Gräber und Blumenschmuck auf dem Friedhof in Aschersleben
Der Friedhof in Aschersleben wirbt jetzt mit einer eigenen Facebook-Seite für seine Dienstleistungen. Bildrechte: MDR/Tom Gräbe

Eigener Auftritt bei Facebook Ein "Like" für den Friedhof in Aschersleben

Wer auf Facebook surft, findet dort offizielle Auftritte von Discountern, den örtlichen Stadtwerken oder Verkehrsbetrieben und nicht zuletzt von Freizeitparks. Kurzum: Ziemlich viele Unternehmen und öffentliche Dienstleister haben inzwischen ihr eigenes Facebook-Profil. Ende Dezember ist auch der Friedhof in Aschersleben hinzugekommen – eine nicht alltägliche Idee. André Könnecke, der Leiter des Bauwirtschaftshofs in Aschersleben, hat dafür allerdings eine ganz simple Erklärung.

Gräber und Blumenschmuck auf dem Friedhof in Aschersleben
Der Friedhof in Aschersleben wirbt jetzt mit einer eigenen Facebook-Seite für seine Dienstleistungen. Bildrechte: MDR/Tom Gräbe

Der Startschuss fiel wenige Tage vor Weihnachten: Am 19. Dezember 2016, einem Montag, hat der Friedhof in Aschersleben Neuland betreten. Seitdem findet man ihn im sozialen Netzwerk Facebook – mit Adresse, Öffnungszeiten, Webseite und dem Hinweis, der Ascherslebener Friedhof sei einer der ältesten und größten Sachsen-Anhalts.

Neben den privaten Profilen von Nutzern hat inzwischen nahezu jedes größere Unternehmen eine eigene Facebookseite: Discounter, Stadtwerke, Verkehrsbetriebe oder Freizeitparks. Aber ein Friedhof? André Könnecke, Leiter des Bauwirtschaftshofs in Aschersleben, erklärt: "Es fällt uns schwer, mit den Menschen zu kommunizieren. Die meiste Zeit erhalten sie lediglich Gebührenbescheide von uns." Dabei gebe es noch viele andere Dinge mitzuteilen. Könnecke denkt zum Beispiel an Informationen über Baustellen auf dem Friedhof – oder über verschiedene Grabarten.

Nachfrage nach Familiengräbern sinkt

Facebook-Profil des Friedhofs in Aschersleben
So sieht das Facebook-Profil des Friedhofs in Aschersleben aus. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

André Könnecke ist überzeugt, dass sich Informationen über Facebook gut verbreiten lassen. "Wir wollen mehr Menschen erreichen und den Friedhof dadurch besser präsentieren", sagt er. Hinzu kommt, dass er und seine Mitarbeiter ein verändertes Verhältnis zu Bestattungen registriert haben. "Die Nachfrage nach Familiengräbern wird kleiner", so Könnecke weiter. Viele hätten nicht mehr die Zeit, ein solches Grab regelmäßig zu pflegen. "Also suchen sie nach pflegefreien Alternativen", erzählt er. Auch darüber will die Stadt als Betreiber auf Facebook informieren. Auch macht sich laut Könnecke der Bevölkerungrückgang bemerkbar. Wo es weniger Menschen gibt, werde auch weniger gestorben.

Schon jetzt gibt es auf der Facebook-Seite Luftaufnahmen vom Friedhof, ein Posting zum Todestag eines bedeutenden Ascherslebener Architekten und Informationen über einen Flyer zu verschiedenen Grabarten. Zukünftig sollen Tipps folgen, etwa zur Pflege von Pflanzen im Frühjahr – ganz im Sinne der Friedhofsbenutzer.

Dieses Thema im Programm: • MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 18.01.2017 | 15:20 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. Januar 2017, 06:23 Uhr

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3 Kommentare

19.01.2017 22:47 Peter 3

Eine sehr gute Idee. Wer diesen Friedhof mit seiner nahezu perfekten Anpassung an die sich ändernde Bestattungkultur und den demografischen Wandel gesehen hat, wird verstehen, warum.
Das Ende gehört zum Leben und wenn sich Menschen solch große Mühe geben, den Friedhof zu gestalten - toll.

19.01.2017 10:48 Josi 2

Ich finde es gut!

19.01.2017 09:25 Wolfis 1

Geschmacklos