Breitbandausbau auf dem Land Auf unterschiedlichen Wegen ins schnelle Internet

In Sachsen-Anhalt kann der Ausbau für schnelles Internet vorangehen. Vom Bund gab es dafür rund 113 Millionen Euro. Damit sollen 14 Kommunen an das Breitbandnetz angeschlossen werden. Darunter sind acht Städte und Verbandsgemeinden im Landkreis Börde sowie im Salzlandkreis, im Kreis Mansfeld-Südharz und in Anhalt-Bitterfeld. Einige Kommunen gehen aber auch eigene Wege.

von Mario Köhne, MDR SACHSEN-ANHALT

Mindestens 50 Mbit pro Sekunde sollen alle deutschen Haushalte bis 2018 haben. Das ist das Ziel der Bundesregierung. Auch Sachsen-Anhalt hat sich dieser Vorgabe verschrieben. Umgesetzt werden müssen die Maßnahmen aber vor Ort – in den Städten und Gemeinden. Im Landkreis Börde gibt es zum Breitbandausbau eine im Land einzigartige Initiative. Acht Kommunen haben sich unter Federführung des Kreises zu einer Arbeitsgemeinschaft zusammengeschlossen. In dieser Woche haben die Bürgermeister im Bundesverkehrsministerium die Schecks mit den Fördermitteln des Bundes bekommen. Mehr als 80 Millionen Euro fließen aus Berlin allein in den Landkreis Börde.

Mit dem Geld sollen Leerrohre verlegt werden. Diese können die Städte und Gemeinden dann an Telekommunikationsunternehmen vermieten und so neue Einnahmen generieren. Die werden sie auch brauchen. Denn die Bundesförderung deckt nur rund die Hälfte der Ausbaukosten. Den Rest müssen die Kommunen vor Ort selber stemmen. Es geht um Millionenbeträge, die über Kredite finanziert und über Jahrzehnte abbezahlt werden müssen.

Einige Gemeinden im Landkreis Börde gehen eigene Wege

Sülzetals Bürgermeister Jörg Methner.
Sülzetals Bürgermeister Jörg Methner will bis 2019 für schnelles Internet in seiner Gemeinde sorgen. Bildrechte: MDR/Mario Köhne

Auch die Gemeinde Sülzetal war zunächst Mitglied in der Arbeitsgruppe – und mit deren Arbeit sehr zufrieden. Allerdings geht die Gemeinde nun andere Wege – aus Kostengründen. Sülzetals Bürgermeister Jörg Methner sagte MDR SACHSEN-ANHALT, er sei erschrocken gewesen, als er hörte, dass er in seinem Haushalt für das Verlegen der Rohre 13 Millionen Euro bereitstellen müsse. Zwar sei das die nachhaltigste Form, dennoch hat sich Methner anders entschieden: "Sülzetal verlässt sich beim Breitband auf die Telekommunikationsunternehmen." Damit verzichtet die Gemeinde auf die Bundesmittel.

Mit zwei Firmen ist die Gemeinde im Gespräch. Die Unternehmen kümmern sich um den Breitbandanschluss und auch um die Bauarbeiten. Einerseits sagt der Bürgermeister: "Wir haben da sehr, sehr großes Vertrauen." Methner nennt als Beispiele Spatenstiche in Schwaneberg und Osterweddingen. Andererseits schiebt er aber auch nach: "Als Kommune müssen wir das begleiten und aufpassen, dass das von der Wirtschaft Versprochene auch eingehalten wird." Sollte es dennoch weiße Flecken auf der Breitband-Karte seiner Gemeinde geben, hofft Methner darauf, dass das Land mögliche Kosten bezuschusst. Er rechnet mit einer hundertprozentigen Förderung.

Schnell wird es schnelles Internet aber trotzdem noch nicht im gesamten Gemeindegebiet von Sülzetal geben. Methner sagt aber: "Ich garantiere, dass wir den flächendeckenden Ausbau 2019 im ersten Quartal, vielleicht auch im zweiten Quartal erreichen."

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 22.03.2017 | 09.30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 22. März 2017, 15:57 Uhr

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3 Kommentare

24.03.2017 08:32 SleeplessMD 3

@hans Es ist eben nicht zweitrangig wie schnelles Internet bereitgestellt wird. Mit der Lösung im Sülzetal ist man auf lange Zeit an einen Anbieter gebunden, der dann seine Monopolstellung ausnutzen kann und wird, da es keinen Wettbewerb gibt. Dazu kommt dann der Minimalausbau auf 50 MB, der sicher in der Praxis ohnehin nicht erreicht wird.
Wenn man sich Leistungen und Preise von MDDSL ansieht, weiß man, dass diese im offenen Wettbewerb keine Chance hätten. Der Dumme ist wie immer der Bürger, der für diese politische Fehlentscheidung wahrscheinlich Jahrzehnte bezahlen muss.

24.03.2017 07:38 Hans 2

Wie das schnelle Internet ermöglicht wird, ist eigentlich zweitrangig. Da kann und soll jede Kommune ihren Weg gehen. Wichtig ist, dass es endlich überall vorhanden ist. Die Qualität der digitalen Infrastruktur ist mittlerweile auch ein wichtiger Standortfaktor geworden.

22.03.2017 17:10 mike w. 1

Wenn Profis am Werk sind....die ehemalige Weltklasse-Schwimmerin Antje Buschschulte entwickelt für das Land eine Digitale Agenda und dies als Neurobiologin (Dr. rer. nat.). Gute Nacht & holt die Brieftauben wieder raus. Liebe Brieftauben fliegt schnell sonst werden ihr von der Neuro-bioligin sezierzt. Flieg mein kleiner Freund.