Magdeburg : Sachsen-Anhalts erstes Kinderhospiz eröffnet
Nach rund achtmonatigen Bauarbeiten ist in Magdeburg am Mittwoch das erste Kinderhospiz Sachsen-Anhalts eröffnet worden. In dem Hospiz sollen todkranke Kinder und ihre Angehörigen betreut werden. Es befindet sich auf dem Gelände der Pfeifferschen Stiftungen.
Projekt durch Spenden finanziert
Der Schirmherr der Einrichtung, Ministerpräsident Reiner Haseloff, sagte bei der Eröffnung, mit dem Kinderhospiz sei ein Ort entstanden, der aus christlichem Geist die umfassende Sorge um todkranke Menschen ermögliche. Die große Spendenbereitschaft für den Aufbau und den Dienst des Hospizes habe ein eindrucksvolles und bleibendes Zeichen der Mitmenschlichkeit gesetzt.
Die Gesamtkosten für das Projekt betrugen den Stiftungen zufolge rund 1,2 Millionen Euro, davon entfielen auf die Bauarbeiten 900.000 Euro und der restliche Betrag auf die Ausstattung. An Spenden seien bislang etwa 750.0000 Euro zusammengekommen, zudem habe die Deutsche Fernsehlotterie 200.000 Euro zur Verfügung gestellt. Die Einrichtung ist nach Angaben der Stiftungen nicht nur das bislang einzige stationäre Kinderhospiz in Sachsen-Anhalt, sondern auch die erste evangelische Einrichtung dieser Art in Ostdeutschland.
Luisenhaus für Hospiz ausgebaut
Für das Hospiz wurden im Luisenhaus das Ober- und das Dachgeschoss für den Kinderbereich um- und ausgebaut. Entstanden sind dort auch Übernachtungsräume für Angehörige. Drei Doppelzimmer und zwei Einzelzimmer sollen künftig insgesamt acht Kindern Platz bieten. Zudem sollen Elternzimmer den Angehörigen die Möglichkeit bieten, bei ihrem Kind zu bleiben. Neben dem medizinischen Personal sorgen sich Sozialarbeiter, Psychologen und Seelsorger um die Kinder und ihre Familien. Das Angebot ist kostenlos. Da nur ein Teil der Kosten durch die Krankenkassen finanziert wird, werden Paten gesucht.
Evangelische Einrichtung mit über 100-jähriger Geschichte
Die Pfeifferschen Stiftungen wurden 1889 von dem evangelischen Pfarrer und Superintendenten Gustav Adolf Pfeiffer (1837-1902) im Magdeburger Stadtteil Cracau gegründet. Sie umfassen heute soziale und medizinische Einrichtungen und eine Krankenpflegeschule sowie eine Lungenklinik in Lostau mit zusammen 1.300 Mitarbeitern. Im Luisenhaus wurde 2003 bereits ein Hospiz für Erwachsene eingerichtet.
Hospiz
Als Hospiz (lateinisch "Hospitium" für Herberge) wird eine spezielle Pflegeeinrichtung verstanden, in der Sterbende von Ärzten, Pflegern und Seelsorgern begleitet werden. In Kinderhospizen können auch die Eltern und Geschwister der unheilbar erkrankten Patienten untergebracht werden.



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