Andre Poggenburg
Andre Poggenburg (AfD) fordert den Austritt seiner Parteikollegin Frauke Petry. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

AfD-Vorstand Poggenburg fordert Parteiaustritt von Petry

AfD-Chefin Frauke Petry will nicht der Bundestagsfraktion ihrer Partei angehören. AfD-Vorstandsmitglied André Poggenburg und Spitzenkandidatin Alice Weidel fordern daher nun Petrys Austritt aus der Partei.

Andre Poggenburg
Andre Poggenburg (AfD) fordert den Austritt seiner Parteikollegin Frauke Petry. (Archivbild) Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Bewegung bei der AfD: Die Parteivorsitzende Frauke Petry will darauf verzichten, Mitglied der Bundestagsfraktion ihrer Partei zu sein. Als Grund nannte sie einen inhaltlichen Richtungsstreit. Stattdessen will sie nun als Einzelabgeordnete ins Parlament einziehen.

André Poggenburg, Chef der AfD Sachsen-Anhalt, hat daraufhin den Parteiaustritt von Petry gefordert. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT, dass ein Parteiausschlussverfahren jetzt kaum zu vermeiden sei. "Dem sollte sie zuvorkommen und für sich selbst die Konsequenzen endgültig ziehen." Für Poggenburg ist Petrys Entscheidung vor allem schädlich für das Ansehen der AfD. Langfristig könne es allerdings für Frieden in der Partei führen, wenn Petry austrete. Auch AfD-Spitzenkandidatin Alice Weidel hat Petrys Austritt verlangt.

AfD Sachsen-Anhalt: "Gewissensentscheidung" von Petry

Frauke Petry
Frauke Petry will nicht zur Bundestagsfraktion der AfD gehören. Bildrechte: dpa

Der AfD-Landtagsabgeordnete Hannes Loth sieht durch die Entscheidung der Parteichefin keine Auswirkungen auf seine Partei in Sachsen-Anhalt. Loth sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Die Entscheidung von Frauke Petry tut mir sehr weh. Allerdings ist es ihre Gewissensentscheidung. Alle Menschen in Funktionspositionen sind ersetzbar." Loth hatte in der Vergangenheit zu den Petry-Anhängern in der AfD gehört.

Petry hat für ihren Wahlkreis das Direktmandat geholt. Zudem hat die AfD in Sachsen die meisten Zweitstimmen gewonnen. Petry wertete das als Bestätigung der Wähler für ihren Kurs gegen radikalere Stimmen der AfD.

Mehr zum Thema

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 25.09.2017 | 19:00 Uhr

Quelle: Reuters, MDR/mh

Zuletzt aktualisiert: 26. September 2017, 09:18 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

14 Kommentare

27.09.2017 12:52 Frauke Garstig 14

Petry ahnt wohl schon, mit welchen grundgesetzwidrigen Tiefschlägen sich die AFD-Fraktion im Bundestag selber zerlegen wird!

26.09.2017 16:54 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber ..." 13

Fraukes "Verweigerung für den Eintritt in die AfD-Bundestagsfraktion" ist ja nun nicht 'der erste Makel', den "Frauke oder die AfD" in ihrem kurzem Bestehen zu bieten haben.

Frauke - Meineid in der AfD-Kredit-Affäre;
Gauland - Rassismus, Volksverhetzung;
Höcke - Rassismus, Revisionismus;
Pogge...
Arppe...
Gedion...

Und nun, da Frauke nicht in einer 'Fraktion von Rechtsextremisten' sitzen will, gibt es "plötzlich und unerwartet" 'Parteiausschluß-Forderungen' ???

Das, meine Damen und Herren, ist in meinen Augen eigentlich eine 'pure Bekenntnis zum Rechtsextremismus'.

26.09.2017 15:29 böse-zunge 12

Nochmal zur Erinnerung:
Der Wahlschein hatte zwei Spalten. Links steht zuerst der Name und darunter, kleiner, die Parteizugehörigkeit (Es gab nur im ersten Bundestag 1949 einen Unabhängigen der auch als solcher gewählt wurde - warum und warum danach nie wieder?) und rechts zuerst die Partei und darunter, kleiner, die Namen der Listenkandidaten.
Wer über die rechte Spalte gewählt wird, da kann über gut über Mandatsbindung an eine Partei diskutieren - aber wer über links gewählt wurde ... ist persönlich "drin". Und das war's.
Würde ... nunja, nun ist man gemein mit Wahlfälschern, Stimmenkäufern und Vorteilsfreunden ... Würde adè.

26.09.2017 13:49 Hans 11

Petry ist nicht besser als rechtsextreme Rest der Partei. Es geht doch in Wirklichkeit nur um einen Machtkampf. Die Leute um Höcke und Gauland hätten sie ohnehin beim nächsten Parteitag "entsorgt" (wie man in der AfD zu reden pflegt). Da hat sie vorher lieber selbst den Abflug zu machen. Wenn sie allerdings moralische Gewissensbisse wegen des nun deutlich erkennbaren Rechtsextremismus der AfD dazu getrieben hätten, hätte sie nicht bis nach der Bundestagswahl stillgehalten.

26.09.2017 10:22 Hor Es Te 10

Ich hatte Frau Petry als kluge Frau geschätzt.Aber das was sie bei der Pressekonferenz gezeigt/gesagt hat beweist wohl nur "Schläue".Sie ist angetreten als Bundestagspolitikerin für die AfD rt Politik zu machen.Dafür hat man sie gewählt.Ja für die AfD.Wenn sie nun gerade als sie das Bundestagsmandat hat der AfD den Rücken kehrt und als "Einzelperson "dort an bundespolitischer Politik teilnehmen will?Das ist Betrug an ihre Wähler,an die die ihr die Parteizugehörigkeit geglaubt haben.Hat sie sich nur noch von ihren Wählern wählen lassen um ein Bundestagsmandat zu bekommen.Ihr Verhalten zeigt das.Sie ist es nicht mehr würdig in der AfD zu sein.Man sollte sie dort ausschließen und schade eigentlich auch das Mandat dort wegnehmen.Denn das war ja durch Betrug erschlichen.Sie hat ja gesagt das sie es vor der Wahl schon wußte das sie NICHT für die AfD dort sein wird.

26.09.2017 07:43 Heinz 9

Parteitreue ist wohl nicht nur ein Problem der AFD.
Oder warum wählt man gleich nochmal in Niedersachsen ?

25.09.2017 19:11 Krause - "ich bin ja ein Nazi, aber ..." 8

"Petry wertete das als Bestätigung der Wähler für ihren Kurs gegen radikalere Stimmen der AfD."

Das werden wohl auch die 'inhaltlichen Unstimmigkeiten' sein, die zu Fraukes Entschluß geführt haben.

Unter diesem Aspekt kann man Frauke nur vorwerfen, daß sie diesen Entschluß (der wohl nicht so unvorbereitet schien) nicht vorher verkündet hat und damit der 'rechtsradikalen AfD' und deren Fraktion im BT, der sie nicht beitreten will, zu Stimmen verholfen, die 'Frauke Petry' und eben nicht 'die Blauen' wählen wollten.

25.09.2017 18:53 Mediator 7

Frau Petry ist über die Erststimme dirkt als Person gewählt worden. Als Abgeordnete ist sie weiterhin nur ihrem Gewissen verantwortlich. Warum sollte sie also in einer Fraktion mitarbeiten, deren Ziele sie möglicherweise nicht mit ihrem Gewissen vereinbaren kann?

Frau Petry ist ja nicht die erste Abgeordnete die diesen Schritt geht. Etliche Landtagsabgeordnete sind bereits aus ihrer Fraktion ausgetreten, weil sie die Entwicklung der AfD in Richtung Rechtsradikalismus und die Integration von Rechtsextremisten in Funktionen der Partei nicht mehr mittragen wollten.

Herr Arppe in MV ist allerdings aus anderen Gründen aus der Fraktion hinausgetreten worden. Er ist ein für mich ein typischer Fall für jemanden, den die AfD aus der moralischen Gosse nach oben gespült hat. Seine Mord- und Vergewaltigungsfantasien erinneren an den wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Jugendlichen verurteilten Rechtsextremisten Tono Brandt. Ja so sind sie halt die rechten Patrioten.

25.09.2017 17:26 Golzower 6

In spätestens ein oder zwei Monaten wenn die Alltagsprobleme die Menschen wieder eingeholt haben und Frau Merkel ihr WIR SCHAFFEN DAS weiter umsetzt, ist Frau Petry nur noch eine uninteressante Randnotiz der Geschichte

25.09.2017 17:26 Insider 5

Respekt Frau Petry. Ich war Mitglied der AfD so lange es Lucke dort gab. Danach nahm der Einfluss eines Pöbels in der AfD zu und ich habe mich dort verabschiedet. Es kann nur gut sein, wenn Sie im Bundestag bleiben. Wünsche Ihnen starke Nerven und Rückhalt in Sachsen.