Der Rektor der Polizeifachhochschule Aschersleben, Knöppler, und Innenminister Stahlknecht bringen ein Plakat an, das für die Polizei werben soll
Hochschulrektor Knöppler und Innenminister Stahlknecht haben die ersten Plakate angebracht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nachwuchs gesucht Polizei startet freche Kampagne

Dass die Polizei nach Menschen fahndet, ist nicht neu. Mit einem Aufruf sucht sie nun aber nicht nach Verbrechern, sondern nach neuen Kollegen. Für dieses Jahr ist allerdings schon genug Nachwuchs da.

Der Rektor der Polizeifachhochschule Aschersleben, Knöppler, und Innenminister Stahlknecht bringen ein Plakat an, das für die Polizei werben soll
Hochschulrektor Knöppler und Innenminister Stahlknecht haben die ersten Plakate angebracht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sachsen-Anhalt hat doppelt so viele Nachwuchs-Polizisten gefunden wie im Vorjahr, sucht für die nächsten Jahre aber weiter Nachwuchs. Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) sagte am Freitag MDR SACHSEN-ANHALT, in der nächsten Woche werde er persönlich dem 700. Bewerber den Einstellungsbescheid überreichen. Damit sei das Ziel an Neueinstellungen für dieses Jahr erreicht worden. Beim ersten der zwei Ausbildungsstarts in diesem Jahr waren Stellen unbesetzt geblieben.

Nach jahrelangem Personalabbau will das Land bis 2021 wieder mehr Polizisten auf die Straßen bringen. Dem CDU-Politiker zufolge sollen im nächsten Jahr weitere 500 Polizisten eingestellt werden, die folgenden Jahre dann jeweils 450. In vier Jahren sollen dann statt 5.700 wieder 6.400 Beamte für Sicherheit sorgen.

Polizisten gesucht

Um künftig noch mehr junge Polizeianwärter zu gewinnen, wurde am Freitag eine Imagekampagne gestartet. Sie kostet 160.000 Euro und hat den Slogan: "Fahndung. Stell Dich. Der Verantwortung. Polizei." Öffentlichkeitsaufrufe laufen über Facebook, Radio und per Film. Dazu sagte Stahlknecht: "Wir wollen Nachwuchs gewinnen, aber auch für unsere Polizei werben, denn sie ist eine sehr gute." Man suche junge, clevere Menschen aus Sachsen-Anhalt und Deutschland, die Polizist werden wollten.

Der Minister meinte, die Kampagne sei frech. Man wolle ja junge Powerfrauen und -männer gewinnen, die das Leben noch vor sich hätten. Mit einer gesetzten Werbung, wo im Hintergrund Klassik laufe, gehe das nicht. Das sei etwas für das spätere Alter. Im kommenden Jahr stehen für die Jobwerbung noch einmal 109.000 Euro zur Verfügung.

Zufriedener Rektor

Der Rektor der Polizei-Fachhochschule Aschersleben, Frank Knöppler, ist mit der Imagekampagne zufrieden. Er sagte, sie sei schlau gewählt und er freue sich darüber. Man habe in der gesamten Polizei Verbündete gefunden, um gemeinsam Nachwuchs zu finden. So sei auch für die Ausbildung zusätzliches Personal rekrutiert worden. Die Fachhochschule Aschersleben und die Stadt Aschersleben seien für die jungen Anwärter attraktive Orte.

Weil nun deutlich mehr Polizisten ausgebildet werden sollen als in den Vorjahren, muss die Polizei-Fachhochschule ausgebaut werden. Die SPD hatte zuletzt kritisiert, das passiere zu langsam.

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 11.08.2017 | 13:00 Uhr
MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 11.08.2017 | 19:00 Uhr

Quelle: MDR/kb, düs

Zuletzt aktualisiert: 11. August 2017, 20:05 Uhr

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19 Kommentare

14.08.2017 11:26 Richter 19

Es wurden zu wenig Stellen abgebaut. Es gibt ausreichend Polizei, wenn man sie nur dort zum Einsatz bringt, wo sie ihre Aufgaben wahr nimmt und nicht für jeden Mist, der die Polizei nichts angeht.

13.08.2017 20:56 Frauke Garstig 18

@16 Richtig, sollte Böhmer von der CDU heißen unter dem die drastschen Einkürzungen der Landesbeamten vorgenommen wurden! Leider sind solchen starken Charaktere wie Höppner Mangelware in den heutigen Landesparlamenten!

13.08.2017 20:21 GregorSamsa 17

476 verletzte Cops. Schuld seid ihr selbst. So ähnlich ziert ein Plakat seit Wochen die Salzwedeler Altstadt seit dem G-20 Terror. Herr Stahlknecht. Man hat keinen Respekt vor der Polizei und verhöhnt sie. Schaffen Sie Recht in Sachsen-Anhalt statt "frecher Kapagnen". Das würde schon helfen.

13.08.2017 18:58 Mark 16

@13 Herr Höppner war meines Wissens ein SPD-Mann und nur bis 2002 Ministerpräsident.

13.08.2017 18:42 Barbara 15

ja MDR richtig damit diese mal wissen wie andere Tag täglich schwer arbeiten müssen, für ihr Geld und nicht nur dummes Zeug quatschen und Bleistift halten , den wir als Steuerzahler auch Sie müssen diese bezahlen auch wenn die nicht viel bringen.
Bevor einer Politiker werden möchte sollt erstmals
für 4 Jahre in einen Betrieb gehen mit 10 Stunden,
arbeiten , dann kann er seinen gut bezahlten Posten erhalten.....

ANMERKUNG MDR SACHSEN-ANHALT:

Nur wenige Politiker sind nach dem Schulabschluss sofort in die Politik gegangen... Schauen Sie sich doch einmal die unterschiedlichen Lebensläufe an.

13.08.2017 13:05 Barbara 14

schon alleine deswegen kann man die Politiker nicht mehr wählen erst absetzen und dann wieder suchen,
so etwas muß ich als Politiker drauf haben was die Sicherheit eines Landes anbetrifft und wenn nicht sollten diese im Bergbau arbeiten gehen............
überstehen die keine 12 Stunden.........

ANMERKUNG MDR SACHSEN-ANHALT:

Sehr eigenartige Logik: Wer es als Politiker Ihrer Meinung nach "nicht drauf" hat, der soll im Bergbau arbeiten? Und dann?

13.08.2017 10:56 Frauke Garstig 13

@4 Oh bitte, da müssen sie ehrlicher Weise noch in die Zeit vor Hövelmann, Erben und Bullerjahn gehen! Im vorgelegtem Haushalt 2003 unter der schwarz-gelben Regierung Höppners in Sachsen-Anhalt fing die Sparwut und der Stellenabbau bei der Polizei und sämtlichen Landesbediensteten an! Als kleines Beispiel sei erwähnt, dass im jahr 2005 von der CDU/FDP-Regierung den Beamten das Weihnachtsgeld gestrichen wurde, und seit dem ist es ein wiederkehrendes Wahlversprechen der CDU, es wieder zu bezahlen! Es ist ja loblich, wenn man sparen will, aber nicht wie die CDU auf Kosten der Beamten und der Sicherheit der Bürger!

12.08.2017 22:13 Matze 12

Die Werbefilmchen sind wirklich cool und ansprechend gemacht.
Ich könnte diesen Beruf keinem jungen Menschen empfehlen. Als zahnlose Tiger sich von jedem dahergelaufenen Idioten beleidigen oder verprügeln lassen. Dabei noch deeskalierend wirken und gute Mine zum bösen Spiel machen. Es wird Zeit, dass die Polizei den Respekt erhält, den sie verdient. Es soll sicherlich keiner vor der Polizei Angst haben müssen. Aber gewaltbereite Personen oder Straftäter, sollten mit aller Härte aus dem Verkehr gezogen werden. Aber darüber entscheidet ja dann wieder die Kuscheljustiz. Was dabei rauskommt, hören und lesen wir täglich.

12.08.2017 16:13 Rontuste 11

Polizisten haben keinen leichten Job. Für jeden Mist müssen sie ihren Kopf hinhalten. Sie müssen sich mit Extremisten und Berufsrandalierern aller Richtungen abarbeiten. Dürfen sich im Zweifel von diesen Leuten auch noch beschimpfen und verletzen lassen. Rund um die Uhr abrufbereit. Und am Ende geht das Familien-Leben noch den Bach hinunter. Kein Wunder, dass es da Nachwuchsprobleme gibt.

Und dann kommen auch noch absurde Forderungen aus der Politik, die Polizeistellen aus Kostengründen zusammenzustreichen. Anschließend wundert man sich über rechtsfreie Räume.

12.08.2017 14:37 OHNEWORTE 10

Wer seinen Kopf fuer verkorkste Politik hinhaelt ,wird erst schlau,wenn Demotouristen
dem Reklameverfuerten einen bleibenden Gesundheitsschaden zugefuegt haben....