An einem Hang haben Feuerwehrleute Sandsäcke aufgestapelt.
Ein Hang in Langenstein droht abzurutschen und wird mit Sandsäcken beschwert. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß

Hochwasser im Harz Harsleben "läuft voll"

In der Nacht zum Donnerstag hat sich die Hochwasserlage in den meisten Orten im Harz entspannt. Eine Ausnahme ist Langenstein bei Halberstadt. Feuerwehr, THW und Helfer mussten hier die ganze Nacht Sandsäcke schleppen. Ein Hang ist durchweicht. Auch in Harsleben spitzt sich die Lage zu, die Feuerwehr bereitet die Evakuierung einiger Häuser vor.

An einem Hang haben Feuerwehrleute Sandsäcke aufgestapelt.
Ein Hang in Langenstein droht abzurutschen und wird mit Sandsäcken beschwert. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß

Die Nacht zum Donnerstag hat für die meisten Orte im Harz keinen Regen und sinkende Pegelstände mit sich gebracht. Die Lage entspannte sich allerdings nicht in Harsleben. "Der Ort läuft voll", sagte Kai-Uwe Lohse, Leiter der Einsatzstelle beim Landkreis Harz. In der Verbandsgemeinde nordöstlich von Halberstadt werden jetzt Sandsäcke geschleppt, zusätzliche Sandsäcke werden aus Derenburg herangeschafft.

Ein DLRG-Wasserrettungszug unterstützt die Feuerwehr und transportiert Sandsäcke per Schlauchboot. Die Helfer machen sich bereit, tiefergelegene Häuser zu evakuieren und die Bewohner und Haustiere in Sicherheit zu bringen.

Durchweichter Hang in Langenstein

In Langenstein bei Halberstadt ist der Goldbach über die Ufer getreten, am Ölmühlenteich drohte eine Mauer zu brechen. Feuerwehr, THW und etwa 150 Helfer waren in der ganzen Nacht im Einsatz und konnten mit Sandsäcken die meisten Häuser vor Überschwemmungen schützen. Trotz der Mühen brach ein Deich und eine Staumauer, das Wasser ergossen sich in den Ort.

Nach Angaben der Feuerwehr haben die Wassermassen einen Hang durchweicht. "Wir haben das Problem, dass dieser Hang durchaus abzurutschen droht. Auf diesem Hang stehen einige Wohnhäuser," sagt Wehrleiter Thomas Dittmer.

Ein Gabelstapler hebt Sandsäcke auf einen Lkw.
Sandsäcke werden mit Hilfe schwerer Technik verladen. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß

Die ortsansässigen freiwilligen Feuerwehren sind mit ihren Kräften am Ende und haben nun Unterstützung aus dem Salzlandkreis bekommen.

In Halberstadt und Ilseburg bleiben die Feuerwehren im Einsatz. In Benzingerode wurde die Feuerwehr von Soldaten der Bundeswehrkaserne Blankenburg unterstützt.

Zillierbach-Talsperre läuft über

Bei Wernigerode ist die Zillerbach-Talsperre übergelaufen. Laut den Behörden handelte es sich aber nur um geringe Wassermengen von 1,5 Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Das entspreche etwa acht gefüllten Badewannen. Das Wasser fließe nun unterhalb der Staumauer in einen Bach.

Weil es nicht mehr regnet, sinkt auch der Pegel des Zillierbachs. Die Feuerwehr bewerte die Lage als unproblematisch, sagte ein Sprecher des Talsperrenbetriebs.

Nach den Regentagen Aufräumarbeiten und Kampf gegen das Hochwasser

Mitarbeiter der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft DLRG bringen am 27.07.2017 in Harsleben (Sachsen-Anhalt) mit einem Schlauchboot zwei Hunde und einer Bewohnerin ins Trockene
Das Hochwasser macht auch vor Haustieren keinen Halt. In Harsleben mussten Mitarbeiter der DLRG Hunde retten … Bildrechte: dpa
Mitarbeiter der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft DLRG bringen am 27.07.2017 in Harsleben (Sachsen-Anhalt) mit einem Schlauchboot zwei Hunde und einer Bewohnerin ins Trockene
Das Hochwasser macht auch vor Haustieren keinen Halt. In Harsleben mussten Mitarbeiter der DLRG Hunde retten … Bildrechte: dpa
Eine Mitarbeiterin der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft DLRG hält am 27.07.2017 in Harsleben (Sachsen-Anhalt) den erschöpften Jack Russel
… darunter auch Jack Russel "Charly". Bildrechte: dpa
Kleiner Junge läuft mit einem Bollwerwagen an Sandsäcken vorbei.
Bei den Aufräumarbeiten packen alle mit an. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Menschen bilden eine Kette um Sandsäcke zu transportieren.
Mit Menschenketten werden Sandsäcke an den Deich verbracht. Bildrechte: MDR/Roland Jäger
Autos stehen in Harsleben unter Wasser.
In Harsleben steht das Wasser kniehoch. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Eine Straße steht unter Wasser.
Laut Feuerwehr "läuft der Ort voll". Bildrechte: MDR/Marko Litzenberg
Knapp unter einer Brücke fließt ein Fluss entlang.
Das Wasser steht bis kurz unter einer Brücke in Harsleben. Bildrechte: MDR/Marko Litzenberg
Menschen füllen Säcke mit Sand.
Auch in Harsleben fassen viele Menschen mit an, um die Wassermassen einzubremsen. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß
Wasser steht in einer Straße in Halberstadt.
In Halberstadt steht das Wasser zum Teil kniehoch. Bildrechte: MDR/Mara Hellmann
Wassermassen in Halberstadt
Noch immer können viele Flüsse die Wassermassen nicht fassen. Bildrechte: MDR/Roland Jäger
Männer schaufeln Sand in eine Baggerschaufel.
Mit hilfe von Baggern wird der Sand für die Sandsäcke bewegt. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Männer schaufeln Sand in eine Baggerschaufel.
Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Eine Frau zeigt auf ihren Hof, der teilweise unter Wasser steht.
In manchen Häusern steht das Wasser im Erdgeschoss. Bildrechte: MDR/Mara Hellmann
Sandsäcke an überfluteter Straße
In Halberstadt halten die Dämme die Wassermassen noch zurück. Bildrechte: MDR/Roland Jäger
Überfluteter Garten
Die Wiesen und Gärten sind überschwemmt. Bildrechte: MDR/Roland Jäger
Ein Zimmer steht unter Wasser
Das Wasser drang in einige Keller ein. Bildrechte: MDR/Roland Jäger
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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir |27.07.2017 | ab 05:00 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 26.07.2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/ms

Zuletzt aktualisiert: 27. Juli 2017, 14:10 Uhr

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1 Kommentar

27.07.2017 12:04 Dorothea Dunst 1

Liebes mdr - Team, Die Betrichte über das Hochwasser im Harz rufen bei mir die Bilder und Erlebnisse von Saalehochwasser 2013 wach. Wir waren damals auch betroffen. Heute kann ich nicht verstehen warum im Bundesland Niedersachsen Katastrophenalarm ausgelöst wird um effektiv zu helfen und zu mildern,aber in Sachsen - Anhalt passiert nichts. Die Einsatzkräfte vor Ort und die Betroffenen müssen sich mühsam alles selber organisieren. Bitte fragen Sie bei der Landesregierung nach ob nun auch hier Hochwasserschutzkonzepte wirkungsvoll umgesetzt werden müssten.
Dorothea Dunst

ANMERKUNG MDR SACHSEN-ANHALT:
Liebe Frau Dunst, das ist eine sehr berechtigte Frage, die wir zu gegebener Zeit stellen werden. Danke für Ihre Anmerkung.