Gedenken an NS-Opfer

"Zug der Erinnerung" macht Station in Sachsen-Anhalt

Der "Zug der Erinnerung" zum Gedenken an junge Opfer der NS-Vernichtungslager ist in Sachsen-Anhalt angekommen. Bis Mittwoch macht er in Magdeburg Station. Dann geht es weiter nach Blankenburg, Dessau-Roßlau und Wittenberg.

Ausstellung: Zug der Erinnerung
Ausstellung im "Zug der Erinnerung"

Der Zug erinnert mit einer Ausstellung an die Deportation von Kindern und Jugendlichen durch die Nationalsozialisten. Vorgestellt werden Biografien von Opfern und Tätern. Magdeburgs Bürgermeister, Rüdiger Koch, verwies darauf, dass jüdische Menschen sowie Sinti und Roma auch aus der Elbestadt per Bahn in Vernichtungslager gebracht worden seien. In den Jahren 1942 und 1944 habe es vier solcher Transporte gegeben. Die Ausstellung sei eine Mahnung, im Erinnern an die Nazi-Verbrechen nicht nachzulassen.

"Der Zug der Erinnerung will an das kurze Leben der Kinder erinnern und ihnen ein Gesicht geben."

Rüdiger Koch
Bürgermeister von Magdeburg

Holocaust-Überlebender spricht über seine Erlebnisse

Vorträge, Filmvorführungen und Gespräche mit Zeitzeugen begleiten die Reise des Zuges. Der Holocaust-Überlebende Shlomo Wolkowicz will davon berichten, wie er im Sommer 1941 ein Massaker der SS an 1.000 Juden im ukrainischen Zloczów überleben konnte. Bis Freitag folgen Auftritte des 85-Jährigen in Magdeburg, in der Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge in Halberstadt und in Halle.

neu verlegte Bahngleise am Eisenbahnknotenpunkt am Hauptbahnhof in Magdeburg
Die Deutsche Bahn berechnet dem Verein unter anderem die Nutzung der Trasse.

Gebühren für das Gedenken

Der "Zug der Erinnerung" fährt seit 2007 durch Deutschland. Seine aktuelle Tour begann Anfang Oktober. Ute Schilde vom Trägerverein sagte, bisher hätten ihn mehr als 360.000 Menschen besucht. Schilde kritisierte, dass der Verein 4.000 Euro pro Tag für das Gedenken bezahlen müsse, weil die Deutsche Bahn AG zum Beispiel Trassen- und Stationsgebühren in Rechnung stelle. Das Unternehmen argumentierte, dass die von ihr berechneten Gebühren gesetzlich feststünden. Im Sommer spendete die Bahn 175.000 Euro an die Zwangsarbeiter-Stiftung. Die Stiftung reichte 150.000 Euro an den Trägerverein des Zuges weiter. Laut Bahn entspricht das den Kosten, die das Projekt seit dem Start 2007 an das Unternehmen gezahlt hat.

Zuletzt aktualisiert: 16. November 2009, 16:14 Uhr

 

Der "Zug der Erinnerung" in Sachsen-Anhalt

Der "Zug der Erinnerung" macht an folgenden Tagen in Sachsen-Anhalt Station:
* 16. bis 18. November: Magdeburg
* 19. bis 21. November: Blankenburg
* 22. bis 24. November: Dessau-Roßlau
* 25. bis 27. November Wittenberg

 
 
 
 
 
 
 

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