Eine Kreuzung in Magdeburg.
Wegen eines Spannungseinbruchs fielen am Dienstagabend 80 Prozent der Ampeln in Magdeburg aus. Bildrechte: MDR/Janine Wohlfahrt

Verkehrsprobleme Deshalb kam es zum Ampelausfall in Magdeburg

Eine Stadt fast im Ausnahmezustand: In Magdeburg blieb am Dienstag ein Großteil der Ampeln schwarz und musste per Hand aktiviert werden. Am Tag danach läuft die Suche nach der Ursache.

Eine Kreuzung in Magdeburg.
Wegen eines Spannungseinbruchs fielen am Dienstagabend 80 Prozent der Ampeln in Magdeburg aus. Bildrechte: MDR/Janine Wohlfahrt

Nachdem am Dienstagabend 80 Prozent aller Ampeln in Magdeburg ausfielen, hat sich der Stromversorger Avacon zur Ursache geäußert. Ein Sprecher des Unternehmens sagte MDR SACHSEN-ANHALT, es habe einen Spannungseinbruch bei Bauarbeiten im Umspannwerk an der Diesdorfer Wuhne gegeben.

Dieser Spannungseinbruch habe nur Millisekunden gedauert. Nach Angaben des Unternehmens könne das aber für empfindliche Computersysteme wie Ampelanlagen für einen Ausfall reichen. Zudem sei die Schaltzentrale der Ampelanlage in der Nähe des Umspannwerks. Bei Bauarbeiten am Umspannwerk an der Diesdorfer Wuhne sei ein mechanisches Bauteil ausgewechselt worden sein, wodurch der Spannungseinbruch verursacht worden sein könnte, mutmaßt Avacon.

Kein Verkehrschaos

Der großflächige Ampelausfall hatte in Magdeburg zwar einige Staus verursacht. Zu mehr Unfällen kam es aber nicht. Polizeisprecher Frank Küssner sagte MDR SACHSEN-ANHALT, insgesamt hätte die Polizei zwischen 14 Uhr und 22 Uhr 50 Einsätze gehabt – 14 davon seien Unfälle gewesen, so Küssner. Das sei Durchschnitt für einen Nachmittag in Magdeburg.

Obwohl der Verkehr zeitweise nicht über Ampeln geregelt werden konnte, hat nicht die Polizei die Aufgabe übernommen. Küssner sagte, es gebe keine gesetzliche Regelung für einen solchen Fall – die Polizei hätte auch nicht ohne Weiteres sämtliche Funkstreifenwagen nur noch dafür einsetzen können, den Verkehr zu regeln. Es gebe ja auch noch Verkehrsschilder.

Uniklinik auf Notstrom

Der Spannungseinbruch hatte sich auch auf das Uniklinikum Magdeburg ausgewirkt. Die kaufmännische Direktorin Kerstin Stachel sagte MDR SACHSEN-ANHALT, es sei automatisch das Notstromaggregat angesprungen. Weil es sich aber nur um einen Spannungsabfall handelte, hätte aber sofort wieder die normale Stromversorgung übernommen. Stachel sagte, die Uniklinik freue sich, dass die Umschaltung auf den Notstrom problemlos geklappt habe.

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 06.12.2017 | 06:30 Uhr

Quelle: MDR/ms

Zuletzt aktualisiert: 06. Dezember 2017, 15:50 Uhr

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1 Kommentar

07.12.2017 16:55 Witwer Bolte 1

Zitat: "Bei Bauarbeiten am Umspannwerk an der Diesdorfer Wuhne sei ein mechanisches Bauteil ausgewechselt worden sein, wodurch der Spannungseinbruch verursacht worden sein könnte, mutmaßt Avacon." Aha! Ich verweise auf das vorletzte Wort im Zitat. Jetzt sind wir also schlauer. Und vor allem in Zukunft vor solchen Ereignissen "geschützt", mutmaße ich mal...