Sachsen-Anhalt

Verbrechen vor 32 Jahren : Kreuzworträtsel-Mörder in Magdeburg gestorben

Der 32 Jahre zurückliegende Kreuzworträtsel-Mord sorgt weiter für Schlagzeilen. Zunächst hatte ein Buch der damaligen Freundin des Täters für Aufsehen gesorgt. Aus dem Anfang Februar herausgebrachten Werk ergaben sich Widersprüche zu den damaligen Aussagen der Frau, weshalb nun die Staatsanwaltschaft gegen sie ermittelt. Es geht um Beihilfe oder Mittäterschaft. Aus diesen Gründen sehen sich Autorin und Verlag mit massiven Drohungen konfrontiert. Wie jüngst bekannt wurde, ist nun auch der Täter selbst gestorben. Er lebte zuletzt in Magdeburg.

Ausschnitt aus dem originalen Kreuzworträtsel von 1981, gezeigt in "Die großen Kriminalfälle - Der Kreuzworträtselmord" aus dem Jahr 2000.

Der als Kreuzworträtsel-Mörder in die DDR-Kriminalgeschichte eingegangene Täter ist tot. Wie die Volksstimme berichtet, starb der mittlerweile 50-Jährige Mann bereits Mitte Januar nach schwerer Krankheit in Magdeburg. Am 2. Februar fand auf dem Westfriedhof der Landeshauptstadt die Beisetzung statt. Dem Blatt zufolge lebte der Mann nach Absitzen seiner Freiheitsstrafe zuletzt in Magdeburg, wo er heiratete und den Namen seiner Frau annahm. Bislang war vermutet worden, dass der Mann anonym in Thüringen lebte.

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen damalige Freundin des Mörders

Anfang Februar hatte die damalige Freundin des Täters, Kerstin Apel, ein Buch über die Mordgeschichte veröffentlicht. Darin behauptet sie, ihren Freund mit dem sterbenden Jungen in der Wohnung seiner Mutter in Halle-Neustadt überrascht zu haben. Da dies mit der damaligen Aussage der Frau nicht übereinstimmt, leitete die Staatsanwaltschaft Halle daraufhin ein Ermittlungsverfahren gegen die Frau ein. Einem Sprecher zufolge muss nun geklärt werden, ob Apel der Beihilfe oder Mittäterschaft schuldig ist.

Drohungen gegen Verlag und Autorin

Unterdessen hat der Erfurter Sutton-Verlag Lesungen aus dem Buch "Der Kreuzworträtselmord" abgesagt. Laut Verlag sind von Unbekannten massive Drohungen eingegangen. Man könne die Sicherheit nicht mehr gewährleisten. Bei der Leipziger Buchmesse werde der Verlag ohne die Autorin auftreten, hieß es.

Einer der spektakulärsten Fahndungs-Fälle der DDR

Der Kreuzworträtsel-Mörder hatte am 15. Januar 1981 in Halle-Neustadt den siebenjährigen Lars sexuell missbraucht und mit einem stumpfen Gegenstand so schwer geschlagen, dass er später starb. Die Leiche packte der Täter in einen Koffer und warf ihn in einem fahrenden Zug von Halle nach Leipzig aus dem Fenster. Der einzige verwertbare Hinweis auf den Mörder waren ausgefüllte Kreuzworträtsel in dem Koffer.

Die DDR-Kriminalpolizei ließ daraufhin von den Einwohnern Halle-Neustadts Schriftproben anfertigen. Nach Monaten stellte sich heraus, dass die Kreuzworträtsel von der Mutter der Freundin des Mörders ausgefüllt worden waren. Über sie kamen die Kriminalisten dem Täter auf die Spur.

Zuletzt aktualisiert: 12. Februar 2013, 15:53 Uhr

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