André Poggenburg und Matthias Büttner auf einer Pressekonferenz.
Matthias Büttner (Bildmitte) hat sich auf einer Pressekonferenz zu den Vorwürfen geäußert. Bildrechte: Falko Wittig

AfD-Fraktion Büttner weist Vorwürfe sexueller Nötigung zurück

Nach Vorwürfen wegen sexueller Nötigung gegen den AfD-Landtagsabgeordneten Büttner hat er sich am Montag selbst geäußert. Büttner sagte, er sei unschuldig. Eine frühere Mitarbeiterin hatte den 33-Jährigen angezeigt. Zudem ging es am Montag auch um die Rolle des früheren Fraktionsgeschäftsführers, Daniel Roi, in dem Fall. Roi gab zu, interne Unterlagen an die frühere Mitarbeiterin weitergegeben zu haben.

André Poggenburg und Matthias Büttner auf einer Pressekonferenz.
Matthias Büttner (Bildmitte) hat sich auf einer Pressekonferenz zu den Vorwürfen geäußert. Bildrechte: Falko Wittig

Nach den Vorwürfen gegen den AfD-Landtagsabgeordneten Matthias Büttner wegen sexueller Nötigung hat sich der Beschuldigte am Montag erstmals selbst geäußert. Büttner sagte bei einer Pressekonferenz in Magdeburg, er sei unschuldig.

Eine frühere Mitarbeiterin Büttners hatte den 33-Jährigen öffentlich einer Straftat bezichtigt und angezeigt. Derzeit ermittelt die Staatsanwaltschaft. Auf der Pressekonferenz erhob die AfD schwere Vorwürfe gegen die Frau. So soll sie ihre Abschlussnote geschönt und verschiedene Identitäten verwendet haben. Büttner bestätigte, dass er Strafanzeige gegen die Ex-Referentin gestellt hat, unter anderem wegen Betrugs, Urkundenfälschung, Missbrauchs von Titeln und Verleumdung sowie Stalking. "Die vermeintlich Geschädigte hat ein zielgerichtetes Schauspiel inszeniert und das nicht nur gegen mich", so Büttner. Sie habe ihm hunderte Mitteilungen übers Handy geschickt, zuletzt auch mit beleidigenden und drohenden Inhalten.

Daniel Roi soll ausgeschlossen werden

Der Fraktionsvorstand prüft zudem, den Abgeordneten und früheren Fraktionsgeschäftsführer Daniel Roi aus der Fraktion auszuschließen. Darüber soll kommenden Freitag in einer Sondersitzung beraten werden. Der Parlamentarische Geschäftsführer, Robert Farle, sagte am Montag, man habe Roi überführt. Farle sprach sich für den Ausschluss aus. Roi soll Interna an die ehemalige Mitarbeiterin weitergegeben haben.

Roi selbst gab am Montag zu, die Parteiinterna weitergegeben zu haben. Er sagte dem MDR, er habe eine interne Beschlussvorlage aus seiner Fraktion der früheren Referentin zur Verfügung gestellt. Roi sagte weiter, sein Handeln sei dumm gewesen. Er habe nicht geahnt, dass die Frau das Dokument auf ihrer Facebook-Seite veröffentlichen würde. Grundsätzlich könne man ihm aber nicht verbieten, Kontakt mit ehemaligen Mitarbeitern aufzunehmen.

Petry fordert Aufklärung

Die AfD-Bundesvorsitzende Frauke Petry wies darauf hin, dass der interne Streit hinderlich sei. Dennoch müssten die Vorwürfe geklärt werden. Dazu sei die Fraktion aufgerufen. "Der Bundesverband bietet seine Hilfe an, wenn Hilfe notwendig ist", sagte sie dem MDR. Bisher habe den Bundesverband aber noch kein offizielles Hilfeersuchen erreicht. "Wenn es darum geht, Fraktionsmitglieder per se auszuschließen, weil sie unbequem sind, dann muss das sehr genau erörtert werden", sagte sie. Die AfD werde das in aller Ruhe aufarbeiten.

Dieses Thema im Programm: • MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 30.01.2017 | 14:00 Uhr
• MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 30.01.2017 | Tagesreport | 17:00 Uhr
• MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 30.01.2017 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 30. Januar 2017, 15:31 Uhr

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29 Kommentare

31.01.2017 12:10 GregorSamsa 29

So unterschiedlich kann die persönliche Wahrnehmung sein. Es ist schön zu lesen, dass die ehrlichen und Guten Zusammenhangsversteher mit einem bischen Schaum vorm Mund den Statu Quo verteidigen. Aber als Argument heran zu ziehen, dass von den Medien nicht über die Vorschläge der Afd berichtet wird, ist schon einbischen einfältig, wenn dait einseitige Berichterstattung widerlegt werden soll. Gelle?

31.01.2017 11:32 Norbert W. 28

Man hat hier ganz vergessen zu erwähnen, dass Sie die Anzeige ein halbes Jahr nach der angeblichen Tat aufgegeben hat und zwar an dem Tag an dem Sie entlassen wurde. Das Gesamtbild mit dem obig geschriebenen das sich hier ergibt ist: Die ist nicht ganz richtig im Kopf.

ANMERKUNG MDR SACHSEN-ANHALT: Wir bitten um Vorsicht bei der Vorverurteilung. Es steht Aussage gegen Aussage. Wieso wer wann was gesagt hat, ist nicht bekannt.

31.01.2017 11:16 mtadeus 27

Der Vorwurf, dass von "Leitmedien" nur Skandale der AFD thematisiert werden ist nicht richtig.
Unsere Medienlandschaft ist sehr heterogen.
Dieser Skandal ist sehr berichtenswert. Er ist Gegenstand von Pressemitteilungen und Auschlussverfahren in der AFD.
Bei anderen Parteien wird genauso berichtet, Beispiele sind z.B. Volker Beck von den Grünen, Linus Förster von der SPD, zu Guttenberg von der CSU.
Die Vorstellung, dass in der AFD alle eine weisse Weste haben ist vollkommen abwegig.
Wenn Daniel Roi ein Dokument geleakt hat ist er ein Whistleblower. Ich finde es falsch Whistleblower zu verurteilen.
Wenn Matthias Büttner auf AFD Kosten ein Doppelzimmer mit seiner Referentin bezogen hat ist das inaktzeptabel und eines Politikers unwürdig. Die AFD ist allerdings eine junge Partei, entsprechende Compliance Richtlinien gibt es u.U. noch nicht. Die Angelegenheit weist ihn allerdings auch als unprofessionell aus und die AFD täte gut daran, sich nach einer besseren Personalie umzusehen

31.01.2017 10:52 Reiner Arndt 26

Im Gegensatz zu dem, was einschlägige Paranoiker unablässig wiederholen: Diese Afde demontiert sich s e l b s t ! Und wer so was am Ende trotzdem noch wählt, diskreditiert sich selbst - ob er's nun merkt oder nicht!

31.01.2017 09:45 Mediator an Gregorsamsa (23) 25

Mit welchen inhaltlich wichtigen Themen, mit denen die AfD sich angeblich abhebt, sollen sich die Medien den bitte beschäftigen?

Wichtige Themen muss die AfD schon selbst bringen und bewerben. Das tut sie nicht und vermeidet so inhaltlich wegen handwerklicher und konzeptioneller Fehler auseinandergenommen zu werden.

Die AfD quatscht allenfalls über Themen zweiten Ranges. Der Umgang mit Homosexuellen usw. ist zwar ein wichtiges Thema, aber besitzt für den Großteil der Bevölkerung keine wirkliche Relevanz. Ebenso das völkische und revisionistische Geschwaffel eines Herrn Höcke.

Kaum ein Wort verliert die AfD über ihre Wirtschaftsideen. Hier würde gnadenlos offenbart, dass Wirtschaftsliberalismus und Engagement für den <kleinen Mann> doch vermutlich einen unvereinbaren Gegensatz bilden. Auch die Familienpolitik der AfD wirft mehr Fragen als Antworten auf.

Fazit: Im Backen aufblasen ist die AfD Spitze, für mehr als ein Wutkreuzchen bei der Wahl aber kaum zu gebrauchen.

31.01.2017 09:41 Hartmut 24

@ 23 das ist doch Blödsinn. Natürlich schreiben die staatlichen Medien auch über Skandale anderer Parteien ( Wahlbetrug Stendal ) aber leider schaffen es diese AfD-ler LSA alle anderen Skandale zu toppen. Auch gibt es Skandale in jeder Partei mal, aber die AfD-LSA schafft es jede Woche mit Intrigen,Lügen & Sex. Ich bin kein Freund der Partei der Grünen, aber die arbeiten klein & fein und seriös zusammen für ihr Ziel, muss man ihn neidlos anerkennen. Die AfD-LSA hat leider ihr Ziel vor Augen verloren, hier kämpft jeder nur für sich und egoistisch für sein persönliches Ziel. Jeder vernünftige tritt nicht in diese Partei ein, man sieht es ja auf den ihrer Seite, man sucht Leute, aber kein vernünftige geht dort hin, man wird verbrannt und abgeschoben, wenn man nicht willig ist. Wenn die AfD-LSA überhaupt noch mal eine Chance haben möchte, dann trennt euch von diesen unseriösen Leuten wie Ronny Kumpf,Oliver Kirchner & Schmidt, diese Magdeburger Bande zieht die Intrigen und Diskreditierungen

31.01.2017 08:32 Gregorsamsa 23

@11. Was sie schreiben , sehe ich genauso. Diskreditieren, verunglimpfen der AfD und Trump ist erklärtes Medienziel. Man muss nur bei google news AfD eingeben und erhält ausschliesslich negativ besetzte schlagzeilen der leitmedien. Inhaltliche auseinandersetzung-fehlanzeige. Nur skandale und skandälchen. Geht man auf die webseiten von afd erfährt man einiges was in dem land passiert aber von den gleichen medien totgeschwiegen oder geschönt wird.

31.01.2017 08:24 Pattel 22

Für mich persönlich ist es schlimm das solch eine Partei auch noch Zuwendungen vom Staat erhalten. Aber das ist ja legitim.
Das heißt Steuern von mir ohne das ich es möchte.

31.01.2017 06:46 RZille 21

Ausgerechnet die AFD, die zumindest wenn die Täter nicht gebürtige Deutsche sind, sich als Retterin der belästigten und misshandelten Frauen inszeniert, startet nun eine Schmutzkampagne gegen das Opfer eines sexuellen Übergriffs durch einen AFD-Mann! Nicht schlecht! Wobei man soviel Heuchelei sonst höchstens von der Ex-Feministin Schwarzer bekannt ist, die in Springers größten Drecksblatt neben Titten-Fotos und detaillierten, bebilderten Berichten von vergewaltigten minderjährigen Frauen, gerne über ihre merkwürdige Auslegung des Feminismus schwadroniert...
Nach den Erfahrungen der Kölner Silvesternacht 16/17 wäre es nun wohl konsequent, jeden, der nach AFD aussieht, erst mal vorsorglich einzukesseln und in Gewahrsahm zu nehmen. Das wäre zwar zugegebener Maßen großer Unsinn, dürfte aber auch niemanden aufregen, wenn wir uns die allgemeine Begeisterung für die Rassentrennung durch die Kölner Polizei in Erinerung rufen...

31.01.2017 06:22 Oliver Wege 20

Diese Person, namens M.Büttner, ist und sollte auch für die AfD untragbar sein. Die primitive Art der gestrigen Dartellung setzt dem Ganzen noch eins drauf. Ich kann mich grundlegend den vorangegangenen Ausführungen nur anschließen, allein der Fakt, dass der Funktionär mit der Referentin in einem Zimmer übernachtet ist schon suspekt genug. Jetzt fällt noch das nächste Bauernopfer Roi und die Welt ist wieder wunderbar blau! Sollten diese Vorgänge in anderen Fraktionen aktuell vorkommen, dann wäre die AfD der "Lautsprecher" der Aufklärung. Tipp an Herrn Poggenburg: Lösen sie sich von solchen "Negativ-Miltiplikatoren" - sonst naht das Ende der Glaubwürdigkeit noch viel schneller.