André Poggenburg, Landesvorsitzender der Partei Alternative für Deutschland (AfD) Sachsen-Anhalt, spricht am 21.05.2016 in Lutherstadt Eisleben (Sachsen-Anhalt) beim Sonderparteitag seiner Partei.
Die AfD liefert sich seit Monaten Flügelkämpfe. Bildrechte: dpa

Arbeitskreis Kritiker von Poggenburg machen Druck

In der AfD in Sachsen-Anhalt gehen die Flügelkämpfe in die nächste Runde. Kritiker von Landesparteichef André Poggenburg schlossen sich zu einem neuen Arbeitskreis zusammen. Eine Spaltung der AfD wollen sie nicht, sondern eine sachliche Debatte mit dem Poggenburg-Lager.

André Poggenburg, Landesvorsitzender der Partei Alternative für Deutschland (AfD) Sachsen-Anhalt, spricht am 21.05.2016 in Lutherstadt Eisleben (Sachsen-Anhalt) beim Sonderparteitag seiner Partei.
Die AfD liefert sich seit Monaten Flügelkämpfe. Bildrechte: dpa

In der AfD in Sachsen-Anhalt wächst der Widerstand gegen Landesparteichef André Poggenburg. Kritiker von Poggenburg schlossen sich zu einer neuen Interessengemeinschaft zusammen. Sie heißt "Alternative Mitte" und wählte am Wochenende fünf Sprecher. Einer von ihnen ist der Wittenberger Kreisvorsitzende Dirk Hoffmann. Hoffmann sagte MDR SACHSEN-ANHALT, man sei keine Partei in der Partei und wolle auch keine Spaltung.

Es gehe vielmehr darum, dass es neben dem national-konservativen Flügel auch ein bürgerlich-konservatives Angebot gebe. Generell sei der Interessengemeinschaft ein gutes Miteinander innerhalb der Partei wichtig. Der neuen Interessengemeinschaft gehören 50 Mitglieder an.

Poggenburg: Keine Parallelstruktur

Dirk Hoffmann (r), Kreis-Chef der Partei Alternative für Deutschland (AfD) in Wittenberg (Sachsen-Anhalt), steht am 21.05.2016 in Lutherstadt Eisleben im Saal beim Sonderparteitag der AfD Sachsen-Anhalt.
Poggenburg-Kritiker Dirk Hoffmann ist Sprecher der neuen AfD-Gruppe. Bildrechte: dpa

AfD-Landeschef Poggenburg sagte, er werde die Aktivitäten der Gruppe genau beobachten. Das Anliegen, der liberalen Strömung in der AfD mehr Gewicht zu verleihen, sei zu begrüßen. Aber man müsse sich fragen, für was diese Gruppe wirklich stehe. Es seien zahlreiche Mitglieder darunter, die sich an Umsturzplänen gegen den Landesvorstand beteiligt hätten. Wenn sie versuchen, eine Parallelstruktur in der AfD aufzubauen, wäre das schädlich. Hoffmann wiederum versicherte, derlei Umsturzpläne habe es nicht gegeben.

In der Partei tobt seit Monaten ein Machtkampf um den künftigen Kurs. Kritiker von Poggenburg hatten mehrfach versucht, den Parteichef zu stürzen. Sie werfen ihm vor, die AfD durch das Verwenden von Begriffen aus der Nazi-Zeit in die Nähe der rechtsextremen NPD zu rücken. Kritisiert wird auch, dass der Landesvorstand Amtsenthebungsverfahren gegen die AfD-Kreisvorsitzenden im Harz und in Wittenberg, Yvonne Sturm und Dirk Hoffmann, eingeleitet hat

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 24.07.2017 | 19:00 Uhr

Quelle: dpa,MDR/ru

Zuletzt aktualisiert: 24. Juli 2017, 19:15 Uhr

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15 Kommentare

26.07.2017 18:10 Agnostiker 15

@ 11: "Aber auch, wenn du dir nicht sicher bist: Eine
Anzeige zu viel, ist besser als eine zu wenig."

Aus den "Handlungsempfehlungen" der Amadeo Antonio- Stiftung der ehemaligen Stasi-Zutraegerin Kahane, Seite 7, A2.

26.07.2017 16:00 gwm 14

Das ständige AfD-Bashing nervt allmählich.Gut dass in den anderen Parteien alles Friede,Freude ,Eierkuchen ist.

25.07.2017 17:17 Werner Leissler 13

In jeder Partei gibt es unterschiedliche Strömungen und Plattformen. So lange sie hinter dem Parteiprogramm und auf Parteitagen demokratisch gewählten Personen stehen - ist das in Ordnung. -Sie sollten allerdings niemals vergessen, dass der eigentliche politische Gegner in anderen Parteien steht. Gerade auch kurz vor der entscheidenden Bundestagswahl.

25.07.2017 17:10 Konrad 12

Nicht nur die IG alternative Mitte in S.-A. hat sich gebildet, auch im Landesverband von NRW bildet sich um Berengar Elsner von Gronow eine alternative Mitte. Dirk Driesang rief eine Interessengemeinschaft Alternative Mitte aus... Womöglich ein Versuch, den "Flügel", an einem weiteren abdriften nach rechtsaußen zu hindern. Wenn diese Abdriftung sich trotzdem fortsetzen sollte, besteht durchaus die Möglichkeit einer Parteispaltung. Poggenburgs Rhetorik: "Aktivitäten der Gruppe genau beobachten", "Fragen für was diese Gruppe wirklich stehe", "Umsturzpläne" - finde ich unangemessen!

25.07.2017 13:06 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber" 11

@ 8:
Er unterstellt nicht der AfD Völkermordabsichten, sondern dem 'Konsensblock'. Da kann ich #9. DDay nur zustimmen.

Ick hab' dat mal gescreent.

25.07.2017 12:08 aridus 10

Es wird immer bizarrer bei den Völkischen: Der Eine (# 7) unterstellt "Völkermordabsichten" (die Umlaute sind Dir wohl ausgegangen), der Zweite (# 8) kapiert nicht ´mal, dass "die Anderen" gemeint sind.

25.07.2017 09:19 DDay 9

@MDR: Agnostiker schrieb: "charakterlosen Boesartigkeit mit ihren immer offensichtlicher werdenden Voelkermordabsichten auf Seiten des Konsensblockes [...]"

Das drucken Sie ab?! Ist das Ihr Ernst? Der Mann leidet offensichtlich an charakterloser Bösartigkeit und dem Willen, das Volk zu verhetzen.

25.07.2017 07:34 Anonymous 8

7......sie unterstellen der AfD Völkermordabsichten??? Sie haben aber noch Bezug zur Realität oder ist ihr Hirn durch linken, blinden Hass vernebelt???

24.07.2017 21:17 Agnostiker 7

So stark wie sich das vorsaetzliche Versagen der "verschiedenen" Konsensparteien mittlerweile manifestiert hat, koennte die AfD selbst mit einer Belastung durch "multiple Doppelspaltkreise" und ganzen Kompanien von Zersetzerzellen gar nicht mehr "verlieren".

Im schlimmsten Fall wuerde ein herbeigeredeter bzw. gefuehrter "Stillstand" bei der AfD trotzdem noch einer charakterlosen Boesartigkeit mit ihren immer offensichtlicher werdenden Voelkermordabsichten auf Seiten des Konsensblockes gegenueberstehen.

24.07.2017 21:12 Demokrat 6

Jetzt verbreiten die rechtsaffinen Medien wieder das Märchen der "gemäßigten" Kräfte in der AfD. Nein, seit 2015 sind die inhaltlich-ideologischen Fragen geklärt. Auch die gegen Poggenburg kämpfenden AfD-Teile sind klar völkisch, nationalistisch und autoritär - als rechtsextrem - eingestellt. Man streitet sich nur um Posten, Macht und eventuell noch um die PR-Strategie.