Luftaufnahme einer alten Scheune auf dem Gelände der Franckeschen Stiftungen
Unter anderem soll diese alte Scheune wieder schick gemacht werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Franckesche Stiftungen in Halle "Ein großes Wiederaufbauwerk zum Abschluss bringen"

Eine ehemalige Druckerei, zwei alte Scheunen: Mit der Sanierung dieser Gebäude wird der Wiederaufbau der historischen Schulstadt August Hermann Franckes in Halle nach fast 30 Jahren abgeschlossen. 2018 beginnt die Instandsetzung der restlichen drei der insgesamt 50 Gebäude.

Luftaufnahme einer alten Scheune auf dem Gelände der Franckeschen Stiftungen
Unter anderem soll diese alte Scheune wieder schick gemacht werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Franckeschen Stiftungen in Halle werden weiter saniert. Dafür sind am Montag in Halle die Pläne vorgestellt worden. Bis 2020 sollen die frühere Druckerei der Stiftungen sowie zwei Scheunen mit Mitteln des Bundes und des Landes instandgesetzt werden. Damit wäre der Wiederaufbau der historischen Schulstadt des Theologen und Pädagogen August Hermann Francke abgeschlossen – nach fast 30 Jahren. Die Schulstadt war im 17. Jahrhundert gegründet worden und wird seit dem Jahr 1990 saniert. Alle Arbeiten zusammen sollen insgesamt 150 Millionen Euro kosten.

Eine Einrichtung, die in dieser Form einzigartig ist

Der Leiter der Franckeschen Stiftungen, Thomas Müller-Bahlke, sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Dass wir ein großes Wiederaufbauwerk nach Jahrzenten zum Abschluss bringen können – etwas Besseres können sich die Franckeschen Stiftungen gar nicht wünschen."

Thomas Müller-Bahlke, Leiter der Franckeschen Stiftungen und Staatsminister Rainer Robra, Chef der Staatskanzlei und Minister für Kultur auf dem Dachboden einer alten Scheune
Sind froh, dass die Sanierung vorankommt: Kulturminister Robra (l.) und Stiftungsleiter Müller-Bahlke. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Man sei dem Land und dem Bund aus tiefstem Herzen dankbar. Das Sanierungsprojekt zeige, wie hoch die Franckeschen Stiftungen als  kulturelle, als wissenschaftliche und als soziale Einrichtung angesehen seien. "Jeder, der die Franckeschen Stiftungen aus der Wendezeit kennt, weiß, dass es sich um ein sehr heruntergekommenes, fast ruinenhaftes Feld gehandelt hat", ergänzte Müller-Bahlke.

Auch Staatskanzlei-Chef und Kulturminister Rainer Robra unterstrich vor Ort die Bedeutung der Stiftungen. "Sie strahlen weltweit aus und sind eine Einrichtung, die in dieser Form einzigartig ist", sagte er bei der Vorstellung der Sanierungspläne.

Bemühungen um den Welterbestatus

Zu den drei Gebäuden gehört die ehemalige Druckerei, die 1744 als Magazin für die 1710 gegründete Cansteinsche Bibelanstalt errichtet wurde. Ziel war es, die Idee des Reformators Martin Luther mit der Druckerei in die Tat umzusetzen: die Bibel für alle Menschen zur Verfügung zu stellen. 10 Millionen Bibeln wurden hier bis 1938 gedruckt. Nach der Sanierung soll die Druckerei als Archiverweiterung der kulturhistorischen Sammlung und für museumspädagogische Angebote genutzt werden.

Zudem werden zwei frühere Feldscheunen für Bildungs- und Freizeitangebote saniert. Früher wurden in den Gebäuden die Ernten für die Selbstversorgung der Schulstadt eingelagert.

Fassade des alte n Druckerei Haus 52/53 der Franckeschen Stiftungen
Diese ehemalige Druckerei soll ebenfalls saniert werden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auf dem 14 Hektar großen Fachwerkareal der Franckeschen Stiftungen sind heutzutage verschiedene Schulformen, Sozial-, Betreuungs- und Freizeiteinrichtungen für Kinder, Familien und Senioren sowie Bibliotheken und Forschungsstätten untergebracht. Auch die Bundeskulturstiftung hat auf dem Gelände ihren Sitz.

Die Franckeschen Stiftungen bemühen sich um die Anerkennung als Unesco-Weltkulturerbe. Anfang 2016 war ein Antrag für die Welterbeliste vorerst jedoch zurückgezogen worden.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 20.03.2017 | 16:30 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 20.03.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. März 2017, 20:57 Uhr

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