Landespolitiker zum 3. Oktober Was hat die Einheit gebracht?

Reiner Haseloff
Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident Haseloff zeigte sich im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT zufrieden über das Erreichte. Der CDU-Politiker sagte: "Dem Grunde nach hat sich dieses Land so gewandelt, dass man sich wie in eine andere Welt versetzt fühlt." Das heiße nicht, dass man schon alles geschafft habe. Es gebe noch genügend Ecken, wo Handlungsbedarf bestehe. Dazu zählten das eine oder andere Schlagloch oder die eine oder andere Ruine, die noch wegzuräumen sei. Haseloff: "Ich bin ein alter Schmalfilmer und habe noch viele Schmalfilme aus den Zeiten vor '89. Wenn ich die zeige, dann sind Sie, wenn Sie dann anschließend unterwegs sind, in Sachsen-Anhalt in einem völlig anderen Land." Bildrechte: CDU Sachsen-Anhalt
Reiner Haseloff
Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident Haseloff zeigte sich im Gespräch mit MDR SACHSEN-ANHALT zufrieden über das Erreichte. Der CDU-Politiker sagte: "Dem Grunde nach hat sich dieses Land so gewandelt, dass man sich wie in eine andere Welt versetzt fühlt." Das heiße nicht, dass man schon alles geschafft habe. Es gebe noch genügend Ecken, wo Handlungsbedarf bestehe. Dazu zählten das eine oder andere Schlagloch oder die eine oder andere Ruine, die noch wegzuräumen sei. Haseloff: "Ich bin ein alter Schmalfilmer und habe noch viele Schmalfilme aus den Zeiten vor '89. Wenn ich die zeige, dann sind Sie, wenn Sie dann anschließend unterwegs sind, in Sachsen-Anhalt in einem völlig anderen Land." Bildrechte: CDU Sachsen-Anhalt
Der neu gewählte Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) freut sich am 23.11.2016 in Magdeburg (Sachsen-Anhalt) über die Glückwünsche nach seiner Vereidigung im Landtag von Sachsen-Anhalt.
Armin Willingmann (SPD), Wirtschaftsminister Willingmann sagte MDR SACHSEN-ANHALT, man könne stolz sein auf das Erreichte. Sachsen-Anhalt habe die schwersten Startbedingungen aller neuen Bundesländer gehabt. Große industrielle Strukturen seien mehr oder minder zerfallen gewesen. Jetzt habe man eine Arbeitslosenzahl von acht Prozent. Anfang der 90er seien es über 20 Prozent gewesen: "Das ist doch schon ganz prima." Willingmann verwies auf die Entwicklung der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse. Deren Zahl steige. Allerdings gebe es weiterhin Aufholbedarf. Wegen der schweren Startbedingungen hinke die Entwicklung hinter anderen Ländern her. Man sei noch ein ganzes Stück weg von Verhältnissen wie in Westdeutschland: "Dennoch: Nach 27 Jahren kann man einigermaßen stolz sein auf diese Entwicklung. Und man sollte schauen, dass man auf das, was gelungen ist, verünftig aufbaut." Als Beispiel nannte der SPD-Politiker die Nachfolgersuche in Unternehmen. Viele Gründer wollten ihre Firmen nun abgeben. Bildrechte: dpa
Cornelia Lüddemann
Cornelia Lüddemann (GRÜNE), Vorsitzende der Grünen im Landtag Man habe zwar keine blühenden Landschaften, so Lüddemann im MDR-Interview. Insbesondere in den ersten Jahren sei sehr viel schief gelaufen. Jetzt jedoch habe man preiswerte Mieten, viele Baugrundstücke und ganz viele freie Stellen. Stellen, die da seien, würden gut bezahlt. Außerdem gebe es Ausbildungsplätze. Lüddemann zeigte sich angesichts dessen jedoch auch nachdenklich: "Das ist etwas, das mich umtreibt, warum wir in der Mentalität noch so einen großen Unterschied zwischen Ost und West haben." Bildrechte: privat
Linken-Fraktionsvorsitzender Swen Knöchel steht vor einer Kulisse aus Luftballons.
Swen Knöchel (LINKE), Chef der Linken-Fraktion im Landtag Knöchel sagte MDR SACHSEN-ANHALT, man könne nicht nur über Erfolge reden. 27 Jahre nach der Einheit sei es noch nicht gelungen, die Renten gleich zu stellen. Es gebe noch immer erhebliche Lohnunterschiede: "Sachsen-Anhalt und ganz Ostdeutschland ist ein Hotspot des Niedriglohnsektors, der Leihharbeit, der prekären Beschäftigung. All das muss mit auf die Tagesordnung." Knöchel forderte, über die Probleme zu reden, räumte aber auch ein, dass sich Sachsen-Anhalt an manchen Stellen gut entwickelt habe. Allerdings: "Deutsche Einheit sieht anders aus, als es die Karten zeigen, die wir im Moment vor Augen haben." Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer
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