Ein Mann steht 2014 in einer Ausstellung im Elternhaus von Martin Luther
Mansfelds Museum zum Elternhaus von Martin Luther zieht Touristen an. Bildrechte: dpa

Zwischenbilanz zum Reformationsjubiläum "Ein Zuviel an Martin Luther"

Nicht nur in Wittenberg wird das Jubiläum des Thesenanschlags gefeiert. Auch im Süden Sachsen-Anhalts wollen Städte mit Luther-Bezug von mehr Touristen profitieren. Eine Zwischenbilanz aus Eisleben, Mansfeld und Zeitz.

Ein Mann steht 2014 in einer Ausstellung im Elternhaus von Martin Luther
Mansfelds Museum zum Elternhaus von Martin Luther zieht Touristen an. Bildrechte: dpa

Neue Museen und Sonderausstellungen im Süden Sachsen-Anhalts: Auch abseits von Wittenberg ist das Jubiläum der Reformation zu spüren. Eisleben und Mansfeld können mit dem Geburts- beziehungsweise Elternhaus Martin Luthers deutliche Touristenzuwächse verzeichnen. Die Stadt Zeitz setzt in einer Sonderausstellung im Schloss nicht auf die Person Luthers, sondern auf einen seiner unbekannteren Gegenspieler: den ökumenischen Bischof Julius von Pflug. Der Andrang der Touristen hält sich dort in Grenzen.

Die Ausstellung um den Zeitzer Bischof, der ebenfalls zur Reformationszeit wirkte, setzt einen ökumenischen Schwerpunkt. Von Pflugs Anliegen sei es gewesen, beide Seiten der Kirchenspaltung miteinander zu versöhnen und einen Dialog zu fördern, erklärt der Stiftsdirektor des Ausstellungsträgers Vereinigten Domstifter, Holger Kunde.

Blick in einen Ausstellungsraum
Die Ausstellung zum Bischof Julius von Pflug hatte bis August 2017 etwa 4.000 Besucher. Bildrechte: MDR/Frank Nowak

Etwa zwei Monate nach Ausstellungseröffnung hätten rund 4.000 Besucher die Zeitzer Ausstellung zu Bischof von Pflug gesehen. Die Rückmeldungen seien "überaus positiv", sagt Kunde. Doch 4.000 klinge erst einmal nicht nach viel, gibt er zu. Er hofft, dass bis Ende der Ausstellung im November noch mehr Gäste nach Zeitz kommen. Nach dem Reformationsjubiläum sei geplant, Teile der Ausstellung wie die Bischofswachsfigur zu erhalten und Julius von Pflug als bedeutende Person von Zeitz weiterhin bekannt zu machen.

Luther, Luther, Luther

Holger Kunde kritisiert, dass im 500-jährigen Jubiläum der Reformation eine "zu starke Fokussierung auf eine Persönlichkeit" stattgefunden habe: auf Martin Luther. Das vermittle ein Bild, das dem vielfältigeren Geschehen zur Reformationszeit nicht angemessen sei. "In der öffentlichen Wahrnehmung ist es ein Zuviel an Martin Luther – und ein zu unkritisches Herangehen an die Person Martin Luther." Luther werde zu einem Quasi-Heiligen gemacht. Die Rolle könne er gar nicht ausfüllen, sagt Kunde.

Dreimal mehr Besucher in Eisleben und Mansfeld

Der Tourismus der Städte Eisleben und Mansfeld hat vom Reformationsjubiläum deutlich profitiert. Laut Chef der Stiftung Lutherstätten Sachsen-Anhalts, Stefan Rhein, haben sich die Besucherzahlen 2017 in den Orten im Vergleich zum Vorjahr fast verdreifacht.  

Das Geburtshaus des deutschen Reformators Martin Luther in der Lutherstraße 16 in Eisleben
Martin Luthers Geburtshaus Bildrechte: dpa

In Mansfeld hat ein Museum zum Haus der Eltern von Martin Luther im Jahr 2014 neu eröffnet. Bis August seien in diesem Jahr bereits 10.700 Besucher nach Mansfeld gekommen, berichtet Rhein. 2016 habe die Besucherzahl bis August bei etwa 4.000 Besuchern gelegen. Zum Vergleich: Vor 2016 konnte Mansfeld laut Rhein jährlich mit höchstens 1.500 Touristen rechnen.

Auch Eisleben, wo das Geburtshaus von Martin Luther steht, hat einen starken Touristenzuwachs erlebt. Bis August 2017 haben bereits 46.600 Gäste aus aller Welt die Stadt besichtigt. Bis zum selben Zeitpunkt im Vorjahr waren es 17.000. Die Besucherzahl hat sich demnach fast verdreifacht.

Internationale Gäste

Rhein freut sich besonders, dass sich auch internationale Gäste die Städte im Süden Sachsen-Anhalts ansehen. Sie kämen beispielsweise aus den USA oder Südkorea, was vor dem Jubiläumsjahr so nicht gewesen sei. "Das ist das Schöne an dem Jahr 2017: Es ist ein internationales Jahr geworden", sagt Rhein.

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 11.08.2017 | 20:00 Uhr

Quelle: MDR/mh

Zuletzt aktualisiert: 11. August 2017, 15:33 Uhr

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3 Kommentare

11.08.2017 00:22 Sabrina 3

Der Luther geht mir so was von am Arsch vorbei.

ANMERKUNG MDR SACHSEN-ANHALT:

Anderen aber nicht.

11.08.2017 17:24 Graf von Henneberg 2

Es gibt Verlautbarungen aus Rom nach denen der Papst am 30.10. der Martin Luther heilig sprechen wird.

ANMERKUNG MDR SACHSEN-ANHALT:

Da fehlen aber ein paar Wunder...

11.08.2017 17:15 Fragender Rentner 1

Nein eher viel zuwenig.

Ist mir noch lieber als etwas anderes.