Nach 17 Jahren : Kirche bekommt gestohlene Schätze zurück
Die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland hat 17 Jahre nach einem Diebstahl wertvolle Gefäße aus einer Kirche in Frankleben bei Merseburg zurückbekommen. Die Kunstreferentin der EKM, Bettina Seyderhelm, sagte am Donnerstag, ein Händler, der die silber-vergoldeten Kannen, Teller und Kelche vermutlich von den Dieben gekauft hatte, habe sie der Kirche nach längeren Verhandlungen zurückgegeben.
Fachmann erkennt die Diebesware
Ein Fachmann, der den Wert der Gegenstände schätzen sollte, hatte die heiligen Gefäße als Diebesgut erkannt und sich an die Kirche gewandt. Anhand von Inschriften und der Anzeige bei der Polizei von 1995 konnte die Kirchengemeinde Frankleben als ursprünglicher Eigentümer ausgemacht werden. Der Wert der Goldschmiedearbeiten aus dem 17. bis 19. Jahrhundert wird auf 60.000 bis 70.000 Euro geschätzt. Sie sollen nun konserviert und künftig wieder in Frankleben beim Abendmahl und bei Taufen zum Einsatz kommen.
Nach Angaben der Kirche ist Kunstdiebstahl aus Gotteshäusern ein dauerhaftes Thema. So seien in diesem Jahr bislang 23 Diebstähle innerhalb der EKM gemeldet worden. Doch Kunst- und Kulturgut aus Kirchen ist für Diebe nicht leicht zu verkaufen, wie Kunstexpertin Seyderhelm mitteilte. Es sei an den Formen, Inschriften und Wappen gut zu erkennen. Zudem inventarisiere die Kirche seit langer Zeit ihr Eigentum. Schon im 18. Jahrhundert seien in Büchern die Dinge mit Inschriften oder auch mit Gewichten verzeichnet worden.



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