Firmenzentrale der FAM in Magdeburg.
Die Firmenzentrale der FAM in Magdeburg Bildrechte: FAM

Krise überwunden Neuer Investor bei FAM

Die Jahre 2015 und 2016 liefen nicht besonders gut für den Förderanlagenbauer FAM in Magdeburg. Es gab weniger Aufträge, Mitarbeiter wurden entlassen. Nun scheint die Krise überwunden. Es gibt einen neuen Investor: Die Ceterum Holding aus Wernigerode steigt mit 65 Prozent als Mehrheitsgesellschafter ein.

Firmenzentrale der FAM in Magdeburg.
Die Firmenzentrale der FAM in Magdeburg Bildrechte: FAM

Die Magdeburger Förderanlagen und Baumaschinen GmbH (FAM) hat einen neuen Investor. Die Ceterum Holding aus Wernigerode steigt mit 65 Prozent als Mehrheitsgesellschafter ein. Das teilte FAM am Dienstag mit. Über den Kaufpreis der Anteile sei beiderseitiges Stillschweigen vereinbart worden.

Geschäftsführer Lutz Petermann sagte MDR SACHSEN-ANHALT, man wolle vom Knowhow und Kapital der Ceterum Holding profitieren. Petermann zufolge soll in Produkte und Marken und nicht in den Standort investiert werden. "Wir hatten in den vergangenen zwölf Monaten nicht die Auftragseingänge, die wir uns erhofft haben." Aktuell seien aber einige große Aufträge in Sicht. "Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir die dieses Jahr noch erhalten werden und im nächsten Jahr unter Volldampf stehen", sagte Petermann. Er wird weiterhin als Gesellschafter und Geschäftsführer der FAM agieren.

Zuversicht bei FAM

Schaufelradbagger der FAM für den chilenischen Kupfertagebau Radomiro Tomic.
Ein Schaufelrad-Bagger der FAM in einem chilenischen Kupfertagebau Bildrechte: FAM

Im Fokus stehe neben der wirtschaftlichen Konsolidierung nun die Entwicklung neuer, innovativer Produkte, hieß es in einer Erklärung des Unternehmens. Dank steigender Rohstoffpreise am Weltmarkt rechne man bereits Ende 2017 mit Neubestellungen von Großanlagen, die bereits 2018 zur Vollauslastung des Werkes in Magdeburg führen könnten.

Für FAM geht damit eine schwierige Phase zu Ende. 2015 und 2016 waren die Aufträge zurückgegangen. Das Unternehmen selbst nennt als Gründe die Sanktionen der Europäischen Union gegen Russland, den Krieg in der Ukraine, Schwierigkeiten bei der Ölsand-Förderung in Kanada und insbesondere die gesunkenen Rohstoffpreise, die beispielsweise in Chile zu diversen Stilllegungen von Kupferminen geführt hätten.

Der Anlagenbauer war dadurch 2016 in die Verlustzone geraten und hatte mit einem Sparkurs reagiert und Stellen abgebaut. So wurden 89 der 800 Mitarbeiter am Standort Magdeburg im August entlassen. Weltweit hat FAM 1.450 Beschäftigte.

Keine Eingriffe ins operative Geschäft

"Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir die Talsohle durchschritten haben und es wieder aufwärtsgeht", so Petermann. Die Beteiligung der Ceterum sei eine gute Nachricht für das Unternehmen, die Mitarbeiter und den Standort Magdeburg.

Weiter hieß es, die Ceterum Holding werde nicht operativ ins Management der FAM eingreifen, sondern organisatorisch, infrastrukturell und strategisch beraten. FAM sei das bislang größte Investment der Ceterum.

Hilfe aus Wernigerode

Die Ceterum Holding mit Sitz in Wernigerode investiert nach eigenen Angaben vor allem in kleine und mittlere Unternehmen mit zukunftsweisenden Ideen. Ziel sei es, die Innovationskraft der Unternehmen zu fördern.

Die Magdeburger Förderanlagen und Baumaschinen GmbH (FAM) stellt Komplettanlagen zur Förderung, Verladung und Lagerung von Mineralien, Rohstoffen und Massengütern her. Das Unternehmen zählt nach eigenen Angaben zu den Weltmarktführern für Schüttgut‐Fördertechnik.

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 14.11.2017 | 14:30 Uhr

Quelle: MDR/as/sp

Zuletzt aktualisiert: 14. November 2017, 19:19 Uhr

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2 Kommentare

14.11.2017 20:16 Ingo D. 2

Wer bzw. Was ist denn der neue Gesellschafter? Gibt es überhaupt eine Info um wen es sich handelt. Namen und Versprechen sind bekanntlich Schall&Rauch.

14.11.2017 19:39 optinator 1

Centerum Holding aus WR, kenne ich nicht und ich komme aus WR.

Mal sehen wenn es hier die ersten Hiobsbotschaften gibt.
Oft ist Schein mehr als Sein.

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