Sachsen-Anhalt

Zur Feier des Klimt-Jahres : Neue Klimt-Zeichnungen in Moritzburg

Die Stiftung Moritzburg freut sich über zwei neue Zeichnungen von Gustav Klimt in ihrer Ausstellung. Bisher waren sie in Familienbesitz. Jetzt hat Klimts Großneffe die Blätter persönlich nach Halle gebracht. Seit Freitag sind sie im Westflügel der Moritzburg ausgestellt.

Im Gustav-Klimt-Jahr kann die Stiftung Moritzburg zwei Vorzeichnungen zum berühmten Klimt-Porträt "Marie Henneberg" in ihrer Ausstellung zeigen. Die wertvollen Blätter stammen aus dem Familienbesitz des Klimt-Großneffen Peter Zimpel. Er hat die Zeichnungen eigenhändig nach Halle gebracht und der Stiftung Moritzburg überreicht. Er freue sich, sagte Zimpel, dass die Zeichnungen nun dort zu sehen sein werden, "wo es Sinn macht und wo sie hingehören".

Eine der beiden Studien hat die Stiftung erworben, die andere hat Zimpel der Stiftung als Leihgabe über längere Zeit zur Verfügung gestellt. Beide Blätter kann das Publikum seit Freitag im Westflügel sehen.

Das umfangreiche zeichnerische Werk Gustav Klimts gilt in Fachkreisen als wichtiger Schlüssel zum Verständnis des Malers. Vor allem den Porträts gehen umfangreiche Studien und Skizzen voraus. Im Fall des Bildnisses der Marie Henneberg kennt die Forschung allerdings nur neun Zeichnungen. Zwei davon befinden sich jetzt in der Stiftung Moritzburg.

Klimts Marie Henneberg

Das 1902 vollendete Porträt Marie Henneberg hat im Werk des Malers einen zentralen Platz. Es ist eines von nur zwei Gemälden des Künstlers in deutschem Museumsbesitz und nimmt einen herausragenden Platz in der Sammlung der Stiftung Moritzburg ein.

Dabei ist das Porträt der Marie Henneberg eines von Klimts Porträts der Wiener Gesellschaft um 1900. Die Gemälde zählen zum Bedeutendsten, was Gustav Klimt der Nachwelt hinterlassen hat. Die Stiftung Moritzburg beschreibt die Bilder als distanziert und verführerisch zugleich und beschreibt "seine Frauengestalten begegnen dem Betrachter in zeitloser Schönheit". Gerade das Porträt der Marie Henneberg offenbare überzeugend die Meisterschaft des Malers im differenzierten und äußerst souveränen Umgang mit Pinsel und Farbe.

An der Schwelle zur Moderne des 20. Jahrhunderts

Gustav Klimt stehe dabei wie kaum ein anderer Künstler in jener Zeit auf dem Grat zwischen Tradition und Moderne: Er setzt den glanzvollen Höhepunkt der Bildnismalerei des ausgehenden 19. Jahrhunderts, zugleich steht er als Leitfigur der Wiener Sezession für die künstlerische Erneuerung am Beginn der Moderne im 20. Jahrhundert.

Zuletzt aktualisiert: 31. August 2012, 17:09 Uhr

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Gustav Klimt

Gustav Klimt wurde am 14. Juli 1862 in Baumgarten bei Wien geboren und starb am 6. Februar 1918 in Wien. Klimt war ein bedeutender österreichischer Maler und einer der bekanntesten Vertreter des Wiener Jugendstils, auch Wiener Secession genannt.

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