Feuer in Mehrfamilienhaus gelegt
Mutmaßliche Brandstifter wieder auf freiem Fuß
Die beiden Männer, die am Dienstag wegen mutmaßlicher Brandstiftung in einem Mehrfamilienhaus in Schönebeck festgenommen worden waren, sind wieder auf freiem Fuß. Die Staatsanwaltschaft sah in der Tat keine schwere Brandstiftung und stellte keinen Haftantrag. Ermittelt werde wegen Sachbeschädigung durch Brand, hieß es am Mittwoch.
Bei dem Feuer am Dienstag konnte sich eine zwölfköpfige irakische Familie noch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Nach Angaben der Ermittler handelte es sich bei der Brandstiftung um eine ausländerfeindliche Tat. Noch am Dienstagabend waren ein 17-jähriger ehemaliger Bewohner des Hauses und dessen 20 Jahre alter Bekannter verhaftet worden. Die beiden räumten ein, einen Kinderwagen im Hausflur angezündet zu haben. Der 17-Jährige sprach von einer "gewissen Abneigung gegenüber Ausländern".
Hövelmann fordert rasche Aufklärung
Innenminister Holger Hövelmann bezeichnete die Tat als schlimm und verabscheuungswürdig. "Ich hoffe, dass die rasche Festnahme der Verdächtigen eine zügige und umfassende Aufklärung möglich macht", betonte der SPD-Politiker. Der Hass müsse raus aus den Köpfen.
"Mit der Verteilung der zweiten 'Respekt'-CD an den Schulen wollen wir in dieser Woche vermitteln: Respekt, Solidarität und Mut geben Lebensperspektiven, Hass und Gewalt führen in die Sackgasse."
Tatverdächtige sind polizeibekannt
Die irakische Familie konnte sich bei dem Feuer über die Fenster ihrer Erdgeschosswohnung in Sicherheit bringen. Drei Kinder musste die Feuerwehr aus der ersten Etage retten. Sie wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in ein Krankenhaus eingeliefert. Die beiden Tatverdächtigen sind der Polizei bereits wegen anderer Vergehen bekannt.
Zuletzt aktualisiert: 13. Mai 2009, 16:24 Uhr
