Studenten verfolgen an der TU Ilmenau eine Vorlesung
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Universitäts-Vorstoß Land gegen Lehrerausbildung in Magdeburg

Die Universität Magdeburg will einen Teil der Lehrerausbildung wieder zurück an die Elbe holen. Das Wissenschaftsministerium ist von der Idee wenig begeistert.

Studenten verfolgen an der TU Ilmenau eine Vorlesung
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Das Wissenschaftsminsterium in Sachsen-Anhalt hat auf einen Vorschlag zurückhaltend reagiert, an der Universität Magdeburg künftig wieder Mathe- und Physiklehrer auszubilden. Am vergangenen Mittwoch hatte der Senat der Otto-von Guericke-Universität einem Vorstoß des Rektorats zugestimmt, einen Teil der Lehramtsausbildung zurück an die Elbe zu holen.

Wissenschaftsminister Armin Willingmann sagte MDR SACHSEN-ANHALT, man müsse sich an Verabredungen halten. "Es gibt eine Strukturplanung, die vor vielen Jahren festgelegt wurde. Darin ist eine vernünftige Aufteilung der Fächer und Fächergruppen geregelt." So sei beispielsweise die Ingenieursausbildung in Halle zugunsten der in Magdeburg abgebaut worden. Es gelte die Verpflichtung des Landes, darauf zu achten, dass in angemessenem Umfang Lehramtskapazitäten aufgebaut und ausgebildet würden. Der SPD-Politiker warnte, dass man nicht versuchen sollte, diese Vereinbarung einseitig aufzukündigen. So funktioniere Zusammenarbeit nicht.

Kein geeignetes Rezept gegen den aktuellen Lehrermangel

Armin Willingmann
Armin Willingmann Bildrechte: Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitalisierung des Landes Sachsen-Anhalt/Andreas Lander

Der Minister sieht in dem Vorschlag der Magdeburger Universität auch kein Mittel gegen den aktuellen Lehrermangel. Er sagte: "Wenn wir jetzt damit anfangen, Lehrer auszubilden, dann haben wir die in etwa sieben Jahren an den Schulen." Das sei ein ziemlich langer Zeitraum. Damit würde der akute Lehrermangel, den es derzeit gibt, nicht gelöst.

Nord-Süd-Feindschaft überwinden

Willingmann widersprach zudem der Idee, dass Menschen aus dem nördlichen Sachsen-Anhalt nicht im Süden studieren wollten. Er verwies auf aktuelle Zahlen seines Ministeriums. Demnach gibt es insgesamt 740 Anfänger bei den Lehramtsstudenten, davon kommen 340 aus Sachsen-Anhalt. Darunter seien 120 junge Frauen und Männer aus nördlichen Landkreisen, die in Halle studierten. Willingmann forderte, endlich den "Nord-Süd-Antagonismus" zu überwinden. Der SPD-Politiker betonte, dass man über alle Dinge reden könne. Die Rektoren der Universitäten Magdeburg und Halle seien deshalb gern zu Gesprächen eingeladen.

Rektor für schnelle Gespräche

Strackeljan
Jens Strackeljan Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der Vorstoß, die Lehrerausbildung zurück nach Magdeburg zu holen, kam vom Magdeburger Uni-Rektor Jens Strackeljan. Seiner Ansicht nach könnte es damit auch bald losgehen. Er sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Idelaerweise würden wir im Oktober starten." Nötig seien auch Quersteinsteigerprogramme. Die Universität stehe mit Ideen und Kapazitäten zur Verfügung. Gespräche darüber sollten schnell starten.

Die Lehramtsausbildung war 2002 größtenteils von Magdeburg nach Halle verlegt worden. Das Land wollte sparen, indem Doppelangebote an beiden Universitäten abgeschafft wurden. In Magdeburg werden derzeit aber weiterhin Berufsschullehrer sowie Lehrer für die Fächer Technik und Wirtschaft ausgebildet.

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 21.03.2017 | 12:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 21. März 2017, 19:47 Uhr

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