Biographie : Otto der Große - "Imperator Augustus"
Kaiser Otto der Große war einer der bedeutendsten Herrscher der römisch-deutschen Geschichte. Er konsolidierte sein Reich, besiegte die Ungarn und etablierte das römische Kaisertum vor 1.050 Jahren endgültig nördlich der Alpen. Magdeburg und der Süden des heutigen Sachsen-Anhalt erlebten unter ihm einen einmaligen Aufschwung. Hier eine Biographie des großen Kaisers.
Otto I., der Große, wird am 23. November 912 vermutlich in der Pfalz Wallhausen im heutigen Sachsen-Anhalt geboren. Sein Vater ist der Sachsen-Herzog und ostfränkische König Heinrich I. Etwa 929 oder 930 heiratet Otto in Quedlinburg die Tochter des Königs von Wessex, Edgith, der er den Ort Magdeburg zum Hochzeitsgeschenk ("Morgengabe") macht.
Wahl zum ostfränkischen König
Nach dem Tod seines Vaters wird Otto 936/937 in Aachen zum ostfränkischen König gewählt. Mit dem Krönungsort knüpft der Sachse bewusst an fränkisch-karolingische Traditionen an. Otto I. setzt während der ersten Hälfte seiner langen Herrschaftszeit die Unteilbarkeit des Königtums, seine Entscheidungsgewalt in der Nachfolgefrage und einen Wandel der Machtstruktur durch. So werden die Herzöge, die zuvor nahezu gleichwertige Vertreter der deutschen Stämme gewesen waren, unter ihm zu königlichen Amtsträgern. Zur Stütze seiner Herrschaft bindet Otto I. Bistümer und Reichsklöster ein, die er mit Gütern und Hoheitsrechten ausstattet. Damit erzielt er eine enge institutionelle und personelle Verbindung zwischen Königtum und Reichskirche.
Mission und Konsolidierung im Osten
Die Ostgrenze seines Reichs sichert Otto durch die Gründung neuer Bistümer und durch die Stärkung der Grenzgebiete. So baut er Magdeburg zu einem Zentrum seiner Missionstätigkeit im Osten aus. Mit der Gründung des Moritzklosters 937 erfährt die Stadt eine erste bedeutende Aufwertung. Seine 946 verstorbene erste Frau, Edgith, wird hier beigesetzt. 968 gelingt es Otto sogar die Gründung eines Erzbistums Magdeburg durchzusetzen, das für ihn die entscheidende Voraussetzung zur Christianisierung der östlich der Elbe lebenden Slawen wird. Die Elbestadt entwickelt sich fortan zu einem Machtzentrum, das sich mit Rom und Konstantinopel messen kann.
König von Italien und Triumph über die Ungarn
951 zieht Otto das erste Mal nach Italien. Dort erobert er die Lombardei und vermählt sich mit Adelheid von Burgund, der Witwe König Lothars von Italien und Königs der Langobarden. Otto übernimt durch diese Hochzeit die italienische Königswürde. Anknüpfend an Karl den Großen nennt er sich fortan Otto "König der Franken und Langobarden". Das bis dahin größte Prestige bringt Otto I. aber sein Sieg über die Ungarn in der Schlacht auf dem Lechfeld am 10. August 955 ein. Der Triumph steigert sein Ansehen und seine innenpolitische Position. Otto erlangt damit den Nimbus eines Retters der Christenheit.
Kaiserkrönung in Rom
Sieben Jahre nach seinem Triumph auf dem Lechfeld zieht Otto zum zweiten Mal nach Italien. Am 2. Februar 962 wird er im Petersdom in Rom von Papst Johannes XII. zum Kaiser gekrönt. Mit der Bezeichnung "OTTO IMP(erator) AUG(ustus)" auf seinem Siegel stellt er sich fortan in die Tradition der römischen Kaiser, die seit Augustus diese Titel und Ehrennamen trugen. Mit der Krönung durch den Papst macht er deutlich, dass seine Herrschaft durch Jesus Christus legitimiert ist und dass er in dessen Auftrag handelt. Zugleich übernimmt Otto wie zuvor Karl der Große eine Schutzfunktion für das Papsttum.
Anerkennung durch Byzanz
966 zieht Otto zum dritten Mal nach Italien. Weihnachten 967 lässt er in Rom seinen Sohn, Otto II., nach byzantinisch-karolingischem Vorbild zum Mitkaiser krönen. 972 vermählt sich Otto II. mit der byzantinischen Prinzessin Theophanu. Das westliche Kaisertum der Ottonen wird damit von Byzanz offiziell anerkannt. Otto der Große ist auf dem Höhepunkt seiner Macht.
Am 7. Mai 973 stirbt Otto in seiner Pfalz Memleben. Er wird an der Seite seiner ersten Frau Edgith im neu errichteten Magdeburger Dom beigesetzt. Sein Sohn Otto II. übernimmt die Regentschaft.
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