Eine Wildschweinrotte mit Frischlingen im Wald
Wildschweine treiben sich längst nicht mehr nur in Wäldern umher. Bildrechte: Colourbox.de

Ausbreitung in Städten Jäger: Keine Wildschwein-Plage in Sachsen-Anhalt

Auch in Sachsen-Anhalt trauen sich Wildschweine längst in die Städte. Besonders wohl fühlen sie sich in der Nähe von Gewässern, auf der Suche nach Nahrung pflügen sie Wiesen um. Der Landesjagdverbandes sieht aber keinen Grund zur Panik.

Eine Wildschweinrotte mit Frischlingen im Wald
Wildschweine treiben sich längst nicht mehr nur in Wäldern umher. Bildrechte: Colourbox.de

Sachsen-Anhalt ist aus der Sicht von Jägern von einer Wildschwein-Plage weit entfernt. Das haben Recherchen von MDR SACHSEN-ANHALT ergeben. Zuvor hatte es vermehrt Berichte gegeben, wonach immer mehr Wildtiere die Städte im Land für sich entdecken und erobern. Wilko Florstedt vom Landesjagdverband Sachsen-Anhalt sagte, dass vereinzelte Städte stärker betroffen seien. Dort helfe aber das regulierte Eingreifen, also der Abschuss. Er sei eigentlich verboten. Allerdings gebe es Ausnahmegenehmigungen.

Wildschweine fühlen sich in Städten wohl

Die Schweine treiben sich vor allem in Städten herum, die am Gewässer liegen. Laut Wilko Florstedt vom Landesjagdverband sind daher neben Bitterfeld-Wolfen mit der Nähe zur Goitzsche auch die Elb-Städte Magdeburg und Dessau-Roßlau betroffen. Wildschweine nutzen demnach das Schilf an Gewässern gerne zur Deckung.

Städtjäger in Bitterfeld

Die Städte reagieren unterschiedlich auf die Wildtiere. Von der Stadt Bitterfeld-Wolfen hieß es, nach einer Wildschweinplage vor ein paar Jahren habe man einen Stadtjäger engagiert. Seitdem sei das Problem gelöst. Auch mit Waschbären, Mardern und Dachsen gebe es keine Schwierigkeiten.

Mehr Waschbären in Magdeburg

In Magdeburg gibt es derzeit nach Angaben von Jan Driesnack von der Projektgruppe "Wildtiere" nicht mehr Wildschweine als in den letzten Jahren. Allerdings sei die Population der Waschbären größer geworden. Zu den Wildschweinen sagte Driesnack: "Wir werden sie nie aus der Stadt bekommen und müssen uns mit den Tieren arrangieren." Bei einer Überpopulation helfe letztlich nur Abschuss. Bisher seien in diesem Jahr so drei Wildschweine getötet worden. Die Zeit der Abschüsse starte allerdings auch erst. Weil das Laub von Büschen und Bäumen verschwinde, seien die Tiere nun besser zu sehen. Laut Driesnack leben in Magdeburg derzeit mehrere größere Wildschweingruppen.

Wildschweine auf Schloss Hundisburg

Auf dem Gelände des Schloss Hundisburg bei Haldensleben wurden in diesem Jahr erstmalig Wildschweine gesichtet. Es wird vermutet, dass ein Maisfeld in der Nähe der Grund dafür ist. Die Betreiber gaben an, dass sie dadurch allerdings nicht beunruhigt seien. Neben den Wildschweinen sind den Angaben nach auch Rehe, Dachse, Hasen und Füchse auf den Anlagen zu sehen. Sie seien allerdings vertraute Tiere und machen keine Probleme.

Aufregung in Schleswig-Holstein

Vergangenen Freitag hatten zwei Wildschweine in Schleswig-Holstein Menschen in Angst und Schrecken versetzt. Sie griffen in einem Optikergeschäft und in einer Sparkasse im Zentrum der Kleinstadt Heide Menschen an, es gab vier Verletzte. Eines der Tiere wurde erschossen, das andere konnte flüchten. Der Fall machte im Anschluss auch international Schlagzeilen.

Risiko Wildunfall Polizei und Landesjagdverband warnen jetzt im Herbst verstärkt vor Wildunfällen. Vor allem der anstehende Wechsel zur Winterzeit bringe Probleme mit sich. Zudem erhöhe die Maisernte im Oktober das Risiko zusätzlich. Besonders aufgeschreckte Wildschweine könnten plötzlich Straßen queren.

Der Verband rät:

• Entlang unübersichtlicher Wald- und Feldränder langsamer fahren als sonst.
• Besonders auf neuen Straßen durch Waldgebiete aufmerksam sein, da das Wild seine gewohnten Wege beibehält.
• Tier am Straßenrand: abblenden, hupen, bremsen.
• Ein Tier kommt selten allein – Autofahrer sollen stets mit Nachzüglern rechnen.

Die größte Gefahr drohe in der Morgen- und Abenddämmerung, bei Nacht und bei Nebel.

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 24.10.2017 | 15:30 Uhr

Quelle: MDR/sp,kb

Zuletzt aktualisiert: 24. Oktober 2017, 21:36 Uhr

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