SACHSEN-ANHALT HEUTE | Heimatkunde : Ohne Sachsen-Anhalt kein Christkind
Der Weihnachtsstollen wurde 1329 in Naumburg erfunden. Knecht Ruprecht stammt aus Cölbigk und auch das Christkind ist Sachsen-Anhalter. Die Idee dazu hatte Martin Luther. Ohne Sachsen-Anhalt sähe das schönste Fest des Jahres komplett anders aus.
Das Christkind kommt aus Sachsen-Anhalt. Es war eine Idee von Martin Luther, der einen Gegenentwurf zum Heiligen Nikolaus schaffen wollte. Nach Angaben des Vereins "Pro Christkind" wollte Reformator Luther damit der Heiligenverehrung der Katholiken entgegentreten, bei denen der Heilige Nikolaus die Geschenke brachte. Weil es die Geschenke aber auch ohne Heiligen weiter geben sollte, habe Luther im 16. Jahrhundert das Christkind erfunden.
Naumburger, nicht Dresdner Stolle
Mehr als 200 Jahre davor haben Sachsen-Anhalter die Weihnachtsstolle erstmals in eine Urkunde eingetragen. Das soll in Naumburg gewesen sein. Wie die Stadt auf ihrer Webseite schreibt, hat Bischof Heinrich den Naumburger Bäckern im Juli 1329 das Innungsrecht verliehen. Die Naumburger Bäcker hätten im Gegenzug dem Bischof neben anderen Entschädigungen zu Weihnachten zwei lange weiße Brote, genannt Stolle, geliefert. In dieser Urkunde, die heute im Naumburger Stadtarchiv aufbewahrt wird, findet sich erstmalig die Bezeichnung "Stollen" in schriftlicher Form.
Knecht Ruprecht kommt aus dem Salzlandkreis
Den Knecht Ruprecht beansprucht die Stadt Bernburg für sich. Er soll im 11. Jahrhundert als Pfarrer in dem winzigen Dörfchen Cölbigk gelebt und gepredigt haben. Am Heiligen Abend im Jahr 1020 soll er heidnische Bauern schwer bestraft haben. Auch nach seinem Tod habe er der Legende nach immer zur Weihnachtszeit am nahegelegenen Flüsschen Wipper gespukt. Heidnische Bauern lockte er in den Tod, den Gottesfürchtigen aber war er gnädig. Über die Zeit änderte sich der Aberglauben, und weil er zur Weihnachtszeit erschien, wandelte er sich vom Dämon zum Kinderschreck Knecht Ruprecht, der die braven Kinder belohnt und die bösen bestraft.
Außerdem zu Weihnachten in Sachsen-Anhalt
Auch das Weihnachtslied "Süßer die Glocken die klingen" stammt aus unserem Land. Der Lehrer Friedrich Wilhelm Kritzinger dichtete den Text um 1860 in Droyßig im Burgenlandkreis.
In der Dorfkirche von Polenzko im Landkreis Anhalt-Bitterfeld steht Deutschlands größte Weihnachtskrippe. Maria und Joseph sind drei Meter hoch und auch das Jesuskind ist für ein Neugeborenes erstaunlich groß.
Brauner Kohl war lange das traditionelle Weihnachtsessen in Anhalt. Wer diese Art Grünkohl verschmähte, bekam angeblich Eselsohren, so der Volksglaube. Auch die Haustiere bekamen am 1. Weihnachtsfeiertag Braunkohl serviert.
In vielen Regionen des Landes spielte Stroh eine wichtige Rolle im weihnachtlichen Brauchtum. So legte man in Werben in der Weihnachtsnacht drei Hafergarben in den Hof, damit im kommenden Jahr die Ernte gesichert sei. In Streetz bei Dessau legten Kinder Stroh für die Schimmel des Christkindes vor die Tür. Wer keines vor die Tür legte, riskierte seine Geschenke.
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