Gedenken an Hannes
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Auf einen Blick Chronologie zum Tod des FCM-Fans Hannes

Der Tod des FCM-Fans Hannes hat im Oktober 2016 die Fußballszene in Sachsen-Anhalt erschüttert. Der 25-Jährige war in Haldensleben in einen Zug gestiegen. Wenige Momente später lag Hannes schwer verletzt an den Bahngleisen. Im Zug soll er auf eine Gruppe von Anhängern des Halleschen FC getroffen sein. Zeugen wollen eine Auseinandersetzung beobachtet haben. Hannes starb später im Krankenhaus. Jetzt wurden die Ermittlungen in dem Fall eingestellt.

Gedenken an Hannes
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20. März 2017 – Ermittlungen eingestellt

Die Ermittlungen werden eingestellt. Das teilt die Staatsanwaltschaft mit. Die Ermittlungen haben demnach ergeben, dass Hannes zwar in einer Regionalbahn auf Anhänger des gegnerischen HFC getroffen sei. Dabei sei es jedoch nicht zu Gewalttätigkeiten gegen Hannes gekommen. Dass Dritte seinen Sturz verursacht haben, konnte laut Staatsanwaltschaft nicht festgestellt werden.

10. November 2016 – Neue Ermittlungsergebnisse

Nach dem tragischen Tod des FCM-Fans Hannes gibt es neue Erkenntnisse der Polizei. Wie die Staatsanwaltschaft Magdeburg mitteilte, gehen die Ermittler inzwischen davon aus, dass der junge Mann eigenständig die Notöffnung der Zugtür betätigt hat und aus dem fahrenden Zug stürzte. Wie und warum er die Tür betätigte, ist allerdings weiter unklar. Auf Nachfrage von MDR SACHSEN-ANHALT wollte die Polizei auch nicht sagen, ob Hannes gefallen, geschubst worden oder gesprungen ist.

9. November 2016 – HFC-Fans verzichten auf Anreise nach Magdeburg

HFC-Fans beim Drittligaspiel in Magdeburg
Aus Respekt vor dem Tod von FCM-Fan Hannes verzichten HFC-Fans auf den Besuch des Derbys. Bildrechte: MDR/Gaby Conrad

Das Derby zwischen dem 1. FC Magdeburg und dem Halleschen FC am 26. November wird weitgehend ohne Gästefans ausgetragen. Auf ihrer Interseite veröffentlichte die "Saalefront", die führende Ultragruppierung des HFC, ein Statement. Darin erklärte die Gruppe, dass sie auf das Spiel verzichten werde und rief auch alle anderen HFC-Fans dazu auf, das Spiel in Magdeburg nicht zu besuchen. An ein normales Derby sei nicht zu denken, hieß es.

15. Oktober 2016 – Anteilnahme in den Stadien

Bei den Spielen des 1. FC Magdeburg in Erfurt und dem Halleschen FC gegen Zwickau zeigen Anhänger und Vereine geschlossen ihre Anteilnahme am Tod von Hannes. Die Spieler des FCM laufen mit Trauerflor auf und die Fans schweigen ganze 25 Minuten für den 25-Jährigen. Vom Präsidenten von Rot-Weiß Erfurt bekommt die FCM-Fankurve symbolisch einen Kondolenzkranz überreicht.

In Halle wird dem Verstorbenen mit einer Schweigeminute gedacht. Zehn Minuten ist es anschließend in der HFC-Kurve ruhig.  Davor prangt ein großes, schwarzes Spruchband mit der Aufschrift "Ruhe in Frieden, Hannes".  Ähnliche Banner werden auch in Erfurt von FCM- und RWE-Anhängern aufgehängt.

Vor dem Auswärtsblock in Erfurt hängt ein banner mit der Aufschrift
Banner der FCM-Fans in Erfurt. Bildrechte: FC Rot-Weiß Erfurt

Darüber hinaus zeigen Fanszenen in ganz Deutschland mit Spruchbändern an diesem Wochenende ihre Trauer. Zum Beispiel in München, Wolfsburg, Braunschweig, Aachen, Stuttgart, Mainz, Großaspach und sogar in Österreich bei Austria Salzburg. Auch kleinere Vereine wie der SV Schermcke, der SSV Stern Elbeu oder der TSV Hadmersleben bekunden ihre Trauer.

14. Oktober 2016 – Zeugen melden sich

Wie die Magdeburger Polizeidirektion MDR SACHSEN-ANHALT mitteilt, haben sich zwei bisher gesuchte dunkelhäutige Fahrgäste gemeldet. Sie wurden als Zeugen gesucht, da sie das Geschehen in der Regionalbahn beobachtet haben sollen. Außerdem hätten sich elf weitere mögliche Zeugen gemeldet.

13. Oktober 2016 – Oberbürgermeister fordern Fanszenen zu Besonnenheit auf

Die Oberbürgermeister der Städte Magdeburg und Halle, Trümper und Wiegand, melden sich zu Wort und plädieren für das Ende von Hass und Gewalt zwischen beiden Fanlagern.

12. Oktober 2016 –  Hannes erliegt seinen Verletzungen

Die Polizei bestätigt den Tod von Hannes. Eine Sprecherin sagt MDR SACHSEN-ANHALT, seit Mittag sei die traurige Nachricht Gewissheit. Die Nachricht löst beim 1. FC Magdeburg und den Fans große Trauer aus. Am Abend gab es in Magdeburg und Haldensleben Mahnwachen. Auch Fans des Halleschen FC trauern um Hannes. Die Polizei ermittelt wegen Totschlags.

8. Oktober 2016 – Rückschlag bei den Ermittlungen

Die Polizei muss bei ihren Ermittlungen einen Rückschlag hinnehmen. Die gesichteten Videoaufnahmen aus dem Zug zeigen nicht die entscheidende Szene. Der Grund für das Fehlen der Aufnahmen ist unklar. Eine spezielle Ermittlungsgruppe wird gegründet.

6. Oktober 2016 – FCM zeigt sich bei Freundschaftsspiel solidarisch

An einer Mauer steht der Schriftzug
Dieser Schriftzug ist nahe der B 189 bei Barleben zu sehen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Das Mitgefühl für den im Koma liegenden FCM-Fan reißt nicht ab. Beim Freundschaftsspiel des Fußball-Drittligisten gegen den Hamburger SV läuft die Mannschaft mit einem "Kämpfe Hannes"-Banner ins Stadion ein. Zahlreiche Zuschauer halten Spruchbänder in die Höhe.

Bei den Ermittlungen bleiben derweil viele Fragen offen. Fest steht aber: Schon vor dem Zwischenfall in Haldensleben hat es Probleme mit HFC-Fans gegeben. Bereits ein anderer Reisender soll von 50 angetrunkenen und aggressiven Fußball-Anhängern angegriffen worden sein.

4. Oktober 2016 – Aussage der Bahn sorgt für Verwirrung

Die Polizei geht davon aus, dass der junge Mann auf der Flucht vor HFC-Fans aus dem Zug gestürzt ist. Der Polizeisprecher der Polizeidirektion Nord, Frank Küssner, sagt MDR SACHSEN-ANHALT, der junge Mann habe aufgrund der Bedrohung durch den "gewaltbereiten Mob" selbst die Notentriegelung betätigt. Doch es gibt Ungereimtheiten. Nach Aussage der Deutschen Bahn soll es unmöglich sein, während der Fahrt eine Tür zu öffnen.

Währenddessen teilt der behandelnde Neurochirurg am Klinikum Magdeburg, Werner Braunsdorf, MDR SACHSEN-ANHALT mit, dass Hannes noch mindestens zwei Wochen im künstlichen Koma liegen muss.

3. Oktober 2016 – Hunderte FCM-Fans zeigen ihre Solidarität

Hunderte Anhänger des 1. FC Magdeburg bringen gegenüber dem Verletzten und seiner Familie ihre Solidarität zum Ausdruck. Vor dem Walther-Friedrich-Krankenhaus im Magdeburger Stadtteil Neu-Olvenstedt versammeln zwischen 200 und 300 Anhänger des Vereins. Sie spannten ein großes Banner mit der Aufschrift "Kämpfe Hannes!!!" auf.

Die Polizei untersucht währenddessen, ob der 25-Jährige gestoßen wurde oder ob er selbst gesprungen ist.

2. Oktober 2016 – Hannes wird schwer verletzt an Bahngleisen in Haldensleben gefunden

In der Nacht zum 2. Oktober wird Hannes lebensgefährlich verletzt an den Bahngleisen in Haldensleben aufgefunden. Nach Angaben der Polizei hat sich der 25-Jährige seine schweren Kopfverletzungen wahrscheinlich beim Sturz aus einem fahrenden Zug zugezogen.  Gegen 23:55 sei er am Bahnhof Haldensleben in die Regionalbahn, die von Wolfsburg nach Magdeburg fährt, eingestiegen.  Zeugen zufolge hatte er dort eine Auseinandersetzung mit Anhängern des Halleschen FC. Er selbst war Fan des 1. FC Magdeburg.

Zuletzt aktualisiert: 28. April 2017, 16:14 Uhr