Hochwasser und Dauerregen Mehr Regen als im ganzen Monat

Der anhaltende Regen hat am Mittwoch für steigende Flusspegel gesorgt, vor allem im Harz. Hier hat es seit Montag fast doppelt so viel Niederschlag gegeben, wie sonst in einem Monat. Aber auch im Norden Sachsen-Anhalts hat es Hochwasseralarm gegeben.

Die Hochwasserlage hat sich im Harz am Mittwochabend entspannt. Der Deutsche Wetterdienst gab Entwarnung. Die Flüsse Holtemme und Ilse führen jedoch weiterhin zu viel Wasser – vielerorts besteht weiterhin Gefahr durch Überschwemmungen. Für beide Gewässer hatte der Landesbetrieb für Hochwasserschutz bis zur vierten von vier Warnstufen ausgerufen.

Überflutung von Silstedt

In Wernigerodes Ortsteil Silstedt war am Mittwochmorgen ein Damm gebrochen. Die angeschwollene Holtemme floss seitdem ungehindert in die Straßen. Der Ortsfeuerwehrleiter Ronny Leseberg sagte MDR SACHSEN-ANHALT, der Ort lief voll. In den Straßen stand das Wasser teilweise einen Meter hoch. Man habe mit der Evakuierung begonnen. Einsatzkräfte hatten Anwohner per Schlauchboot aus den Häusern geholt.

Ein MDR-Reporter berichtete aus Ilsenburg, die Ilse habe sich in eine Art Wasserfall verwandelt. Auf dem Marktplatz stehe das Wasser knöcheltief. Sandsäcke konnten in Ilseburg nicht mehr an Privatpersonen ausgegeben werden, auch private Keller konnten zeitweise nicht ausgepumpt werden.

Aus dem Landkreis Anhalt-Bitterfeld waren 80 zusätzliche Hilfskräfte und 16 Fahrzeuge zur Unterstützung in den Harz geschickt worden. In Wernigerode wurden Helfer gesucht , die helfen sollten, mehrere tausend Sandsäcke zu befüllen.

Unwetter Hochwasser durch Dauerregen im Harz

Die Hochwasserlage bleibt angespannt. Über Nacht waren die Pegel stabil geblieben: An Ilse und Holtemme gilt die Alarmstufe 3. Angespültes Treibgut bereitet weiter Probleme, Keller laufen voll und Teiche schwappen über.

Fluss fließt knapp unter einer Brücke hindurch
Wegen der Wassermassen musste der Strom in Mahndorf über Nacht abgeschaltet werden. Bildrechte: Stadtverwaltung Halberstadt
Fluss fließt knapp unter einer Brücke hindurch
Wegen der Wassermassen musste der Strom in Mahndorf über Nacht abgeschaltet werden. Bildrechte: Stadtverwaltung Halberstadt
Wasser steht knöchelhoch auf einer Straße
In Veltensmühle bei Halberstadt sind Straßen überschwemmt. Bildrechte: Stadtverwaltung Halberstadt
Menschen befüllen Sandsäcke
Die Freiwillige Feuerwehr Sargstedt befüllt Sandsäcke. Bildrechte: Stadtverwaltung Halberstadt
Gesperrte Brücke über der Holtemme in Wernigerode
Die Brücke über der Holtemme in Wernigerode musste gesperrt werden. Bildrechte: Christian Reinboth
Wasser steht auf dem Markplatz von Wernigerode.
Auf dem Marktplatz von Wernigerode steht Wasser. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß
Wasser steht auf dem Markplatz von Wernigerode.
Nach Angaben des MDR-Wetterstudios ist vor allem der Harz von dem anhaltenden Regen betroffen. Bildrechte: MDR/Carsten Reuß
Der Brocken im Nebel
Der Brocken liegt im Nebel. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Auf dem Brocken steht das Regenwasser in Pfützen.
Auf dem Brocken steht das Regenwasser in Pfützen. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Wasser fließt durch den Wald.
Wasser fließt vom Brocken. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Wasser überspült eine Wiese und fließt zur Straße.
Wanderwege und Straßen sind überflutet. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Wasser fließt an einem Ort durch den Wald.
Wassermassen strömen vom Brocken in die Ortschaften. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Aus einem Gully drückt Wasser nach oben.
Das Wasser drückt Gullydeckel nach oben. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß
Eine Straße steht unter Wasser
Im Ortsteil Silstedt in Wernigerode fließt seit Mittwochmorgen das Wasser ungebremst in die Straßen. Bildrechte: MDR/Roland Jäger
Straßen stehen unter Wasser. Sandsäcke sind vor Hauseingängen gestapelt
Aus diesem Stall mussten Kühe und Kälber geholt werden. Bildrechte: MDR/Roland Jäger
Zwei Männer waten durch Wassern und ziehen ein Schlauchboot hinter sich her
In Stilstedt mussten bis zu 200 Einwohner evakuiert werden. Sie werden mit Schlauchbooten aus den Häusern geholt. Bildrechte: MDR/Roland Jäger
Die Holtemme bei Derenburg ist stark angeschwollen.
Die Holtemme bei Derenburg ist stark angeschwollen. Bildrechte: MDR/Jens Malejka
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Rentnerin vermisst

Für die Holtemme galt zwischenzeitlich sogar die höchste Warnstufe, diese wurde aber wieder nach unten korrigiert. In Derenburg zum Beispiel war sie aber weiter stark angeschwollen. Ein Feuerwehrsprecher sagte, dort sei man noch nicht über den Berg.

Von einer seit Dienstag vermissten Rentnerin fehlt noch immer jede Spur. Die 69-Jährige wohnt laut Polizei in der Nähe der Holtemme. Es sei möglich, dass sie in die Holtemme gestürzt ist, sagte ein Sprecher dem MDR. Eine Suche war demnach noch nicht möglich. Anwohner hatten berichtet, die Frau sei in den Fluss gefallen. Am Mittag werde geprüft, ob für die Suche ein Hubschrauber eingesetzt werden kann.

Straßen gesperrt

Die Holtemme in Wernigerode führt große Wassermassen mit sich.
Die Polizei fürchtet, eine Rentnerin sei von der Holtemme fortgerissen worden. Bildrechte: MDR/Pauline Vesting

In der Halberstadter Ortslage Veltensmühle ist die Mahndorfer Landstraße seit Dienstagabend gesperrt, nachdem sie kurzzeitig wieder freigegeben wurde. Der Strom dagegen soll in Veltensmühle wieder eingeschaltet werden, die Halberstadtwerke sind vor Ort, um die Stromzufuhr wieder zu aktivieren. In der Nacht zum Mittwoch musste der Strom aus Sicherheitsgründen abgeschaltet werden.

Wegen des Hochwassers sind die folgenden Straßen gesperrt:

  • Die B244 in Wernigerode und im Bereich Ilsenburg
  • Die Verbingungsstraße zwischen der B244 und Heimburg ist blockiert.
  • Die L85 ist zwischen Wernigerode und Darlingerode nicht befahrbar.
  • Die Ortsdurchfahrt Derenburg

Heftige Regenfälle seit Montag

Seit Montag regnet es in weiten Teilen Sachsen-Anhalts heftig. Nach Angaben des MDR-Wetterstudios ist vor allem der Harz betroffen. Spitzenreiter ist hier der Brocken. Hier fielen seit Montag 238 Liter pro Quadratmeter. Normal sind laut Wetterstudio 140 Liter – im Monat. Auf Platz Zwei und Drei folgen Schierke (150 Liter) und Wernigerode (132 Liter).

Durch den heftigen Regen müssen auch die Betreiber der Rappbode und der Wendefurther Talsperre reagieren. Weil auch in den nächsten Tagen noch mit Regen gerechnet werden muss, müssen die Talsperren Platz schaffen. Deshalb wird in Wendefurth mehr Wasser abgelassen als sonst üblich. Dies sorgt aber dafür, dass auch die Bode ansteigt und Überflutungen drohen. 

Auch der Norden betroffen

Auch im Norden steigen die Pegel: In Tylsen stieg die Salzwedeler Dumme seit Montag um über 80 Zentimeter. Der Landesbetrieb für Hochwasserschutz ruft daher die zweite Hochwasserwarnstufe aus. Leicht steigt auch das Wasser der Jeetze in Sienau. Hier gilt die Alarmstufe 1.

Mehr zum Thema:

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 26.07.2017 | ab 05:00 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 26.07.2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/ms

Zuletzt aktualisiert: 26. Juli 2017, 19:45 Uhr

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6 Kommentare

28.07.2017 19:19 Barbara 6

ja richtig MDR , das darf man auch nicht vor der Wahl, da ja sonst unser Leben vor Jahren noch
gut war, jetzt nicht mehr.

ANMERKUNG MDR SACHSEN-ANHALT:
Natürlich darf man das. Immer wieder gern. Nur wäre es schön, wenn entsprechende Diskussionen bei Artikeln zum Thema geführt würden und nicht unter diesem Beitrag, der ein völlig anderes Thema hat.

28.07.2017 15:09 Barbara 5

@ 2 das hatt doch nunmehr wieder garnichts mit Rassistisch zu tun, sondern mit der Wahrheit kann man das absolut nicht mehr vergleichen, schlimm das es nur noch solche von den Gutmenschen an
Wortschatz gibt, die Aussage ist richtig von mir.
zu 3 stimmt auch wieder nicht, von 10 Asylanten die eine arbeit erhalten sollten, sind 2 davon erschienend, ist Tatsache früh auf stehen geht nicht !!!! realistisch bleiben ist jetzt angesagt.........

ANMERKUNG MDR SACHSEN-ANHALT:
In erster Linie ist angesagt, bitte zum Thema des Artikels zurückzukehren und hier keine Diskussionen über die Asyl- und Flüchtlingspolitik zu führen.

27.07.2017 12:14 Waltraud 4

Ich verfolge mit mit viel Sorgen was aus uns geworden ist. Leider kann ich aus Gesundheitlichen Gründen nicht helfen, ich würde auch Sandsäcke schleppen. Ich frage mich aber immer wieder wo sind unsere Soldaten (leider in Kriegseinsatz) zu DDR Zeiten wurden sie in Katastrophengebieten eingesetzt. Sie halfen mit ihrer Technik bei Überschwemmungen, Schneetreiben, auch bei der Ernte, sie werden ja auch von unseren Steuergelder bezahlt.

27.07.2017 06:19 Hans 3

Warum nun Asylbewerber bei dieser sicher für die Betroffenen schlimmen Hochwasserkatastrophe herhalten müssen, das ist mir ein Rätsel. Ich bin mir sehr sicher, das gerade diese Menschen mithelfen, wenn man sie lässt. Dieses Denkschema im Kopf macht mich betroffen und ich hoffe der Kommentar von Bärbel und mir fühtt zum Nachdenken.

26.07.2017 20:31 Bärbel 2

Hallo Barbara,
Ich denke Du und alle Menschen die gesund sind, egal welche Hautfarbe und wo sie herkommen, sollten mithelfen. Den Rassismus solltest Du weglassen!
Das ist alles schlimm genug, da sind solch sehr bedenklichen Aussagen wohl völlig fehl am Platz.

26.07.2017 18:00 Barbara 1

wir haben genügend Asylanten die eingesetzt werden könnten für all das was sie erhalten an Sozialgeld,
mal sehen wie lange es wieder tauert eh die Betroffenen Geld erhalten, aber da gibt es wo wie immer schwierigkeiten die Leute zu unterstützen.