Die Stadtmuehle (r-l) am Fluss Ihle, die doppeltürmige Oberkirche Unser lieben Frauen und das eintürmige historische Rathaus von Burg, aufgenommen am 30.07.2012. Burg bei Magdeburg ist Kreisstadt des Landkreises Jerichower Land.
Soll es in Burg einen Helmut-Kohl-Platz geben? Der Stadtrat ist dafür, einige Bürger aber üben Widerstand. Das Archivbild zeigt das historische Rathaus von Burg. Bildrechte: dpa

Burg Protest gegen geplanten Helmut-Kohl-Platz

In Burg soll ein Platz nach Helmut Kohl benannt werden. Das hatte der Stadtrat beschlossen. Doch nun gibt es Widerstand. Einige Bürger wollen die Namensvergabe stoppen.

Die Stadtmuehle (r-l) am Fluss Ihle, die doppeltürmige Oberkirche Unser lieben Frauen und das eintürmige historische Rathaus von Burg, aufgenommen am 30.07.2012. Burg bei Magdeburg ist Kreisstadt des Landkreises Jerichower Land.
Soll es in Burg einen Helmut-Kohl-Platz geben? Der Stadtrat ist dafür, einige Bürger aber üben Widerstand. Das Archivbild zeigt das historische Rathaus von Burg. Bildrechte: dpa

Geht es nach dem Stadtrat, heißt der Platz vor dem Landratsamt in Burg künftig Dr.-Helmut-Kohl-Platz. Das hatte der Stadtrat auf Antrag der CDU-Fraktion vor zwei Wochen beschlossen. Doch einige Bürger sind gegen die Pläne. Drei von ihnen haben sich zusammengeschlossen und ein Bürgerbegehren gestartet. Sie wollen die Namensvergabe stoppen. Die Initiatoren kritisieren, der Stadtrat habe am Bürger vorbei entschieden. Zudem habe Kohl keinen Bezug zu Burg. Wie eine MDR-Reporterin berichtet, liegen seit Dienstag in der Innenstadt Unterschriftenlisten aus.

Vor einem neugestalteten Platz in der Stadt Burg steht ein Baugerüst.
Um diesen Platz geht es: Nach Meinung des Stadtrats soll der Platz vor dem Landratsamt in Burg künftig Helmut-Kohl-Platz heißen. Bildrechte: MDR/Marila Zielke

Insgesamt sind 2.000 Unterschriften nötig. Dann würde es einen Bürgerentscheid geben – zur Frage, ob der Stadtratsbeschluss rückgängig gemacht werden soll. Die Organisatoren des Bürgerbegehrens wollen den Platz lieber nach Burger Persönlichkeiten benennen. Der Kultur- und Sozialausschuss hat dazu bereits eine Liste erarbeitet.

Diskussionen um eine Ehrung des verstorbenen Altkanzlers Kohl gibt es auch in anderen Städten. In Dessau-Roßlau hat die CDU-Fraktion einen Antrag in den Stadtrat eingebracht. Sie will ein Stück der B184 nach Kohl benennen. Der Tagesordnungspunkt war aber bei der letzten Sitzung gestrichen worden, weil es noch Gesprächsbedarf gibt. Wie es nun weitergeht, ist offen. Im Magdeburger Stadtrat ist ein ähnlicher Antrag von CDU, FDP, BfM und der Gartenpartei abgelehnt worden. Im Gespräch waren hier vor allem ein "Helmut-Kohl-Platz" oder eine "Helmut-Kohl-Brücke". Auch in Spergau und in Leuna im Saalekreis sind Pläne für eine Straßen- oder Platzbenennung vorerst vom Tisch.

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 19.09.2017 | 12:30 Uhr

Quelle: MDR/kb

Zuletzt aktualisiert: 19. September 2017, 15:57 Uhr

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14 Kommentare

21.09.2017 11:09 Mölle 14

Ist das ein Wunder, das es Menschen gibt die etwas gegen einen Helmut Kohl Platz oder Straße haben. Wo sind denn die Blühenden Landschaften die uns Herr Kohl damals versprochen hat. Das einzige was blüht sind Bäume, Blumen, Felder usw. sonst nichts, und dann noch diesen dämlichen Euro für den er sich so mehr Eingesetzt hat als für sein Volk. Der Osten war ihm zum Zeitpunkt der Einheit schon völlig egal, sonst hätte er dafür gesorgt das Marode Betriebe Saniert werden anstatt Liquidiert werden. Er möge in Frieden Ruhen, aber vermissen tu ich diesen Mann nicht.

20.09.2017 15:10 Ureinwohner 13

"Dr.-Helmut-Kohl-Platz. Das hatte der Stadtrat auf Antrag der CDU-Fraktion vor zwei Wochen beschlossen."Dieser Kohl-Hype geht immer von den CDU-Fraktionen in den Stadträten aus .Ein normaler Mensch käme gar nicht solche auf blöde Idee, da muß man schon CDU-Mitglied sein.

20.09.2017 14:37 Na so was 12

zu @6 Neisterkarl
"ANMERKUNG MDR SACHSEN-ANHALT: Wenn 2000 Unterschriften oder mehr gegen die Umbennung zusammenkommen, wird es einen Bürgerentscheid geben." Das ist aber eine eigenartige Auslegung der Befragung und Mitbestimmung der Bürger von Burg, MDR SACHSEN-ANHALT. Normalerweise wird VOR irgendwelchen Aktivitäten, deren Auswirkung alle Bürger betreffen, eine Befragung aller Stimmberechtigten durchgeführt. Hier in Burg wird es gerade anders herum durchgeführt. Die CDU-Fraktion drückt kurz vor der Bundestagswahl ihren Willen im Stadtrat durch. Ganz toll gemacht. Da macht sich die CDU unter Garantie viele Freunde. Da hoffe ich mal, dass sich diese Aktion am Sonntag bei der Stimmenauszählung bemerkbar macht.

20.09.2017 13:24 K.Morasch 11

Ich weiß nicht ob man so zeitnah nach dem Ableben des Altkanzlers Dr. Helmut Kohl schon Plätze und Straßen nach ihm benennen muss. Was ich aber weiß ist das Helmut Kohl für eine gänzlich andere CDU stand, als es sie heute gibt. Und daher ist es fragwürdig, wenn sich CDU Fraktionen mit seinem Namen gewissermaßen schmücken möchten. Heute nämlich ist die CDU die SPD und die SPD weiß nicht mehr wer sie ist (und agiert entsprechend planlos und verwirrt.) Für konservative Wähler der "alten" CDU gibt es ja nun eine Alternative.

20.09.2017 07:36 Kritiker 10

Wenn dieser Kohl-Hype noch länger anhält, muss er wohl auch noch in Rom heilig gesprochen werden ...

19.09.2017 23:56 Andreas 9

Puh..... Unwichtig

19.09.2017 20:13 Rhönsegler 8

Warum wird sich nicht an Kohl`s Vermächtnis gehalten? Er wollte nie, dass Straßen und Plätze nach ihm benannt werden. Wann halten sich hiesige CDU Leute an die Worte des "Dicken aus der Pfalz"?
Wie war das mit Straßennamen und Plätzen zu DDR Zeiten - Personenkult.

19.09.2017 19:47 Reini 7

Es wäre sicherlich wünschenswert, wenn dieser Stadtrat die eigentlichen Probleme dieser Stadt ( davon gibt es Einige) genauso schnell in Angriff nehmen würde wie diesen " Kohl " ! Wenn eine Aktion nichts kostet, keine Veränderungen in der Adresse des Landratsamtes mit sich bringt dann
heben die Mehrzahl die Hand. Es ist einfach zum...,nicht schön eben.

19.09.2017 19:04 Neisterkarl 6

Einfach eine Bürgerabstimmung machen lassen, ob der Platz wirklich "verkohlt" werden soll.


ANMERKUNG MDR SACHSEN-ANHALT:

Wenn 2.000 Unterschriften oder mehr gegen die Umbenennung zusammenkommen, wird es einen Bürgerentscheid geben.

19.09.2017 17:55 Richard Rumbold 5

Kohl selbst hat zu Lebzeiten(wann sonst) deutlich gemacht, dass er so etwas nicht will.