Reiner Haseloff
Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) will den Hochwasseropfern schnell helfen. Bildrechte: dpa

Hochwasser im Harz Haseloff verspricht schnelle Hilfe

Das Hochwasser im Harz hat bei Familien und Kommunen für Notlagen gesorgt. Ministerpräsident Sachsen-Anhalts Reiner Haseloff will nun schnelle Hilfe leisten. Ein Arbeitsstab sei bereits gegründet. Die Betroffenen aus Harsleben fühlen sich jedoch im Stich gelassen.

Reiner Haseloff
Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) will den Hochwasseropfern schnell helfen. Bildrechte: dpa

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat nach dem Hochwasser im Harz Soforthilfen angekündigt. Die Schäden der vergangenen Tage sollen rasch aufgenommen und abgewickelt werden. Haseloff sagte: "Die Menschen sollen so schnell wie möglich zum normalen Leben zurückkehren können." Am Samstag sei bereits ein Arbeitsstab dafür eingerichtet worden. Dieser soll Sofortmaßnahmen für Kommunen und Privatpersonen leisten.

Die Landesregierung werde nun entscheiden, welche Maßnahmen nötig sind, um die öffentliche Infrastruktur wiederherzustellen. Außerdem soll Menschen geholfen werden, deren Hab und Gut von der Flut beschädigt wurde. Dafür werde Haseloff mit Versicherungen Kontakt aufnehmen. Er wolle die Erfahrungen des Hochwassers im Jahr 2013 nutzen.

Hochwasser-Opfer fühlen sich im Stich gelassen

Wasser im Wohnzimmer.
In Harsleben muss das Wasser erst aus den Häusern gepumpt werden. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß

Die Wasserstände der Hochwasser-Flüsse sind seit Donnerstag rückläufig. Nur in Ilsenburg im Landkreis Harz und in Wangen im Burgenlandkreis herrschte am Samstagmorgen weiter Alarmstufe eins.

In anderen Orten wird seit Freitag aufgeräumt. Wie Jürgen Kamm, Wehrleiter Vorharz, berichtet, helfen sich die meisten Bewohner gegenseitig. Das Wasser wird aus den Häusern abgepumpt und es wird versucht die Stromversorgung wieder herzustellen. In einigen Orten Stand das Wasser bis zum Knie oder sogar bis zur Brust.

In Harsleben, einem der am stärksten überfluteten Orte, fühlen sich Menschen auf sich allein gestellt. Beim Anblick der Schäden in den Häusern bricht bei den Betroffenen Verzweiflung aus, da es noch nicht klar ist, ob und wie viel die Versicherungen bezahlen oder das Land helfen wird.

Nahaufnahme eines Mannes auf der Straße.
Marco Hübner aus Harsleben. Bildrechte: MDR/Matthias Strauß

So auch bei Marco Hübener aus Harsleben: "Es ist eine Schweinerei, die Landesregierung müsste gleich Hilfe zur Verfügung stellen. Man braucht ja das Geld, um alles wieder aufzubauen." Laut dem Regierungssprecher Matthias Schuppe seien am Samstag die Versicherungen bereits vor Ort, um die Schäden aufzunehmen.

Anhaltender Dauerregen hatte am Anfang der Woche die Wasserstände der Flüsse und Bäche, vor allem im Harz, ansteigen lassen. Am Freitag hatte die Landesregierung Sachsen-Anhalts erklärt, kein schnelles Hilfspaket zu planen. Die Staatskanzlei wolle zunächst eine Schadensbilanz aufstellen und am 8. August eine Entscheidung fällen.

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 29.07.2017 | 12:00 Uhr

Quelle: MDR/dpa/pat

Zuletzt aktualisiert: 31. Juli 2017, 07:38 Uhr

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15 Kommentare

31.07.2017 18:36 SGDHarzer66 15

Danke an 12., mein Kommentar wurde leider gesperrt. War wohl zu konkret für die Zensoren...

31.07.2017 13:29 gwm 14

"Sachsen-Anhalts Landesregierung plant vorerst kein Hilfspaket für die vom Hochwasser betroffenen Menschen im Harz."
"Haseloff verspricht schnelle Hilfe"
Was ist nun richtig?

ANMERKUNG MDR SACHSEN-ANHALT:

Schnelle Hilfe heißt nicht, dass es große finanzielle Untersützung gibt in Form eines Hilfspakets. Es geht hier ja eher um Unterstützung bei den Aufräumarbeiten, etc.

31.07.2017 09:40 Lieber den Mund halten 13

Na ja, immer wenn Politiker vollmundig "schnelle und UNBUEROKRATISCHE Hilfe" versprechen, werde ich hellwach.
Das legt sich dann, wenn zu erfahren ist, dass auch nach
geraumer Zeit die
Geschädigten immer noch um
jeden Pfennig kaempfen
müssen.

30.07.2017 19:02 jochen 12

Auf die staatliche "Hilfe" nach der letzten großen Flut warten unsere Landsleute immer noch.
Es ist Wahlkampf der Merkels CDU- mehr nicht.

30.07.2017 15:10 Nordharzer 11

@9, haben Sie die Berichte aus Harsleben überhaupt mal gesehen? Von "reichen Grundbesitzern" zu reden, ist ja wohl total daneben. Für manche Eigentümer dürften die Grundstücke eher eine Last sein. Ich kann nur hoffen, dass sich der größte Teil wenigstens Versicherungen hat leisten können. Ich vermute aber, dass sich mangels finanzieller Mittel manche diese gespart haben.

30.07.2017 11:07 Nordharzer 10

Ich bin ja selbst Hausbesitzer an einem normalerweise unauffälligen Wasserlauf. Dazu gehört aber eine Elementarschadensversicherung, sowohl für das Gebäude, als auch den Hausrat. Ich wäre auch dafür, dass das Land im Vorgriff auf die normalerweise schwerfälligen Versicherungen in Vorleistungen tritt. Im Endeffekt sollte das aber über eine Abtretungserklärung mit den Leistungen der Versicherungen verrechnet werden. Problematisch wird das dann, wenn einer keine Versicherung hat. Es gibt sicher unterschiedlichste Gründe, warum man keine Versicherung abgeschlossen hat, aber irgendwie ist das nicht ganz fair, wenn der eine Versicherungsbeiträge zahlt und der andere unter Einsparung derselben, die gleichen Leistungen vom Land erhält. Und das hat nichts, aber auch gar nichts mit Leistungen für Asylanten zu tun.

30.07.2017 09:21 erni01 9

Sollen jetzt die Menschen, die sich kein eigenes Heim leisten können, sondern zur Miete wohnen müssen, über den Umweg der Steuern für die Verluste der reichen Grundbesitzer aufkommen? Eigentum verpflichtet, dachte ich immer.

29.07.2017 23:19 Glasektores 8

PS: Mein Kommentar bezog sich auf den Artikel "Landesregierung: Kein schnelles Hilfsprogramm".

Wie man hier nun lesen kann, haben die Hetzer vom Freitag ein Eigentor geschossen. Landesregierung verspricht doch Hochwasser-Hilfe. Aber Hauptsache erstmal Stimmung in Sachen "Ausländer" gemacht. Selbst das Hochwasser musste dafür herhalten. Schlimm.

29.07.2017 23:10 Glasektores 7

Jetzt sind die Kriegsflüchtlinge wahrscheinlich auch noch am Hochwasser schuld?

Man kann über manche Leute hier echt nur noch den Kopf schütteln.

Fahrt doch lieber nach Harsleben und helft mit. Anstatt zu Hause im warmen Sessel Hetzkommentare ins Internet zu schreiben.

29.07.2017 20:22 Vor der Wahl 6

Der will doch wieder gewählt werden und Held spielen vor der Wahl