Neues Kinderförderungsgesetz : Streit um Kita-Personal bestimmt Landtagsausschuss
Die personelle Ausstattung von Kinderkrippen und Kindergärten entwickelt sich zum neuen Zankapfel bei der Novelle des Kinderförderungsgesetzes Sachsen-Anhalts. Bereits vor der öffentlichen Anhörung im Landtag am Mittwoch meldeten zahlreiche Verbände Bedenken an.
Betreuer sehen sich mit Mehrbelastung konfrontiert
Der Geschäftsführer der eingeladenen Kinder- und Jugendhilfe GmbH Quedlinburg, Kai-Gerrit Bädje, sagte dem MDR, die avisierte Betreuungsqualität sei mit dem bisherigen Mindestpersonalschlüssel nicht zu realisieren. Kritik äußerten unter anderem auch die Diakonie Magdeburg, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sowie das Bündnis für ein kinder- und jugendfreundliches Sachsen-Anhalt. Wie am Dienstag bekannt wurde, sammelten Erzieherinnen aus Halle über 6.000 Unterschriften, um gegen das Gesetz zu protestieren. Ihrer Meinung nach wäre eine qualifizierte Bildung der Kinder mit der steigenden Arbeitsbelastung der Erzieherinnen nicht mehr vereinbar.
Sozialminister Norbert Bischoff verteidigte den Gesetzesentwurf. Er sagte dem MDR SACHSEN-ANHALT, mehr könne sich das Land wegen der engen finanziellen Spielräume nicht leisten.
Land will mehr Geld für Erzieher bereitstellen
Momentan sieht der Personalschlüssel des Landes vor, dass sich in der Kinderkrippe ein Erzieher um sechs Kinder und im Kindergarten ein Erzieher um 13 Kinder kümmert. Die Verbände argumentieren, dass diese Quote mit dem neuen Betreuungsanspruch für Kinder arbeitsloser Eltern nicht zu halten ist. Zudem komme es wegen Urlaub und Weiterbildung zu Engpässen. Die Arbeiterwohlfahrt, als Träger von 75 Kita-Einrichtungen im Land, legte unterdessen einen eigenen Personalschlüssel-Vorschlag vor, wonach sich die Erzieher rein rechnerisch um je ein Kind weniger kümmern müssen.
Das neue Kinderförderungsgesetz Sachsen-Anhalts soll ab 2013 unter anderem die Rückkehr zur Kita-Ganztagsbetreuung für alle Kinder regeln. Bislang haben Kinder von arbeitslosen Eltern nur Anspruch auf einen Halbtagesplatz. Zudem sieht der Entwurf 50 Millionen Euro zusätzliches Geld für Personal vor. Im Jahr 2016 will das Land demnach über 250 Millionen Euro für die Kinderbetreuung bereitstellen. Zur Anhörung im Landtag am Mittwoch haben sich fast 50 Vereine und Verbände angesagt.



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