Sachsen-Anhalt

Sachsen-Anhalt : Merseburger Pfarrerin ist neue Stasi-Beauftragte

Die neue Landesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen in Sachsen-Anhalt, Birgit Neumann-Becker, sucht den Kontakt zu Stasi-Opfern. Bei MDR INFO sagte sie, bei den Opferverbänden gebe es großen Gesprächsbedarf. Sie sehe es als ihre Aufgabe an, zuzuhören. Außerdem will Neumann-Becker die Gedenkstätten mehr in den Blickpunkt rücken. Jugendliche sollten ein differenziertes Bild von der DDR zu sehen bekommen. Es habe nicht nur die Stasi gegeben, aber auch nicht nur den Konsum.

Einspruch kurz vor der Abstimmung

Birgit Neumann-Becker
Die Merseburger Pastorin Neumann-Becker ist neue Stasi-Beauftragte.

Der Landtag von Sachsen-Anhalt hat am Donnerstag die Merseburger Pfarrerin zur neuen Landesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen gewählt. Sie erhielt im ersten Wahlgang die knapp erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit. 69 Abgeordnete stimmten für Neumann-Becker, erforderlich waren 68 Stimmen gewesen.

Die Wahl der Kandidatin der CDU/SPD-Koalition stand jedoch bis Donnerstagnachmittag auf der Kippe, weil ein unterlegener Bewerber einen Eilantrag gestellt hatte. Seiner Ansicht nach war das Parlament nicht ausreichend über seine Kandidatur informiert. Das Oberverwaltungsgericht Magdeburg wies den Antrag in zweiter Instanz ab und machte so in letzter Minute den Weg für die Wahl frei. Für Wirbel hatten im Vorfeld zudem Spekulationen über mögliche Abweichler aus den Reihen der CDU-Fraktion gesorgt. Fraktionschef André Schröder sagte, ihm sei darüber nichts bekannt. Eine Probeabstimmung habe es daher auch nicht gegeben. Für den Posten des Stasi-Beauftragten hatten insgesamt 41 Bewerber ihre Unterlagen eingereicht.

Amt seit zwei Jahren unbesetzt

Sachsen-Anhalt hat seit zwei Jahren keinen Stasi-Beauftragten mehr. Der frühere Beauftragte Gerhard Ruden war entlassen worden. Er hatte eingestanden, 1968 einen Schulfreund bei der Stasi angeschwärzt zu haben. Im November 2011 war zwar Ulrich Stockmann im zweiten Wahlgang zum neuen Landesbeauftragten gewählt worden. Der ehemalige SPD-Europaabgeordnete trat das Amt aber nicht an, weil zwei unterlegene Bewerber geklagt hatten.

Zuletzt war gesetzlich geregelt worden, dass die Bewerbungen direkt an den Landtag gerichtet werden müssen. Ende Mai war die Stelle schließlich ausgeschrieben worden und die schwarz-rote Koalition hatte sich auf Neumann-Becker geeinigt.

Kurzporträt: Birgit Neumann-Becker

Die studierte Theologin wurde 1963 in Görlitz geboren und war in der DDR in der kirchlichen Opposition. Seit 2009 arbeitet Neumann-Becker als Pfarrerin in Merseburg. Sie wohnt in Halle, ist verheiratet und hat ein Kind. [mehr]


Zuletzt aktualisiert: 13. Juli 2012, 09:29 Uhr

4. Franz Krötzsch:
gut gemacht Frau Neumann Becker :) hoffentlich kommen sie mal wieder und besuchen in der schule :D
12.07.2012
20:47 Uhr
3. hmüller:
Auch uin den Medien nur noch Kirche . Gibt es kein Rundfunkgesetz? Wo kommen Atheisten zu Wort ?
12.07.2012
18:52 Uhr
2. Heinz Faßbender:
Es reicht jetzt mit den ganzen Kirchenleutchen in der Politik...Trennung von Kirche und Staat ist angesagt...
12.07.2012
18:12 Uhr
1. Jürgen Engert:
"Seiner Ansicht nach war das Parlament nicht ausreichend über seine Kandidatur informiert. " Das würde voraussetzen das es überhaupt informiert sein wollte. Aber leider wurde Frau Birgit Neumann-Becker von den beiden großen Fraktionen schon vorher auserwählt, dafür ist sie aber nicht verantwortlich zu machen. Es ist traurig aber wahr: In Sachsen-Anhalt ist Politik immer noch geklüngel (zugegeben natürlich nicht nur dort). Ich wünsche Frau Neumann-Becker viel Erfolg bei ihrer Arbeit! Es gibt eine Menge zu tun in diesem Landesteil.
12.07.2012
16:24 Uhr

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