Amtliches Endergebnis : Europawahl: CDU gewinnt in Sachsen-Anhalt vor Linken
Die CDU hat trotz Verlusten die Europawahl in Sachsen-Anhalt vor Linkspartei und SPD gewonnen. Nach dem amtlichen Endergebnis kommen die Christdemokraten auf 29,1 Prozent, das waren 5,2 Prozentpunkte weniger als 2004.
Nach Angaben der Landeswahlleitung in Magdeburg entfielen auf die Linkspartei 23,6 Prozent (-0,1) und auf die SPD 18,1 Prozent (-0,4 der Stimmen). Die FDP legte drei Prozentpunkte zu und kam auf 8,6 Prozent, die Grünen verbesserten sich um 1,0 Punkte auf 5,4 Prozent. Rechtsextreme Parteien spielten keine Rolle, sie liegen zusammen unter drei Prozent. Die Wahlbeteiligung stürzte auf ein Rekordtief. Insgesamt gingen lediglich 37,8 Prozent der Stimmberechtigten zur Wahl. Das ist der niedrigste Wert bei einer Europawahl in Sachsen-Anhalt.
Nur noch ein Landesabgeordneter
Sachsen-Anhalt stellt künftig statt zwei nur noch einen Europa-Abgeordneten. Für den Magdeburger Europa-Abgeordneten Ulrich Stockmann von der SPD ist eine Ära zu Ende gegangen. Nach 18 Jahren im Europäischen Parlament muss sich der 58-Jährige nun aus Brüssel und Straßburg verabschieden, sein Listenplatz 26 reichte nicht für eine Wiederwahl. "Ich brauche jetzt den Sommer, um meine Lebensplanung neu zu überdenken", sagt der gelernte Ingenieur und Theologe. Der Politik und dem Land Sachsen-Anhalt will Stockmann nach eigener Aussage aber auf jeden Fall erhalten bleiben. Was genau er künftig machen will, steht für Stockmann aber noch nicht fest. Kann er sich 2011 eine Kandidatur für den Landtag vorstellen? Auch dies sei eine Überlegung wert, sagte er.
Der CDU-Politiker Horst Schnellhardt aus Langenstein bei Halberstadt hat es hingegen geschafft. Der 63-Jährige zieht erneut in das EU-Parlament ein und ist dort nun der einzige Abgeordnete aus Sachsen-Anhalt.
Enttäuschung bei Böhmer und Hövelmann
Ministerpräsident Wolfgang Böhmer reagierte mit großer Enttäuschung auf das geringe Interesse an der Europawahl. Nach Angaben der Staatskanzlei sagte er: "Dass trotz der Kommunalwahl weniger Menschen zur Wahl gegangen sind als in anderen Teilen der Bundesrepublik, ist nicht hinzunehmen." Auch mit dem Ergebnis der CDU, die auch bundesweit vorn liegt, zeigte sich Böhmer nicht zufrieden. SPD-Landeschef Holger Hövelmann bezeichnete das Abschneiden seiner Partei als bittere Enttäuschung.
FDP: Zuversicht für Bundestagswahl
FDP-Landeschefin Cornelia Pieper war mit dem Ergebnis ihrer Partei äußerst zufrieden. Das Abschneiden der Liberalen auch auf Bundesebene mache Mut. Linke-Landeschef Matthias Höhn machte Fehler im Wahlkampf für das bundesweite Abschneiden seiner Partei verantwortlich. "Das Ergebnis liegt deutlich unter dem, was wir uns vorgestellt hatten - das waren zehn plus x." Der Grünen-Landesvorsitzende Christoph Erdmenger wertete das Abschneiden seiner Partei als Aufschwung für die Grünen.
