Wildschwein
Jäger werden bis April Wildschweine im Magdeburger Stadtgebiet abschießen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Tierbestand gestiegen Wildschweinjagd im Stadtpark Magdeburg

Die Stadt Magdeburg geht gegen Wildschweine im Stadtpark und auf dem Großen Werder vor. Die Tiere hinterlassen in diesen Gebieten zunehmend Schäden. Daher ist dort bis Ende April eine beschränkte Jagd erlaubt.

Wildschwein
Jäger werden bis April Wildschweine im Magdeburger Stadtgebiet abschießen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Die Stadt Magdeburg erlaubt eine beschränkte Jagd auf Wildschweine im Stadtpark und auf dem Großen Werder. Bis April 2018 sollen die Tiere dort geschossen werden. Die Wildschweine hinterlassen in diesen Gebieten immer mehr Schäden.

Nach Angaben von Kreisjägermeister Gerd Petzoldt sind bei Bedarf ausgebildete Jäger zu zweit im Einsatz, vor allem nachts. Petzoldt sagte MDR SACHSEN-ANHALT, es gebe seit dem Hochwasser im Jahr 2013 einen permanenten Anstieg der Wildschwein-Bestände. Gründe seien die milden Winter und das gute Nahrungsangebot: "Sie säen überall Energiepflanzen wie Raps und Mais, das ist natürlich ein gedeckter Tisch für die Schweine", sagt Petzoldt.

Mehr als 50 Wildschweine im Stadtgebiet

Demnach leben allein im Magdeburger Stadtpark derzeit etwa 30 Wildschweine. Auf dem Großen Werder seien es weit über 20. Erlegt wurden Petzoldt zufolge im Jagdjahr 2016/2017 in Magdeburg rund 270 Wildschweine – doppelt so viele wie im Vorjahr.

Der zuständige Fachbereich Bürgerservice und Ordnungsamt sieht in der Zunahme der Wildschweine einige Probleme. Leiter Frank Ehlenberger sagte MDR SACHSEN-ANHALT, dass die Wildschweine große Schäden an Pflanzen und auf Wiesen anrichten. Zudem bestehe Gefahr für Hunde. Nicht zuletzt könne auch der Mensch gefährdet sein – als Verkehrsteilnehmer, Jogger oder Spaziergänger.

Jogger sollten Warnwesten tragen

Gefahr für die Menschen durch die Jagd bestehe aber nicht, sagt Ehlenberger. Man arbeite mit ausgesprochen erfahrenen Jägern zusammen. Ehlenberger rät Joggern, Warnwesten zu tragen, wenn sie im Dunkeln laufen. Sich kenntlich zu machen, sei nie verkehrt, allein schon wegen des Straßenverkehrs. Auch ein Jäger könne einen dann besser sehen.  

Waschbären auf dem Vormarsch

Waschbär
In allen Stadtteilen Magdeburgs breiten sich Waschbären aus. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Nach Einschätzung des Landesjagdverbandes gibt es in Sachsen-Anhalt keine Wildschweinplage. Kreisjägermeister Petzoldt warnt dagegen vor einer anderen Wildtierart, die sich in allen Stadtteilen Magdeburgs ausbreite: der Waschbär. Diese Entwicklung bereite ihm etwas Angst. Denn Waschbären ernährten sich von allem und plünderten auch Vogelnester. Die Auswirkungen auf die Vogelwelt seien noch nicht absehbar, sagte Petzoldt MDR SACHSEN-ANHALT. Um den Waschbärbestand einzudämmen, rät er, keine Nahrungsreste draußen herumliegen zu lassen. Zudem sollten Unterschlupfmöglichkeiten wie Gartenschuppen verschlossen werden.

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Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 06.11.2017 | 16:30 Uhr

Quelle: MDR/mh

Zuletzt aktualisiert: 06. November 2017, 21:57 Uhr

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3 Kommentare

07.11.2017 17:28 flori 3

In den Städten leben auch viele Wolfsbefürworter. Das wäre doch mal eine ökologische Lösung, mehr Wölfe in den Städten anzusiedeln. Peng, zwei Fliegen mit einer Klappe.

07.11.2017 10:13 Frederic 2

Warum diese Aufregung ?? Der Mensch raubt mit seinem Gehabe, den Tieren die Umbegung und den Lebensraum, folglich auch die Nahrung. Ergo das Tier hat HUNGER und sucht dort sein FRESSEN wo es das noch gibt, im Stadtpark, oder Gärten. Zudem kann auch gesagt werden, dass die Bestän- de einiger Arten weit überschritten werden. Überschritten sind weil dem Jäger die Abschuss- quoten vorgegeben werden. Aber nicht nach dem Bestand angemessen sind.
Wie schon mehfach gesagt, der Mensch das selt- samste Wesen der Natur ---

06.11.2017 00:14 Ralf 1

Ich bin auch der Meinung das endlich was passieren muss um den Bestand zu normalisieren. Bei uns in Dessau hat der Bestand enorm zugenommen. Nicht nur außerhalb der Stadt, auch in der Stadt hat sich rapide der Bestand von Wald Tieren zugenommen. Leider gibt es auch viele unvernünftige Personen die Essensreste aus dem Auto werfen und so damit die Tiere zu den Städten locken. Aber wehe ihr Auto wurde durch Wild beschädigt. Ich bin der Meinung das wir genauso Schuld mit sind. Es darf aber zur Bekämpfung kein kein Kompromiss einiger Leute führen, die alles Tierlieb finden und solche Aktionen der Jäger behindern.