Ein Gebäudezug des Johanniter Krankenhauses in Genthin
Durch die Schließung wird die medizinische Versorgung in der Region ausgedünnt. Bildrechte: MDR/Marila Zielke

45 Mitarbeiter betroffen Krankenhaus Genthin schließt noch dieses Jahr

Die Schließung des Krankenhauses in Genthin sollte erst in zwei Jahren sein. Nun kommt das Aus schon für spätestens Ende diesen Jahres. Die Johanniter als Betreiber versuchen, die Mitarbeiter an anderen Standorten unterzubringen.

Ein Gebäudezug des Johanniter Krankenhauses in Genthin
Durch die Schließung wird die medizinische Versorgung in der Region ausgedünnt. Bildrechte: MDR/Marila Zielke

Das Krankenhaus in Genthin soll noch in diesem Jahr schließen. Darüber wurden die rund 45 Mitarbeiter am Mittwoch informiert. Demnach wird der Betrieb spätestens bis Ende des Jahres eingestellt werden. Der Geschäftsführung zufolge macht das Krankenhaus jährlich eine Million Euro Verluste. Das könne nicht mehr hingenommen werden.

Geschäftsführer Franz Caesar sagte MDR SACHSEN-ANHALT, die Einwohnerzahl im Einzugsgebiet sei rechnerisch zu gering, um ein Krankenhaus zu ernähren. Hinzu komme, dass von Politik und Krankenhausplanung nicht gewünscht sei, kleinere Krankenhäuser auf dem Land auf Dauer zu halten.

45 Mitarbeiter könnten den Job verlieren

Caesar sieht zudem Schwierigkeiten, ausreichend qualifizierte Ärzte zu finden. Den rund 45 Mitarbeitern droht die Kündigung. Das Krankenhaus wird von den Johannitern getragen. Die Geschäftsführung will versuchen, die Mitarbeiter an anderen Johanniter-Krankenhausstandorten unterzubringen, darunter zum Beispiel in Stendal.

Eigentlich sollte das Genthiner Krankenhaus erst in zwei Jahren schließen. Der Krankenhausplan des Landes Sachsen-Anhalt sah vor, die Klinik dicht zu machen, wenn 2019 der Erweiterungsbau für das Johanniter-Krankenhaus in Stendal fertig ist. Auch eine Umnutzung war zwischenzeitlich im Gespräch.

Das Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 01.06.2017 | 5:00 Uhr

Quelle: MDR/mg

Zuletzt aktualisiert: 01. Juni 2017, 05:43 Uhr

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10 Kommentare

02.06.2017 22:57 Agnostiker 10

@ 4: Die (koerperlich!) Gesunden aus der "bunten" Spass und Scheissgesellschaft setzen ihre "Prioritaeten".
Einige zeigen sich dabei genauso "zukunftsorientiert" wie "Mutti" selbst. XD

02.06.2017 11:12 Gast 9

... hat aber nicht gerade ein Gericht in S-H geurteilt, daß keine Fachkräfte (also mit Abschluß) am Patienten sein müssen.
Es kommt allein auf die Fähigkeiten und Ferigkeiten an.

Und sicherlich nur, um die lieben AG von Personalkosten zu befreien.
Seit wann geht es denn wieder um uns Patienten?

Und Ärzte werden dann ja auch nicht mehr benötigt, wenn eine "Hilfsschwester" lange genug zugeschaut hat, wird sie doch wohl übernehmen können, oder?

02.06.2017 09:22 M. 8

Ich verstehe beide Seiten, zum einen die wirtschaftliche unter Rahmenbedingungen zu funktionierende Einheit, die wahrlich nicht in dieser Größe als wirtschaftlich auskömmlich getragen werden kann, aber auch die emotionale Denke der Menschen, die sehen, dass die Versorung im gesamten Gesundheitssystem schlechter wird. Man muss dazu aber auch betonen, das wir trotzdem eines der besten Gesundheitssysteme der Welt haben!!
Die emotionale Denkweise sieht Milliarden von Geldern in diverse "Projekte" fließen und gleichzeitig KKH schließen müssen. Nun denn die Zeit ich gespannt wie es in 10-20 Jahren aussieht, evtl. haben wir dann aufgrund bestimmter Ereignisse im Land wieder die Flucht aus den Großstädten und die Reinvestition auf`s Land.....

02.06.2017 07:36 Tomasz 7

Mario, nur mit Moralvorstellungen kann man keine Familie ernähren und kein Betrieb führen. Das ist immer das Problem bei vielen Menschen, die denken das Krankenhäuser eine gemeinnützige Einrichtung sind. Nein, es ist ein Unternehmen wie jedes andere (ich schließe mal die gGmbHs mal zum Teil aus). Sie wissen zum Teil gar nicht welchen rechtlichen Rahmenbedingungen ein Krankenhaus ausgesetzt ist. Wenn man z.B. in einem Jahr höheres Patientenklientel bekommt, als im Vorjahr, muss man den Krankenkassen 65% des Umsatzes zurückzahlen. 65%!! Ich bin selber Krankenhaus-Controller und kann da gut mitreden. Das Problem liegt einfach in der realitätsfernen Politik unseres Gesundheitsministers. Das beste Beispiel ist das Gesetz zu Personaluntergrenzen. Wie soll das bitte erreicht werden, wenn kein Personal auf dem Markt vorhanden ist??

01.06.2017 16:48 Mario 6

Wolfgang, Sie irren - aber mächtig! Eine Unterversorgung im Gesundheitsbereich ist wohl für jeden, der dies nutzen muß, absolut spürbar.
Ich weiß auch nicht, warum man ein Krankenhaus gleich einem Wirtschaftsbetrieb setzen muß, aber diese Frage ist wohl eher von meinen Moralvorstellungen geleitet.

01.06.2017 15:21 Christian Fleischhack 5

Geräte, Fachkräfte, Luxus-Kommentare - Schlagworte, die alles platt machen, vor allem aber eine sachdienliche Diskussion verhindern.
Das Problem ist, dass Wohlfahrtsverbände ebenso wie kommunale "Anbieter" jetzt das ausbaden, was die Politik in den 1990er Jahren verursacht hat - die Daseinsfürsorge, für die der Staat Verantwortung hat, ist dem "Markt" überlassen worden. Pflichten der öffentlichen Hand, wie die Übernahme von Investitionskosten als wichtiger Teil der dualen Krankenhausfinanzierung, werden von der Landesregierung Sachsen-Anhalts seit Jahren nicht erfüllt. Gesetzlich ist das Land verpflichtet, aber statt zu handeln wird dem "Markt" das Feld überlassen. Auch ein wichtiger Grund, sich VOR der nächsten Wahl Gedanken zu machen, wer gerechte und soziale Politik macht - so gerecht und sozial, dass ich mich auch zum Kreuzchen an der richtigen Stelle entscheiden kann...

01.06.2017 11:53 Moni 4

da haben sich wohl zwei gefunden?

Ich hatte eine Frage gestellt, aber außer blö... Kommentaren kommt da nichts!

01.06.2017 10:47 Oma Gitte 3

@wolfgang...Sie haben zu 100% recht.

01.06.2017 09:06 Wolfgang 2

@1 Sie irren ein Haus dieser Größe kann nicht überlebensfähig sein, da das Vorhalten modernster Technik einfach zu teuer ist, aber auch Behandlungsmassnahmen in der Zahl hoch sein müssen ( Stichwort Patientensicherheit ). Eine Unterversorgung wird es nicht geben, da es in unmittelbarer Nähe ein weiteres Krankenhaus gibt. Sie " kommentieren" auf Luxusniveau , alles und immer haben wollen, aber Nichts geben, so funktioniert Gesellschaft nicht

01.06.2017 07:41 Moni 1

erst die Schulen, jetzt die Krankenhäuser.

Bildung und medizinische Versorgung kosten nun mal Geld, Geld was der Staat hat, aber lieber für andere Dinge ausgibt.

- in Deutschland ist doch alles fest Geregelt, zum Beispiel wie groß das Einzugsgebiet ist, wurden dafür extra Gesetze geändert?