Nowak
Wachsfigur Bischof Julius von Pflug im nachgestellten Arbeitszimmer
Die Wachsfigur des Zeitzer Bischofs Julius von Pflug zieht ins Schloss Moritzburg. Bildrechte: MDR/Frank Nowak
Die Grabplatte von Bischof Julius von Pflug im Dom der Moritzburg zu Zeitz
Der Bischof hat zur Zeit der Reformation in der Dom- und Residenzstadt gewirkt und verstarb im Jahr 1564 dort. Bildrechte: IMAGO
Nahaufnahme von Wachsfigur Bischof Julius von Pflug
Von Pflug hat Kaiser und Papst beraten. Er hat sich für die Einheit der Kirche eingesetzt und gilt heute als Vorreiter der Ökumene. Bildrechte: MDR/Stephan Weidling
Künstlerin Lisa Büscher arbeitet an der Wachsfigur Bischof Julius von Pflug
Künstlerin Lisa Büscher hat den Bischof als Wachsfigur nachgebildet. Bildrechte: MDR/Stephan Weidling
Die Hand der Wachsfigur Bischof Julius von Pflug mit seiner Brille
Die Figur ist aus Silikon und fühlt sich täuschend echt an. Bildrechte: MDR/Stephan Weidling
Das Museum Schloss Moritzburg Zeitz
Ab Pfingsten ist die Bischofsfigur Höhepunkt der Sonderausstellung "Dialog der Konfessionen: Bischof Julius Pflug und die Reformation" im Zeitzer Schloss Moritzburg. Bildrechte: MDR/Stephan Weidling
Bibliothek im Schloss Moritzburg von Zeitz
Damit die Besucher ins Leben des Geistlichen eintauchen können, wurde seine wertvolle Bibliothek im Schloss wieder hergerichtet. Bildrechte: MDR/Stephan Weidling
Aufgeschlagenes historisches Buch aus der Bibliothek im Schloss Moritzburg Zeitz
Fast jedes Buch enthält Bemerkungen von Pflug selbst.

Dieses Thema im Programm:
MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 20.04.2017 | 10:10 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 20.04.2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/mh
Bildrechte: MDR/Stephan Weidling
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Sonderausstellung ab Pfingsten

Die Wachsfigur ist aber nur ein Höhepunkt der Sonderausstellung. Damit die Besucher in das Leben Pflugs eintauchen können, wurde im Torhaus des Schlosses auch sein Gelehrtenzimmer wieder hergerichtet – mitsamt seiner einzigartigen Privatbibliothek, die zu den wertvollsten des Reformationszeitalters gehört. Fast jedes Buch enthält Bemerkungen von Pflug selbst. Eine der unzähligen Kostbarkeiten ist ein im Original erhaltener Thesendruck von Luther.

Die Ausstellung "Dialog der Konfessionen: Bischof Julius Pflug und die Reformation" öffnet zu Pfingsten auf Schloss Moritzburg ihre Pforten.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 20.04.2017 | 10:10 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 20.04.2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/cw/mh

Zuletzt aktualisiert: 20. April 2017, 16:08 Uhr

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