Menschen stehen auf der Meile bei der Eröffnungsveranstaltung.
Mit der achten Meile soll ein Signal gegen Rassismus und Intoleranz gesetzt werden. Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Straßenfest unter dem Thema "Eine Stadt für alle" 10.000 Menschen besuchen "Meile der Demokratie" in Magdeburg

Menschen stehen auf der Meile bei der Eröffnungsveranstaltung.
Mit der achten Meile soll ein Signal gegen Rassismus und Intoleranz gesetzt werden. Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

In Magdeburg haben tausende Menschen ein Zeichen gegen Rechts gesetzt. Nach Polizeiangaben kamen allein rund 10.000 zu einer "Meile der Demokratie" in der Innenstadt. Dort hatten rund 160 Initiativen, Vereine, Schulen und Kirchengemeinden ein Bühnen- und Kulturprogramm organisiert.

Parallel zur Meile der Demokratie demonstrierten Anhänger des PEGIDA-Ablegers Magida. Daran beteiligten sich laut Polizei mehr als 200 Menschen. Ein Zwischenfall wurde am späten Nachmittag vom Neustädter Bahnhof gemeldet. Dort hätten Einsatzkräfte linke Demonstranten von Rechten fernhalten und dazu auch teilweise einfache körperliche Gewalt anwenden müssen.

"Alle sind willkommen"

Ministerpräsident Haseloff (2.v.li.) und Oberbürgermeister Lutz Trümper (2.v.re.) auf der Meile.
Haseloff und Trümper auf der Meile Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Die Meile der Demokratie stand in diesem Jahr unter dem Motto: "Eine Stadt für alle". Trümper sagte bei der Auftaktveranstaltung auf dem Alten Markt, niemand in der Stadt habe das Recht, einem anderen gewaltvoll gegenüberzutreten: "Die Menschen die hier sind, sind willkommen." Zu der Gewalt am Rande einer Demonstration am Freitagabend sagte Trümper: "Das ist genau so nicht tolerabel.“ Bei den Ausschreitungen in Magdeburg-Stadtfeld waren vier Polizisten verletzt worden.

Ministerpräsident Reiner Haseloff, Schirmherr des Netzwerkes für Demokratie und Toleranz, bedankte sich auf der Veranstaltung dafür, dass es die "Meile der Demokratie" wieder gibt. Viele hätten sich die Meile im Land zum Beispiel genommen und damit gezeigt, wie Demokratie funktioniert. Alle Bereiche der Gesellschaft zeigten hier, wie sie zusammen leben wollen.

Meilensteine und Demonstrationen

Musikalische Untermalung der Auftaktveranstaltung der Meile.
Musik zur Eröffnung Bildrechte: MDR/Luca Deutschländer

Wie in den vergangenen Jahren verlief die Meile auf dem Breiten Weg zwischen Dom und Ernst Reuter Allee. Außerdem waren in der ganze Stadt sogenannte Meilensteine verteilt. Am Bahnhof Buckau, dem Nicolaiplatz, dem Universitäts- und Ulrichsplatz bis hin zum Herrenkrug wurden Lesungen, Konzerte, Spiele und Informationen angeboten. Für die "Meile der Demokratie" waren insgesamt 18 Veranstaltungen angemeldet. Die Polizei setzte mehrere Hundertschaften in Magdeburg ein.

Kranzniederlegung auf dem Westfriedhof

Am Vormittag hatten Vertreter aus Politik, Kirche und Gesellschaft haben an den verheerenden Luftangriff auf die Elbestadt vor 71 Jahren erinnert. Auf dem Westfriedhof wurden Kränze für die Opfer der Bombenangriffe niedergelegt. Oberbürgermeister Trümper appellierte bei einer Rede an die Einwohner, dabei mitzuhelfen, dass Magdeburg auch in Zukunft für Toleranz, Demokratie, Weltoffenheit und Solidarität stehe. Das Datum hatten Neonazis in der Vergangenheit wiederholt zu einem "Trauermarsch" genutzt.

Zuletzt aktualisiert: 16. Januar 2016, 20:01 Uhr

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29 Kommentare

19.01.2016 12:32 Paul 29

Wer einem Trauermarsch für ermordete Menschen diese Respektlosigkeit und diesen Hohn entgegenbringt, der muß sich mit Recht asozial nennen lassen.

18.01.2016 17:07 Mediator 28

Vier dienstunfähig geschlagene Polzisten, lebensgefährlich verletzte rechte Demo-Teilnehmer... und der Leser sol das jetzt als tolles Fest der Willkommenskultur im Gedächtnis behalten? Ich denke eher, der Schuß ist mit dieser linken Gewalteskalation voll nach hinten los gegangen. Da nützen auch keine bunten Luftballons mehr was

18.01.2016 16:49 kurt 27

Ich sehe in den alliierten Bombenabwürfen einen geplanten Massenmord an der Zivilbevölkerung.
Ein Völkermord - ein ganz schweres Kriegsverbrechen, das niemals angeklagt wurde.
Das der Massenmord heute für andere, sogenannte bunte Zwecke missbraucht wird, ist widerlich

17.01.2016 15:58 Hans 26

10000 Besucher, haben wieder die Studenten gezahlt ?

17.01.2016 13:15 Jürgen 25

Tolles Rahmenprogramm: 4 verletzte Polizisten bei der vorabendlichen "Eröffnungsveranstaltung", 4 z.T. Schwerverletzte bei der "Abschlussmatinee".

17.01.2016 12:17 Ela 24

Mit viel Empathie müssen wir auf die armen Irrläufer der sog. "Demokratiemeile" reagieren. ...denn sie wissen nicht was sie tun.

17.01.2016 11:56 Gundruhn 23

@21 - hier ist es - gelernt ist gerlernt ; )
"morgen sind wir tolerant! wir reichen jedem arsch die Hand und was uns stört in diesem land, das wird ab morgen nicht mehr eine Schweinerei genannt. ab morgen sind wir positiv und nicht mehr so oft ..., wir rücken nichts mehr g'rade, nein, wir lassen alles schief. na klar.
fortan glauben wir an lügen, weil sie in der Zeitung stehn, gehen nichts mehr mit Kritik an, was geht uns die Politik an. haben wir uns nicht schon allzu oft die finger dran verbrannt? das wird anders: morgen sind wir tolerant ..."
übrigens von Robert Long, wenn mich nicht alles täuscht.

17.01.2016 10:46 I. Maier 22

@8. Dämon: Sie müssen die ganzen Beiträge verfolgen; also auch die vorhergehenden. Dort wurde schon angesprochen, dass die Aussage mit der Note 6 erstens nicht nur nicht bewiesen und zweitens auch nicht realisierbar ist. Verfolgen Sie die Beiträge aller Foren. Das Schlimmste ist, nach Facebookmanier, alles was man einmal gehört hat zu verbreiten um Andere zu diskreditieren. Ein anderes Ziel gibt es nicht. Warum? Warum einfach so eine Veranstaltung und deren Teilnehmer beleidigen, nur weil man dagegen ist. Welches Niveau hat so ein Hass? Kein Niveau!

17.01.2016 07:59 Harzfreund 21

Gab mal ein schönes Lied in den 70-zigern.
"Ab morgen sind wir tolerant und reichen jedem Arsch die Hand".
Leider 40 Jahre zu früh.

17.01.2016 07:57 Magdebürger 20

Dass die Teilnehmerzahl an der Meile der Demokratie nicht unter 10000 liegen würde war ja irgendwie abzusehen. Doch wie kam diese Zahl zustande? Es wird geschrieben, dass dies nach Angaben der Polizei ist. Nur leider hat die Polizei auch nur die Zahl weitergegeben, welche ihr seitens des Veranstalters mitgeteilt wurde. Und der wird sicher eine "eigene" Zählweise haben. Die einzige polizeiliche Zählung der Teilnehmer ist vom frühen Nachmittag und da liegt sie bei ca. 2500 Personen. Vielleicht mal etwas genauer nachhaken...