Wahlplakate der Spitzenkandidaten der SPD und CDU, Kraft und Laschet.
Bildrechte: dpa

Nach der Wahl in Nordrhein-Westfalen Viele Gewinner, ein großer Verlierer

Über die Ergebnisse der Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen zeigt sich ein Großteil der Politiker Sachsen-Anhalts erfreut, allen voran Siegfried Borgwardt von der CDU. Schwer geknickt ist wiederum die hiesige SPD. Fraktionsvorsitzende Katja Pähle fordert von ihrer Partei für die Bundestagswahl mehr Klarheit.

Wahlplakate der Spitzenkandidaten der SPD und CDU, Kraft und Laschet.
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Erst das Saarland, dann Schleswig-Holstein und nun Nordrhein-Westfalen: Über den erneuten Sieg seiner CDU zeigt sich Landtagsfraktionschef Siegfried Borgwardt wenig überrascht. Der Unionspolitiker sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Nach den gewonnenen Wahlen war klar erkennbar, dass die Themen der CDU die überzeugenden sind." Er habe sogar innerhalb der Fraktion gewettet, dass Armin Laschet (CDU) die Wahl gewinnt.

Trotz aller Sicherheit kann auch seine Partei noch etwas aus dem NRW-Wahlkampf lernen: "Dass man kämpft." Denn mit dem sogenannten Aufsteiger Schulz wären die Prognosen schlagartig nach unten gegangen, doch die Freunde in NRW hätten gekämpft und das helfe.

Pähle: "Schlag in die Magengrube"

Kämpfen müssen auch die Kollegen der SPD, vor allem mit den Tränen. So zeigte sich nach der erneuten Wahlschlappe auch die stellvertrende SPD-Landesvorsitzende Katja Pähle schwer enttäuscht. Sie bezeichnete die Niederlage bei MDR SACHSEN-ANHALT als "einen heftigen Schlag in die Magengrube". Für die anstehende Bundestagswahl folgerte sie: "Wir müssen viel stärker und klarer in dem werden, was wir wollen."

Die Sozialdemokraten dürften nicht darauf vertrauen, dass einzelne Personen sie nach oben ziehen würden. Pähle gestand ein: "Wir haben uns vielleicht die ersten Monate dieses Jahres zu sehr auf den Schulz-Zug verlassen." Vor der Entscheidung der NRW-Ministerpräsidentin Kraft, als Landeschefin der SPD in Nordrhein-Westfalen sowie als stellvertretende Bundesvorsitzende zurückzutreten, habe sie großen Respekt.

Linke verpasst Einzug in den Landtag

Zur Niederlage der SPD äußerte sich auch der Fraktionsvorsitzende der Linken in Sachsen-Anhalt, Swen Knöchel. "Wer auf der einen Seite soziale Gerechtigkeit sagt und auf der anderen immer auf eine Koalition mit der CDU schielt, der wird am Ende wahrscheinlich nirgendwo einen Blumentopf gewinnen." Für ihn stehe fest, dass die Wähler sich nicht aus Angst vor Rot-Rot-Grün gegen die Sozialdemokraten entschieden haben, sondern aufgrund deren inhaltlicher Unklarheit. Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis scheiterten die Linken mit 4,9 Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde.

Striegel: "Bitterer Abend"

Auch für die Grünen verlierf die Wahl weniger erfolgreich. Die bislang an der Regierung beteiligten Grünen stürzten auf 6,4 Prozent. Sachsen-Anhalts stellvertretender Fraktionschef Sebastian Striegel sprach von einem bitteren Abend: "Wir konnten nur das grüne Kernklientel mobilisieren, nicht unser Potenzial."

Sitta: Erfolgreicher Abend für FDP

Zu den Siegern der NRW-Wahl zählt mit über 12 Prozent der Stimmen auch die FDP. Sachsen-Anhalts Landesvorsitzender Frank Sitta sprach von einem "erfolgreichen Abend". Das Ergebnis sei ein tolles Signal, dass sich die harte Arbeit lohne. Deshalb dürfe heute auch gefeiert werden.

Als Grund für das positive Abschneiden nannte Sitta gegenüber MDR SACHSEN-ANHALT unter anderem den "Zukunftsoptimismus" seiner Partei. "Während andere von alten Zeiten träumen und Dinge bewahren wollen, haben wir Lust auf Zukunft und wollen fit machen dafür."

Poggenburg: "Konservative Themen sind gefragt"

Mit 7,4 Prozent zieht erstmals die AfD in den Düsseldorfer Landtag ein. Über den Sieg der Parteikollegen zeigte sich Sachsen-Anhalts Landesvorsitzender André Poggenburg erfreut. Das Ergebnis sei ein grandioser Erfolg und ein Zeichen, dass die AfD in den neuen und alten Bundesländern angekommen sei. Verantwortlich dafür ist laut Poggenburg das Schwerpunktthema "Innere Sicherheit", welches seiner Partei "überall in die Hände spielt".

Anhand der Verluste von SPD, Grüne und Piraten macht Poggenburg zudem einen Ruck zur Mitte und zu Mitte-Rechts aus. So erklärte er MDR SACHSEN-ANHALT: "Das zeigt, konservative Themen sind gefragt."

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT - Das Radio wie wir | 14.05.2017 | 22:00 Uhr

Quelle: MDR/mkl/as

Zuletzt aktualisiert: 15. Mai 2017, 20:34 Uhr

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11 Kommentare

19.05.2017 13:07 Das illustriert genau den Sachverhalt 11

@17.05.2017 22:43 Agnostiker (Die "Christdemokraten" erinnern an einen Glaser, der Nachts im Dorf alle Fenster zerschlaegt, nur um den Geschaedigten am naechsten Morgen seine Dienste anzubieten.)

Ein exakt den Sachverhalt illustrierendes Bild...

18.05.2017 12:51 Winter 10

Endlich ist das Konstrukt von SPD und GRÜNE in NRW (Hoffentlich)erstmal weg.Diese unsäglich Arrogante Frau Kraft hat als Ministerin mit Ihrer unnötigen SPD einen Klatsche erhalten. Dazu haben die Leute aduch diese ewigen Nörgler der GRÜNEN eine Abfuhr erhalten!!Schade das es hier in Sachsen Anhalt noch so eine Konstelation gibt. Doch frage ich mich ,wie man einen Mann wie den Herrn Laschet und die CDU an die Spitze wählen kann.Was haben sich die Wähler dabei gedacht? Nunja.Es war jedenfalls ein Zeichen für die Bundestagswahl. Man kann nur hoffen das die Menschen im September noch mehr ALTERNATIV (E) wählen werden!!

17.05.2017 22:43 Agnostiker 9

@ 1: Die "offenen Grenzen" sind aber auf "Muttis (CDU) Mist" gewachsen.
Jetzt gehen sie erst mal mit ihrem durchschaubaren Wahlkampfpatriotismus um die "Leitkultur" auf Dummenfang, der aber erfahrungsgemaess sofort wieder Schrank verschwindet, sobald die letzten Wahllokale schliessen.

Die "Christdemokraten" erinnern an einen Glaser, der Nachts im Dorf alle Fenster zerschlaegt, nur um den Geschaedigten am naechsten Morgen seine Dienste anzubieten.

In dieser Hinsicht halte ich die Melonenpartei und die Roten fuer wahrhaftiger und in gewisser Weise "ehrlicher" - die sagen uns wenigstens jeden Tag ins Gesicht, wie sehr sie uns hassen.

15.05.2017 16:58 @6, "Geschätzter" Demokrat 8

Erst auf die AfD einhauen, danach eine tiefgründige Wahlanalyse. Was kommt denn in NRW: CDU + FDP = minimale Mehrheit (eine ganze Stimme). Ansonsten ist eine abgewählte "Versagerpartei" (SPD oder Grüne) weiter mit am fröhlichen Regieren. Vielleicht braucht man doch eine Alternative?

15.05.2017 15:09 Barbara 7

Naja die FDP , mehr Netto als Brutto war schon der größte Witz vor Jahren, die werden für die gut Verdiener da sein für andere nicht, wir sprechen uns wieder mit denen kann genauso nichts werden wie mit die anderen Parteien und die Grünen
die alles blockiert haben im Bundestag gegenüber der Polizei frech aufgetreten sind ( Peter ) hätten
4 % verdient nicht mehr, ja leider naja einige werden eben absolut nicht klug.

15.05.2017 14:13 Barbara 6

Der neue bringt genau so wenig wie die alten abgewählten, wollen wir wetten ????

15.05.2017 14:05 Demokrat 5

Der größte Merkel-Unterstützer in der Union hat die Wahl in NRW gesiegt, die liberale FDP fährt mit fast 13 Prozent ihr historisch bestes Landtagswahlergebnis in NRW ein. Trotzdem tun die Rechtsextremen von der AfD ganz altparteienmäßig so, als hätten sie mit ihrem Ergebnis knapp über der Fünfprozenthürde die Wahl gewonnen und wäre das Ergebnis in NRW die Folge von "Merkels Flüchtlingspolitik". Dabei war nicht einmal das Thema Innere Sicherheit in NRW der Bringer. Die Nachwahlbefragungen zeigen eindeutig, dass das mit Abstand wichtigste Thema Schule und Bildung war. Die katastrophale Schulpolitik, gegen die Eltern in NRW schon seit einigen Jahren Sturm gelaufen sind, hat Rot-Grün die Regierung gekostet.

15.05.2017 10:48 Cirruculum 4

Offenbar ist der Michel doch nicht komplett verblödet und der Demokratie überdrüssig.
Da müssen sich die Rundfunkfunktionäre aber zukünftig richtig ins Zeug legen, damit die Bürger nicht doch noch mehr zum Mitreden in der Politik kommen.

Anmerkung MDR SACHSEN-ANHALT: Wieso? Weil jetzt die CDU statt der SPD eine Regierung in NRW bilden wird?

15.05.2017 09:58 W. Merseburger 3

Wenn obige Anzahl der Sitze im neuen Parlament richtig wiedergegeben ist, dann sind es in Summe 199 Abgeordnete. CDU + FDP = 100; Summe Andere = 99. Was nun, wie soll eine neue Regierung aussehen? CDU + FDP könnten mit einer "komfortablen" Mehrheit von einer Stimme regieren. Das ist wahrscheinlich nicht machbar. So könnte eine große Koalition auch in NRW den Einheitsbrei der Parteien weiterführen. Die CDU müsste dann aber eine große Zahl von Zielen über Bord werfen. Wenn die SPD Verstand hätte, würde sie als sogenannter krachender Wahlverlierer bedingungslos in die Opposition gehen. Mal sehen, was dann von der CDU in NRW verändert werden könnte?

15.05.2017 07:34 Kompressor 2

Die selbsternannten Wunderheiler der Nation haben richtig eine auf die Glocke bekommen und das ist gut so.
Die Bürger haben kein vertrauen mehr in Eure Arbeit, schade das es in Sachsen Anhalt noch dieses konstrukt gibt.