Landesausstellung Sachsen-Anhalt 2012 : 50.000. Besucher bei Otto-Ausstellung
Vor 1.100 Jahren wurde Otto I. geboren, 50 Jahre später in Rom zum Kaiser gekrönt. Mit einer Schau über das Kaisertum von der Antike bis ins Mittelalter würdigt das Kulturhistorische Museum Magdeburg seit Ende August das Doppeljubiläum. Bereits sechs Wochen nach der Eröffnung steht fest: Die einzigartige Ausstellung ist ein Besuchermagnet. Sie lockte bereits 50.000 Besucher an.
Gut sechs Wochen nach ihrer Eröffnung ist in Sachsen-Anhalts Landesausstellung "Otto der Große und das Römische Reich" am Donnerstag der 50.000. Besucher begrüßt worden. Wie das Kulturhistorische Museum mitteilte, wurde die 85-jährige Elisabeth Senft aus Boppard am Rhein als Jubiläumsgast empfangen. Die gebürtige Magdeburgerin sei zusammen mit ihrer Nichte extra zum Besuch der Ausstellung in ihre ehemalige Heimatstadt gereist. Sie erhielt neben Blumen und dem Ausstellungskatalog ein Gratisticket für die Schau.
Die Ausstellung, die Ende August im Kulturhistorischen Museum in Magdeburg eröffnet wurde, hat sich seither zum absoluten Besuchermagneten entwickelt. Wie Kuratorin Gabriele Köster sagte, können die Besucher der mittlerweile dritten Magdeburger Otto-Schau sicher sein, hochrangig originale Stücke eingebettet in ihren historischen Kontext zu sehen. Das gefalle den Menschen. Im Vergleich zu den beiden bisherigen Ausstellungen 2001 und 2006 werde ein extrem weiter Bogen von über Tausend Jahren Geschichte gespannt. "Wie hat alles mit Otto und dem Kaisertum angefangen, was hat ihn bewegt, Kaiser zu werden, das ist noch nie in so einer großen Ausstellung gezeigt worden", erklärte Köster.
Leihgaben aus 17 Ländern
Die bis zum 9. Dezember laufende Schau präsentiert rund 350 hochkarätige Exponate von der Antike bis zum Mittelalter. Dazu gehören Goldschmiede- und Steinmetzarbeiten, Textilien und Schriftstücke. Die wertvollen Leihgaben wurden von Museen und Bibliotheken aus 17 Ländern der Welt zur Verfügung gestellt. So werden Exponate aus den Vatikanischen und Kapitolinischen Museen in Rom, der französischen Nationalbibliothek in Paris oder dem Kunsthistorischen Museum Wien gezeigt. Zu sehen sind kostbare Goldschmiede- und Steimetzarbeiten, Elfenbeine, Textilien und Schriftstücke, die auf einzigartige Weise Macht, Selbstverständnis und Repräsentation kaiserlicher Herrschaft dokumentieren.
Glanzpunkte der Ausstellung
Unter den Ausstellungsstücken ist auch das Kaisersiegel von Otto dem Großen, das den Monarchen mit Krone, Zepter und Globus darstellt. Otto brach damals mit der mittelalterlichen Tradition, sich lediglich im Profil darstellen zu lassen. Stattdessen zeigte er sich erstmals von vorn, wie es allein für Christusdarstellungen oder antike Kaiserbilder üblich war. Zu den absoluten Glanzpunkten der Ausstellung gehören auch die erst 2005 in Rom ausgegrabenen Herrschaftszeichen von Kaiser Maxentius (278-312), die als die einzigen erhaltenen antiken Insignien überhaupt gelten. Außerdem wird eine erst kürzlich restaurierte zwei Meter hohe Statue des römischen Kaisers Claudius (10-54) aus dem 1. oder 2. Jahrhundert gezeigt.
Beginn und Wandel der Kaiseridee
Nach Angaben der Macher der aktuellen Otto-Schau zeichnet die drei Millionen Euro teure Ausstellung erstmals die Entwicklung des europäischen Kaisertums im ersten Jahrtausend nach. Dabei werden Beginn, Kontinuität und Wandel der römischen Kaiseridee über verschiedene Epochen hinweg dokumentiert: Von den Anfängen unter Caesars Adoptivsohn Augustus (63 v.Chr.-14. n.Chr.), über Konstantin den Großen (ca. 280-337), die oströmischen Kaiser von Byzanz, den Franken-Herrscher Karl den Großen (747-814), der als erster das weströmische Kaisertum außerhalb Italiens etablierte, bis hin zu Otto dem Großen (912-973), der dieses Kaisertum 962 endgültig nördlich der Alpen verankerte.
Ergänzt wird die Landesausstellung von Korrespondenzausstellungen an sieben weiteren Orten Sachsen-Anhalts mit Bezügen zu Otto dem Großen. Die aktuelle Schau ist die Krönung einer Trilogie von Ausstellungen zu Otto I. in Magdeburg. Die erste Schau "Otto der Große, Magdeburg und Europa" hatte vor elf Jahren für einen Ansturm von mehr als 300.000 Besuchern gesorgt.
Landesausstellung Sachsen-Anhalt 2012
Kulturhistorisches Museum Magdeburg
Otto-von-Guericke-Straße 68-73
39104 Magdeburg
Telefon: 03 91-5 35 48-0
Öffnungszeiten:
27.08.-09.12.2012
täglich 10:00 - 18:00 Uhr
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