Turnhalle
In der "Halle der Freundschaft" war am Samstag eine Auseinandersetzung eskaliert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wolmirstedt Staatsschutz ermittelt nach Schlägerei bei Fußballturnier

Mehrere zum Teil maskierte Männer haben in Wolmirstedt eine Sporthalle gestürmt und dort auf Teilnehmer eines Fußballturniers eingeschlagen. Inzwischen ermittelt der Staatsschutz. Bürgermeister Stichnoth verurteilt die Tat – will das Turnier aber auch künftig stattfinden lassen.

Turnhalle
In der "Halle der Freundschaft" war am Samstag eine Auseinandersetzung eskaliert. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach einer Schlägerei bei einem Freizeit-Jugendturnier in Wolmirstedt ermittelt inzwischen der Staatsschutz. Polizeisprecher Joachim Albrecht sagte MDR SACHSEN-ANHALT, dabei gehe es um den Vorwurf des Landfriedensbruchs. 

Zudem laufen Ermittlungen wegen Körperverletzung. Die Polizei wertet sichergestellte Fotos und Videos aus – auch um das Motiv für die Tat herauszufinden. Ein Tatverdächtiger ist bereits namentlich ermittelt worden, ebenso eine Person, die die Angreifer per Telefon herbeigerufen haben soll. Nach Angaben von Albrecht waren erste Einsatzkräfte am Tattag drei Minuten nach der Alarmierung vor Ort angekommen.

Bürgermeister ist empört

Wolmirstedts Bürgermeister Martin Stichnoth
Wolmirstedts Bürgermeister Stichnoth hält an dem Turnier fest. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wolmirstedts Bürgermeister Martin Stichnoth (CDU) hat die Schlägerei verurteilt. Er sagte am Montagnachmittag in einem MDR-Interview: "Jugendliche frönen dem sportlichen Wettkampf. Da haben Schlägereien nichts zu suchen. "Das Jugend-Fußballturnier werde seit elf Jahren in Wolmirstedt ausgetragen. Dabei habe es nie solche Zwischenfälle gegeben.

Trotz des brutalen Vorfalls in diesem Jahr soll das Turnier auch in Zukunft stattfinden. Stichnoth sagte, er sehe derzeit keine Veranlassungen für eine Absage oder verschärfte Sicherheitsvorkehrungen im nächsten Jahr. Er habe mit den verantwortlichen Organisatoren gesprochen. Das Turnier sei demnach insgesamt gut und fair wie immer verlaufen. Nur ein Spieler müsse das missverstanden haben.

Maskierte stürmten in die Sporthalle

Am Samstag war offenbar ein Streit zwischen zwei Mannschaften eines Turniers eskaliert, das im Rahmen eines Integrationsprojekts stattgefunden hatte. Laut Polizeisprecher Albrecht haben in einer der beteiligten Mannschaften deutsche Jugendliche gespielt, in dem anderen Team seien unterschiedliche Nationalitäten vertreten gewesen, darunter auch Deutsche mit Migrationshintergrund. Einer der Beteiligten aus der gemischten Mannschaft habe wegen des Streits offenbar Verstärkung gerufen. Anschließend seien etwa zehn Männer, zum Teil maskiert, in die Sporthalle gestürmt und hätten dort auf Spieler eingeschlagen. Zwei Männer kamen ins Krankenhaus, beide jeweils 22 Jahre alt.

Ein Augenzeuge schätzt die Tat als professionellen Überfall ein. Der junge Mann, der anonym bleiben will, sagte MDR SACHSEN-ANHALT, 20 dunkel gekleidete Personen hätten brutal auf die Turnierteilnehmer eingeschlagen: "In dieser Brualität waren sie geübt und haben das definitiv schon öfter gemacht." Als die Polizei gerufen wurde, seien die Angreifer innerhalb einer Minute in ihren Autos in verschiedene Richtungen geflüchtet, so der Zeuge. Bei den Angreifern habe es sich um deutsch und südländisch aussehende Personen gehandelt.

Bei dem Turnier handelte es sich um den "Club Cup", an dem Freizeitmannschaften aus der Region teilnahmen und der vom Jugendclub Wolmirstedt organisiert wurde. In diesem Jahr waren insgesamt knapp 80 Spieler aus elf Mannschaften dabei. Sie waren überwiegend zwischen 15 und 18 Jahre alt. Rund hundert Zuschauer verfolgten das Turnier.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 20.03.2017 | 18:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 20. März 2017, 18:07 Uhr

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46 Kommentare

22.03.2017 20:59 Agnostiker 46

@ 34: Machen Sie sich nix draus!
Dass unsere Gemeinsamkeiten lediglich genetischer Natur sind, macht sie trotzdem fuer unseren (Ueber)Lebenskampf nicht komplett wertlos.

Als "Opfazahl" in der Auslaenderkriminalitaetsstatistik erfuellen auch SIE eine wichtige Aufgabe in der Volksaufklaerung! /;=)

22.03.2017 19:14 Agnostiker 45

@ 39: Finden Sie es nicht auch erstaunlich, dass die groessten "Rassismus!"-Schreier gleichzeitig zu den fanatischsten Rassenleugnern gehoeren? /X=D

@ mdr(33): Der beanstandete Link fuehrte zu einem aelteren Artikel Ihrer Schwesterstation swr...

22.03.2017 18:07 konstanze 44

liebe mdr-redaktion, gibt es neue erkenntnisse ?

ANMERKUNG MDR SACHSEN-ANHALT:

Bisher nicht. Wenn es weitere Erkenntnisse gibt, werden wir darüber berichten.

22.03.2017 16:59 Mediator an gerd(35, 41) 43

Lieber Gerd, lassen Sie doch bitte ihre Taschenspielertricks mit der POLIZEILICHEN Kriminalitätsstatistik. Die Überschrift des Artikels lautete übrigens: <Kriminalstatistik 2016 Zahl der Verbrechen in Halle sinkt>.
Also tun Sie bitte nicht so, als ob da in Halle wegen der Ausländer die Welt untergeht. Sie haben da schon sehr selektiv eine Zahl herausgegriffen, deren Aussagekraft als mässig zu bewerten ist.
Wer nicht einmal die Begriffe Täter und Tatverdächtige sauber definieren kann und diese dementsprechend falsch verwendet und interpretiert, der muss sich nicht wirklich an der Auslegung der Zahlen versuchen.
Für eine Tat kann es gleich mehrere Tatverdächtige geben und es reicht oft eine ungenaue Beschreibung wie "Ausländer - dunkle Jacke - ist zum Bahnhof gelaufen" um dort gleich mehrere Menschen als Tatverdächtige zu ermitteln. Ob die Staatsanwaltschaft mit diesen <Ermittlungsergebnissen> überhaupt was anfangen kann oder ob es zu einer Verurteilung kommt, das ist völlig offen.

22.03.2017 16:19 Steiner 42

Wenn ich an die Opfer der rechtsextremen NSU-Mörderbande denke, wird mir wieder ganz anders. Dass die Nazis auch in den Fußballstadien, ihre Schläger-Orgien feiern ist leider nichts Neues, Viel schlimmer war es, dass die Behörden in ihrer Einäugigkeit diese Auswüchse schon jahrelang sehen konnten, aber nichts dagegen unternommen haben. "Es sind doch unsere Jungs" - viel dümmer konnten diese fatalen Ausreden, das Wegschauen und das Verharmlosen der rechten Gemeingefährlichkeit nicht sein. Jetzt gehen sie auf Flüchtlinge los - schäbiger geht es für solche selbsternannten Biodeutschen immer noch.

22.03.2017 12:40 gerd 41

39 @Detektor
Wie gesagt das sind Zahlen aus dem Raum Halle
veröffentlicht in der MZ am 21.3.2017 8900
Tatverdächtige 2998 Nichtdeutsche Täter
auch bei dem Fall in Wolmirstedt müssen es nicht zwangläufig Flüchtlinge gewesen sein aber die Veröffentlichten Zahlen sind auch vom Mediator nicht verniedlichbar und darum gehts.

22.03.2017 11:36 Katt 40

Was bitte sind denn "deutsch aussehende Personen"?

22.03.2017 11:23 Detektor 39

@Agnostiker (#33, 22.03.17 05:22)

zu "Sie verwechseln "Gemeinschaft" mit "Gesellschaft", mein Lieber"

Mal abgesehen von der weiter unten ad absurdum zu führenden Anrede Ihrerseits ist das natürlich im wissenschaftlichen Sinne (Ethnologie, Soziologie) Mumpitz, da 'menschliche Gemeinschaft' das Grundelement der 'menschlichen Gesellschaft' ist.

zu "Es kann keine Gemeinschaft mit Fremden geben, weil das "Gemeinschaftliche" fehlt."

Hmm; Aliens unter den 'Fremden' sind mir nicht bekannt...
Ansonsten: Vollkommene Ausblendung der Entwicklung der menschlichen Zivilisation; ohne den Einfluß des 'Fremden' hätte es keine Weiterentwicklung der Menschheit gegeben (wobei ich mir heutzutage nicht sicher bin, ob es bzgl. Moral etc. wirklich eine Weiterentwicklung gab...)

Quintessenz: Da offensichtlich die Schnittmenge unserer Realitätswahrnehmung/-interpretation gegen die leere Menge strebt, ist die Anrede 'mein Lieber' nicht adäquat.

22.03.2017 11:03 Detektor 38

@gerd (#35/36, 22.03.17 08:25/09:06)

Interessante Zahlen haben Sie da geliefert.

Laut meiner Internetrecherche ergibt sich folgendes Bild (Minister für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt 14.03.17):

1. Straftaten von der Personengruppe der Asylbegehrenden, Duldungsinhaber, Flüchtlinge und der sich illegal im Land Aufhaltenden
a) Sachsen-Anhalt: 6.122 = 3,1%
b) Sachsen-Anhalt Süd: 3.497 = 5,2%

2. Ausländische Tatverdächtige (Flüchtlinge nur Teilmenge von Ausländern [auch Angehörige aus EU-Mitgliedstaaten, Touristen, Ausländer mit dauerhaftem Bleiberecht, Arbeitskräfte, Studenten oder Schüler])
a) Sachsen-Anhalt: Knapp 25%
b) Sachsen-Anhalt Süd: Knapp 22%

22.03.2017 10:26 Ichich 37

@Mediator, Expertise sollte man nur anbieten, wenn man Experte ist. ;-). Kriminalitätsstatistik 2014 Sachsen-Anhalt, 2,3 Mio. Einwohner, 37 Vergewaltigungen, 8 Tötungen. Innenministerium Sachsen 2015, 79.000 Flüchtlinge, 12 Vergewaltigungen, 6 Tötungen. Tja, da möchte man doch wissen, was das für "vergleichbare Gruppe" in der einheimischen Bevölkerung sein sollen. P.S. Von den o.g. 79.000 Flüchtlingen in Sachsen sind rd. 55.000 erst seit August 2015 im Land.
Passtdas ?sicher?