Landesausstellung Sachsen-Anhalt : Magdeburger Otto-Schau ist vorbei
Mehr als 350 kostbare Goldschmiede- und Steinmetzarbeiten, Elfenbeine, Textilien und Schriftstücke aus den großen Museen und Bibliotheken der Welt. "Otto der Große und das Römische Reich" hatte alle Voraussetzungen für einen neuen Besucherrekord. Mit mehr als 100.000 Besuchern liegen die Veranstalter zwar im Zielbereich, rekordverdächtig ist diese Bilanz aber nicht. Die Veranstalter zeigen sich dennoch zufrieden.
In Magdeburg ist am Sonntag Sachsen-Anhalts Landesausstellung "Otto der Große und das Römische Reich" zu Ende gegangen. Einen Besucherrekord hat es diesmal nicht geben. Nach Einschätzung der Veranstalter haben am Ende mehr als 100.000 Menschen die Schau im Kulturhistorischen Museum gesehen. Magdeburgs Oberbürgermeister Lutz Trümper sagte, er sei zufrieden, aber nicht euphorisch. Immerhin sei das ursprüngliche Ziel "100.000 plus x" erreicht worden.
Abschluss der Otto-Trilogie
Die Exposition war die Krönung einer Trilogie von Otto-Ausstellungen in Magdeburg. Die erste Ausstellung "Otto der Große, Magdeburg und Europa" hatte vor elf Jahren für einen Ansturm von mehr als 300.000 Besuchern gesorgt. Die 2006 laufende Doppelausstellung "Heiliges Römisches Reich Deutscher Nation" in Magdeburg und Berlin hatte immerhin noch knapp 250.000 Besucher angezogen. Ursache der im Vergleich zu den Vorgängern geringeren Resonanz sei wohl, dass der Neuigkeitswert des Themas nachgelassen habe, erklärte Trümper. Dennoch könne positiv festgehalten werden, dass die Trilogie insgesamt rund 650.000 Menschen angezogen habe. Sie habe in ganz Europa einen großen Werbeeffekt für Magdeburg hervorgerufen.
Deutschlandweit einmaliges Projekt
Ausstellungskuratorin Gabriele Köster verwies darauf, dass bisher kein anderes Bundesland und keine andere Stadt ein vergleichbares Projekt in Angriff genommen habe. Mehr als zehn Jahre lang habe es Magdeburg verstanden, mit seinen Otto-Ausstellungen die eigene Historie in die Geschichte Europas einzubetten. Anlass für die Otto-Ausstellung war der 1.100. Geburtstag von Otto dem Großen und der 1.050. Jahrestag seiner Kaiserkrönung. Magdeburg war Machtzentrum und "Lieblingsresidenz" des Herrschers aus dem sächsischen Geschlecht der Ottonen.
Tausend Jahre Kaisertum
"Otto der Große und das Römische Reich" zeichnet die Entwicklung des europäischen Kaisertums von den Anfängen unter Augustus (63 v.Chr.-14. n.Chr.) bis zu Otto dem Großen (912-973) nach. Die drei Millionen Euro teure Schau präsentierte rund 350 hochkarätige Exponate, welche auf einzigartige Weise Macht, Selbstverständnis und Repräsentation kaiserlicher Herrschaft dokumentierten. Zu sehen waren kostbare Goldschmiede- und Steimetzarbeiten, Elfenbeine, Textilien und Schriftstücke. Die Leihgaben stammten aus Museen und Bibliotheken aus 17 Ländern der Welt. Ergänzt wurde "Otto der Große und das Römische Reich" von Korrespondenzausstellungen an sieben weiteren Orten Sachsen-Anhalts mit Bezügen zu Otto dem Großen.
Drei neue Ausstellungen bis 2017
Künftige Projekte des Kulturhistorischen Museums sind nach Angaben des Magdeburger Kulturbeigeordneten, Rüdiger Koch, eine Ausstellung zur Lutherdekade unter dem Titel "Umsonst ist der Tod!" Ende 2013. Außerdem sei für 2017 eine Exposition unter dem Motto "Herrgotts Kanzlei" sowie eine große Ausstellung über das sogenannte "Magdeburger Recht" geplant.
Landesausstellung Sachsen-Anhalt 2012
Kulturhistorisches Museum Magdeburg
Otto-von-Guericke-Straße 68-73
39104 Magdeburg
Telefon: 03 91-5 35 48-0
Öffnungszeiten:
27.08.-09.12.2012
täglich 10:00 - 18:00 Uhr
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