SACHSEN-ANHALT HEUTE | 31.10.2012 | 19:00 Uhr : Heimatkunde extra: Alles über die Reformation in Sachsen-Anhalt
Spannend, witzig, überraschend - wer diese Vokabeln nicht auf Anhieb mit dem Begriff "Heimatkunde" in Einklang bringt, sollte sich die gleichnamige Reihe bei SACHSEN-ANHALT HEUTE nicht entgehen lassen. Immer sonntags präsentiert das Regionalmagazin Wissenswertes über Sachsen-Anhalt zum Staunen und Weitersagen.
Mit 95 Thesen brachte Martin Luther die römische Kirche ins Wanken. Der Sachsen-Anhalter wurde zum Begründer eines neuen christlichen Glaubens mit heute 400 Millionen Anhängern. Hier sind fünf Fakten über die Reformation in unserem Land.
Fakt 1
Ein Auslöser für Luthers Thesen war der Ablasshandel in Zerbst. Viele Wittenberger fuhren in die Nachbarstadt, um sich von ihren Sünden freizukaufen. Die Folge: Luther predigte daheim in Wittenberg vor zunehmend leeren Kirchenbänken.
Fakt 2
Eine drastische Folge der Reformation war die Bilderstürmerei. Die erste Aktion gab es 1522 in Wittenberg. Eine aufgebrachte Menge stürmte die Stadtkirche und zerstörte die kostbare Inneneinrichtung. Aktionen gab es auch in Halle, Merseburg, Nebra und Magdeburg. Bilderstürmer regten sich über jede bildliche Darstellung von Heiligen auf.
Fakt 3
Die Halberstädter und Magdeburger Evangelen mussten sich ihre Religionsfreiheit 1541 kaufen. Gemeinsam zahlten sie dem völlig verschuldeten Magdeburger Erzbischof 500.000 Gulden. Die Hallenser lehnten das Angebot dagegen ab.
Fakt 4
In Anhalt gab es eine Reformation der Reformation. 1606 wandte man sich offiziell von Luthers Lehren ab und den strengen Ansichten Johannes Calvins zu. Nun stand sogar das Schwänzen des Gottesdienstes unter Strafe. Bis heute ist die Evangelische Landeskirche Anhalts keine lutherische Kirche, sondern eine reformierte.
Fakt 5
Ausgerechnet ein Sachsen-Anhalter soll für die katholische Seite den Ausgleich zwischen den Konfessionen vermitteln. Der Magdeburger Bischof Gerhard Feige möchte den fast 500 Jahre alten Grabenkampf schlichten. Nicht nur im Land der Kirchenspaltung keine einfache Sache.
Bonusfakt:
Wolfgang von Anhalt (1492-1566) enteignete als einer der ersten protestantischen Herrscher die Klöster in seinem Land. Er schenkte das Vermögen den jeweiligen Gemeinden. Pastoren mussten sich von da an regelmäßig einer evangelischen Glaubensprüfung unterziehen.



