Do 05.10. 2017 22:05Uhr 29:30 min

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MDR FERNSEHEN Do, 05.10.2017 22:05 22:35

Beiträge aus der Sendung

Tattoo
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Was bewegt Menschen dazu, sich tätowieren oder piercen zu lassen? Das Grassi-Museum für Völkerkunde in Leipzig zeigt in der Ausstellung "Grassi invites: Tattoo & Piercing" Porträts und gibt Hintergrundinformationen.

artour Do 05.10.2017 22:05Uhr 06:31 min

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Rolf Herricht hält die Hände mit gespreitzten Fingern vor die Kamera und verzieht sein Gesicht.
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Fotografie von Audrey Hepburn.
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Ausstellung "Ikonen der Leinwand" in Apolda +++ Heinrich Schütz Musikfest in Dresden, Bad Köstritz und Weißenfels +++ Unterwerfung von Michel Houellebecq am Neuen Theater Halle

artour Do 05.10.2017 22:05Uhr 03:20 min

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Filmszene
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Werner Tübke im Jahre 1988 während eines Interviews.
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Jedes Jahr besuchen etwa 100.000 Menschen das Rundbild von Werner Tübke in Bad Frankenhausen. Der Leipziger Maler hat daran vier Jahre gearbeitet. Vor 30 Jahren, am 16. Oktober 1987, stellte er es fertig.

artour Do 05.10.2017 22:05Uhr 05:18 min

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Themen u.a.:

* "Die Welt unter der Haut" - Tattoo-Ausstellung im Grassi-Museum Leipzig

Jeder fünfte Deutsche hat es getan. Und unter jungen Frauen zwischen 25 und 34 sogar fast jede zweite! Die Zahlen sprechen für sich: Tätowierungen und Piercings - die gängigsten Formen moderner Körpermodifikationen - sind gesellschaftsfähig und längst integriert in das Straßenbild auch ostdeutscher Städte. Ein Ende des Trends ist nicht in Sicht. Was bewegt so viele Menschen dazu ihren Körper permanent zu verändern? Was treibt sie dazu sich unter Schmerzen Bilder in die Haut stechen zu lassen? Und was hat eigentlich ein traditionelles samoanisches Stammes-Tattoo mit dem berüchtigten "Arschgeweih" zu tun?

Um diese Fragen dreht sich die Ausstellung "Grassi Invites: Tattoo & Piercing" im Museum für Völkerkunde in Leipzig. Über sechs Monate lange waren tätowierte Menschen eingeladen, sich fotografieren und befragen zu lassen. Das Ergebnis ist ein lebendes Archiv, das gemeinsam mit vielen Ausstellungsstücken aus der jahrhundertelangen und exotischen Geschichte des Tätowierens und Piercens einem Phänomen auf den Grund geht, das die Seefahrerkneipen und Rotlichtviertel hinter sich gelassen hat.
Autor: Marcus Fitsch


* Tübkes größte Malschlacht - 30 Jahre Bauernkriegspanorama

Das Rundbild von Werner Tübke in Bad Frankenhausen ist heute ein Magnet in Thüringens touristischer Landschaft, ein Gemälde, ein Kunstwerk, das jährlich etwa 100.000 Besucher sehen. Es ist verwunderlich, dass es das werden konnte. Geplant war Mitte der 70er Jahre ein Panorama nach russischem Vorbild, das an den Bauernkrieg als Element der sozialistischen Revolutionsgeschichte erinnern sollte.

In Bad Frankenhausen fand die entscheidende Schlacht des Bauernkrieges statt. An der Gedenkstätte sollten Fahnenweihen stattfinden und Soldaten vereidigt werden. Die erstaunliche Entwicklung zu dem Bild der Welt um 1500, das sich heute in Bad Frankenhausen bewährt, ist dem ideologischen Aufweichen der DDR und dem Genie eines Werner Tübke zu verdanken.

Nach anfänglicher Unterstützung durch Historiker verbat sich Tübke - so Eduard Beaucamp, bester Tübke-Kenner überhaupt - im Interview jeglichen Einfluss. Der Leipziger Maler brachte es in körperlich strapazierenden vier Jahren schließlich, unterstützt von einigen Malerkollegen, selbst auf die monumentale Leinwand im Panorama. Darüber im Interview Eberhard Lenk, der als einziger 'Gehilfe' des Meisters vom Anfang bis zum Ende im Panorama auf dem Gerüst stand.

Vor dreißig Jahren war dann diese Malschlacht beendet. Am 16. Oktober 1987 übergab Tübke es seinem Auftraggeber, dem Ministerium für Kultur.
Autor: Meinhard Michael


* Zum 90. Geburtstag - Erinnerung an Rolf Herricht

Rolf Oskar Ewald Günter Herricht, geboren am 05. Oktober 1927 in Magdeburg, hätte bei seinem komischen Talent wahrscheinlich mit jedem dieser Vornamen, vielleicht sogar mit allen zusammen, auf den Unterhaltungsbühnen der DDR Karriere gemacht. Keiner konnte ihm in Hinsicht Popularität das Wasser reichen. Die "Herricht und Preil"-Sketche im DDR Fernsehen, aber auch seine Rollen in DEFA-Filmen, wie "Der Reserveheld", "Geliebte weiße Maus", "Der Mann, der nach der Oma kam" oder "Der Baulöwe", sorgen bis heute dafür, dass Rolf Herricht weiter zum Erinnerungskanon jedes Ostdeutschen jenseits der vierzig gehört.

"Manchmal, glaube ich, hat er darunter gelitten, dass jeder gleich gelacht hat, wenn er auf die Bühne kam." Das sagt sein Kollege Herbert Köfer über ihn. Aber warum? Gab es noch einen anderen Rolf Herricht als den, den wir irgendwie alle zu kennen meinen, einen anderen als diesen trottelig-begriffsstutzigen Sketchpartner von Hans Joachim Preil?
Autor: Titus Richter


* Das Ende der Idylle - Michael Hanekes "Happy End"

Er ist bekannt für seinen unsentimentalen, präzisen, ja kalten Blick auf das Leben: der österreichische Regisseur und Oscar-Gewinner Michael Haneke ("Das weiße Band", "Liebe"). Am 12. Oktober kommt sein neuer Film"Happy End", eine WDR-Koproduktion, in die deutschen Kinos, mit Jean-Louis Trintignant und Isabelle Huppert in den Hauptrollen.

Michael Haneke blickt hinter die Fassade der Familie Laurent, einer augenscheinlichen Bilderbuchfamilie, die dem Überdruss am Leben durch Sex, Mord und Selbstmord zu entkommen versucht. Mit seiner Filmsatire seziert Haneke, Großmeister verstörender Kinomomente, die Lebenslügen einer Industriellenfamilie und bringt ihre bürgerliche Fassade zum Einsturz.
Autor: Joachim Gaertner


* Kulturkalender:

- "Ikonen der Leinwand" - Grace Kelly, Audrey Hepburn, Marlene Dietrich, Liz Tayler - Fotografien von Milton H. Greene und Bob Willoughby, Apolda, Kunsthaus Avantgarde, bis 17.12.

- Heinrich Schütz Musikfest, 6. bis 15.10., Bad Köstritz, Dresden, Weißenfels

- "Unterwerfung" von Michel Houellebecq, Halle, Neues Theater, Premiere am 7.10., weitere Vorstellungen am 10./19./28.10. und 8./22./25.11. und 15.12
Autorin: Ulrike Reiß

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Bildergalerie

Die Entstehung des größten Rundgemäldes Mitteleuropas

Ausschnitte aus dem Bauerkriegspanorama von Werner Tübke.
123 Meter lang und 14 Meter hoch: Der Leipziger Maler Werner Tübke hat mit dem Rundgemälde zum deutschen Bauernkrieg ein Jahrhundertwerk geschaffen und Geschichte gemalt. Bildrechte: VG Bild/Kunst
Ausschnitte aus dem Bauerkriegspanorama von Werner Tübke.
123 Meter lang und 14 Meter hoch: Der Leipziger Maler Werner Tübke hat mit dem Rundgemälde zum deutschen Bauernkrieg ein Jahrhundertwerk geschaffen und Geschichte gemalt. Bildrechte: VG Bild/Kunst
Der Schlachtberg oberhalb von Bad Frankenhausen.
Die Überlieferung sagt, dass im Mai 1525 auf dem Schlachtberg oberhalb von Bad Frankenhausen 6.000 Bauern ihr Leben ließen. Bauernführer Thomas Müntzer wurde festgenommen und weniger Tage später in Mühlhausen hingerichtet. Der Bauernkrieg in Thüringen war beendet. Bildrechte: Daniel Baumbach/MDR
Ausschnitte aus dem Bauerkriegspanorama von Werner Tübke.
Geschätzte 3.000 Figuren stecken im größten Rundgemälde Mitteleuropas. Bildrechte: VG Bild/Kunst
Der Bau der Rotunde mitte der 70er Jahre.
Mitte der 70er Jahre wurde die Rotunde in Bad Frankenhausen gebaut. Bildrechte: Panoramamuseum Bad Frankenhausen
Der Bau der Rotunde mitte der 70er Jahre.
Damals war noch nicht einmal klar, wer sie mit einem Rundgemälde füllen wird. Erst im Januar 1976 hat Prof. Werner Tübke den Vertrag unterschrieben. Bildrechte: Panoramamuseum Bad Frankenhausen
Der Leipziger Maler und Zeichner Dietrich Wenzel.
Der Leipziger Dietrich Wenzel war einer von Tübkes Helfern. Er pauste die Vorfassung des Gemäldes ab, die auch 1:10-Fassung genannt wird und malte die Umrisse in zehnfacher Vergrößerung in Bad Frankenhausen auf die riesige Leinwand. Bildrechte: Daniel Baumbach/MDR
Ein Tübke-Helfer beim Malen.
Mit Episkopen, den Vorläufer unserer heutigen Beamer, wurde die durchgepauste 1:10-Fassung auf die Leinwand geworfen - exakt in zehnfacher Vergrößerung. Tübke-Helfer malten die Umrisse dann auf die Leinwand. Sie waren Anhaltspunkte für den Meister, wo welche Figuren hinkommen sollten. Bildrechte: VG Bild/Kunst
Der Maler Eberhard Lenk.
Der Maler Eberhard Lenk kam Tübkes Malstil am nächsten. So wurde er sein wichtigster Helfer. Fast zwei Jahre lang malte er mit ihm in Bad Frankenhausen an der riesigen Leinwand. Bildrechte: Daniel Baumbach/MDR
Werner Tübke beim Malen.
Etwa zwei Drittel des Bildes hat Werner Tübke jedoch selbst auf die Leinwand gebracht. Ein Knochenjob, der etwa drei Jahre dauerte und seine Gesundheit ruinierte. Bildrechte: VG Bild/Kunst
Werner Tübke malt seine Signatur.
Am 16. Oktober 1987 - vor 30 Jahren - vollendete Tübke sein Meisterwerk offiziell mit seiner Signatur. Bildrechte: VG Bild/Kunst
Werner Tübke malt seine Signatur.
Inoffiziell hatte er seine Arbeiten schon im August. Zwei Monate danach signierte er das Bild vor laufenden Kameras. Bildrechte: VG Bild/Kunst
 Brigitte Tübke-Schellenberger führt durch das Museum.
Werner Tübke verstarb im Jahr 2004. Heute verwaltet Brigitte Tübke-Schellenberger das Erbe Ihres Mannes. Immer samstags führt sie persönlich Besuchergruppen durch die Räume der Tübke-Stiftung in der Leipziger Springerstraße. Bildrechte: Daniel Baumbach/MDR
Eine Kameradrohne filmt das Panorama-Museum.
Millionen Besucher kommen nach Bad Frankenhausen um sich Tübkes Lebenswerk im Panorama-Museum anzuschauen. Bildrechte: Daniel Baumbach/MDR
Die Ballett-Truppe des Theater Nordhausens.
Immer mal wieder wird auch Kunst im Kunstwerk inszeniert. Zum 25. Jubiläum der Signatur Tübkes zeigte die Ballett-Truppe des Theater Nordhausens ein eigens Stück. Bildrechte: Daniel Baumbach/MDR
Eine Kameradrohne filmt das Panorama-Museum.
Für den Film des MDR wuden mit einer Drohne imposante Aufnahmen vom Panorama-Museum eingefangen. So eine fliegende Kamera kann aus 30 Metern Höhe bis direkt vor den Eingang fliegen. Bildrechte: Daniel Baumbach/MDR
Das Panorama-Museum am Abend.
In der "blauen Stunde" bekommt das Museum einen gewissen Charme. Ansonsten ist der Betonkoloss aus den 70er Jahren keine Schönheit. Sein Spitzname: Elefantenklo! Bildrechte: Daniel Baumbach/MDR
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