Fußball | Randale

FCM: Fanzug soll Krawalle vermeiden

Das Projekt könnte Schule machen: Mit einem eigens organisierten Fanzug wollten Magdeburger Fans beweisen, dass Auswärtsfahrten auch ohne Aggressionen und Auseinandersetzungen über die Bühne gehen können. Das Pilot-Projekt startete am vergangenen Sonntag beim Spiel Chemitzer FC gegen den 1. FC Magdeburg an - mit einem kleinen Schönheitsfehler.

Dieses Projekt klingt neu: In Kooperation mit dem 1. FC Magdeburg, der Deutschen Bahn und der Bundespolizei-Inspektion Magdeburg haben Magdeburger Fußball-Fans am vergangenen Sonntag ein Pilotprojekt gestartet. Zum ersten Mal wurde ein Fan-Zug in Eigenverantwortung organisiert - ohne uniformierte Polizisten an Bord. Am vergangenen Sonntag fuhr der Zug zum traditionsreichen Auswärtsspiel nach Chemnitz. Für Ordnung und Sicherheit sollten die Fans dabei selber sorgen. Die 700 Karten für den Zug waren binnen drei Tagen verkauft.

Magdeburger Fans bereiten Sandwiches für den Fanzug vor.
Im Vorfeld bereiteten Magdeburger Fans auch Verpflegung für die 700 Anhänger vor.

Durch Eigenverantwortung Zwischenfälle minimieren

Jens Janeck, Mitarbeiter des Fanprojekts Magdeburg beschreibt die Idee hinter dem Fanzug: "Wir wollten zeigen, dass Fußball-Fans auch friedlich zu Auswärtsspielen reisen können, ohne wie bei üblichen Auswärtsfahrten kaserniert zu werden." Dadurch, dass nur Zivilbeamte an Bord waren, sollten Reibungspunkte minimiert werden. Das Projekt zeigte dann auch, dass dies funktionieren könne. "Durch die Eigenverantwortung der Fans haben diese mit mehr Rücksicht agiert", sagte Janeck. Zufrieden war der Fan-Beauftragte auch mit der Reaktion der Polizei am Spielort, die sich gegenüber den Fans "weniger martialisch gebärdet" hätten als sonst.

"Wir wollten zeigen, dass man mit einem solchen Projekt das Spannungsverhältnis zwischen Fans und Polizei auflockern kann."

Jens Janeck
Fanprojekt Magdeburg

Polizei: Positiv-Beispiel mit Schönheitsfehler

Die Polizei-Inspektion Magdeburg, die den Zug mit sechs Zivil-Beamten begleitet hatte, sprach hinterher von einem Projekt, auf dem man aufbauen könne. "Besonders die Hinfahrt lief schon fast gespenstisch gut ab. Die Fans haben sogar den Zug selber sauber gemacht", sagte Inspektionsleiter Steffen Quaas. Auf der Rückfahrt sei es dann allerdings bei einem Stopp in Dessau zu einem Zwischenfall gekommen, der zu Denken gebe. Einige FCM-Anhänger hätten sich von einigen wenigen Fans des Halleschen FC provozieren lassen. Danach seien beide Fanlager aneinander geraten, wobei auch ein Polizeiwagen beschädigt wurde. Die Landesdirektion bereits hat die Ermittlungen übernommen.

Alle Beteiligten wollen nun die Ereignisse vom Sonntag auswerten. Sollte das Fazit trotz des Zwischenfalls positiv bleiben, könnte die Aktion laut Jens Janeck im nächsten Jahr wiederholt werden.

Zuletzt aktualisiert: 03. November 2009, 19:10 Uhr

 

 
 
 
 
 
 

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