Wiedereröffnung : Kornhaus in Dessau erstrahlt in altem Glanz
Nach umfangreicher Sanierung ist das Dessauer Ausflugslokal "Kornhaus" am Mittwoch wiedereröffnet worden. Der 1929/1930 entstandene Bau ist das einzige Bauhaus-Gebäude, das am Wasser liegt.
Bei der Sanierung wurden Fassade und Innenräume wieder nach dem ursprünglichen Erscheinungsbild hergestellt. Auch die historische Farbgebung wurde beibehalten. Zudem wurden die Fußböden erneuert und Details wie Türgriffe detailgenau restauriert. Die Einrichtung aus Möbeln, Vorhängen und Lampen folgt ebenfalls dem Entwurf des Architekten.
Neue Attraktion für Bauhausbesucher
Der Direktor der Stiftung Bauhaus Dessau, Philipp Oswalt, nannte das Kornhaus ein Muss für jeden Bauhaus-Besucher. Ab kommendem Jahr soll es dort neben Gastronomie auch zahlreiche Veranstaltungen geben, darunter den "Bauhaus-Treff" der Stiftung oder die "Dessauer Stadtgespräche".
Das Kornhaus hat seinen Namen von einem Getreidespeicher, den Herzog Leopold Friedrich Franz im 18. Jahrhundert anlegen ließ. Später wurde daraus eine Gaststätte. Ende der 1920er-Jahre entschied sich die Stadt für einen Neubau und schrieb einen Wettbewerb für die ortsansässigen Architekten aus.
Entworfen wurde der Neubau schließlich von Carl Fieger, der im Büro von Walter Gropius arbeitete. Es entstanden ein zweigeschossiger Quader und ein halbrunder verglaster Wintergarten. Der Wintergarten scheint nach Angaben der Stiftung zu schweben, während sich der Quader an den Deich der Elbe schmiegt.
Dessau-Roßlau zieht jedes Jahr Tausende Touristen wegen seiner Bauhaus-Bauten an. Zu den Höhepunkten gehören das Schulgebäude von Walter Gropius, die Meisterhäuser oder auch das ehemalige Arbeitsamt der Stadt. Das Kornhaus als neue Attraktion bildet laut Stiftung einen Übergang zwischen dem Bauhaus-Erbe und dem angrenzenden Biosphärenreservat Mittlere Elbe.
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Bekannte Bauhauskünstler
Zu den bekannten Bauhauskünstlern zählen Georg Muche (1895-1987), Oskar Schlemmer (1888-1943), Lyonel Feininger (1871-1956), Paul Klee (1879-1940), Wassily Kandinsky (1866-1944) und László Moholy-Nagy (1895-1946).


