Themenjahr zur Lutherdekade : Minister wertet "Reformation und Musik" als Erfolg
Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh hat das zu Ende gehende Themenjahr "Reformation und Musik" als großen Erfolg gewürdigt. Es habe der Lutherdekade neuen Schwung verliehen, sagte der SPD-Politiker am Mittwoch in Magdeburg. Die Dekade habe in diesem Jahr ganz Deutschland erreicht und eine enorme Resonanz hervorgerufen. So habe es bundesweit unzählige Konzerte, Schulprojekte und Festivals gegeben. Als Beispiel nannte der Minister das Projekt "366+1", bei dem täglich ein Konzert unterschiedlicher Chöre und Orchester an einem anderen Ort in Deutschland gegeben wurde.
Bisher 120 Veranstaltungen
Dorgerloh sagte weiter, alleine in Sachsen-Anhalt seien zur Halbzeit der seit 2008 laufenden Lutherdekade mehr als 120 Veranstaltungen durchgeführt worden. Die Händel-Festspiele in Halle und die Jahresausstellung der Franckeschen Stiftungen zum Thema Musik seien dabei mit 45.000 beziehungsweise 100.000 Besuchern die absoluten Höhepunkte im Land gewesen. Dorgerloh betonte, dass auch andere Staaten schon erste Projekte begonnen hätten. So habe es beispielsweise bereits in Südkorea, den USA oder Schweden Veranstaltungen zur Lutherdekade gegeben. In Deutschland steige zudem das Interesse der Bundesländer an der Dekade. Neben Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen habe sich in diesem Jahr auch Rheinland-Pfalz erstmals finanziell beteiligt. Im kommenden Jahr würden Bayern und Hessen hinzustoßen. Mit Brandenburg liefen bereits Gespräche.
Der Direktor der Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, Stefan Rhein, sagte, aus dem was in Sachsen-Anhalt begonnen habe, sei ein nationales Ereignis geworden. Bis zum Reformationsjubiläum 2017 solle es zum internationalen Ereignis weiterentwickelt werden.
"Reformation und Toleranz"
Das kommende Themenjahr 2013 der Lutherdekade steht unter dem Motto "Reformation und Toleranz". Es wird am 31. Oktober in Worms eröffnet. Luthergedenkstätten-Direktor Rhein sagte dazu, Martin Luther habe das Wort Toleranz in die deutsche Sprache eingeführt, auch wenn die Reformation kein goldenes Zeitalter der Toleranz gewesen sei. Kultusminister Dorgerloh betonte, das neue Themenjahr solle diesen Widerspruch zur Debatte stellen. Den Streit um die Nominierung der russischen Mädchen-Punkband "Pussy Riot" bezeichnete er als "guten Auftakt" für weitere Diskussionen. Auch die Auseinandersetzungen um die Mohammed-Karikaturen zeige die Aktualität des Themas. So solle es im kommenden Jahr unter anderem auch Veranstaltungen zu den Themen künstlerische Freiheit und religiöse Gefühle oder Beschneidung geben.
Gauck eröffnet Ausstellung in Halle
Zentraler Beitrag des Landes Sachsen-Anhalt zum neuen Themenjahr ist ein Jubiläumsprogramm in den Franckeschen Stiftungen zu Halle. Es soll an den 350. Geburtstag von August Hermann Francke (1663-1727) und seine Vision einer "Weltverwandlung durch Menschenverwandlung" erinnern. So eröffnet Bundespräsident Joachim Gauck Ende März 2013 eine Ausstellung mit dem Titel "Die Welt verändern. August Hermann Francke - Ein Lebenswerk um 1700". Zur Halbzeit der "Lutherdekade" werden nach Angaben der Stiftung Luthergedenkstätten zudem Baumaßnahmen an Gedenkstätten der Reformation abgeschlossen sein. So sollen im Februar Luthers Sterbehaus in Eisleben und das Melanchthonhaus in Wittenberg wiedereröffnet werden.

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